Warum sich Hüttenbetreiber 2015 ganz besonders freuen

10 erstaunliche Fakten des Hütten-Rekordsommers 2015

Aktuelles • 5. Oktober 2015

Der Österreichische Alpenverein betreibt 235 Hütten mit 13.000 Schlafplätzen. Nach dem Rekordsommer 2015 blicken die Wirtsleute auf eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison zurück. Von der WC-Spülung bis zum Gröstl-Gusto – wir verraten die erstaunlichsten Fakten.

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Foto: Monika Melcher

Der zweitwärmste Sommer seit 1767 hat sich auch in der Gästestatistik der Hütten niedergeschlagen. Rund 15 Prozent mehr Tagesgäste und Übernachtungen konnten die höher gelegenen Hütten des Alpenvereins 2015 verbuchen. Vor allem in den Monaten Juli und August waren sie außergewöhnlich stark besucht – einzelne Hütten brachten es auf bis zu 8.000 Nächtigungen, insgesamt wurden auf AV-Hütten rund 350.000 Nächtigungen registriert. „Angesichts der vielen Tage mit Temperaturen über der 30-Grad-Grenze hat es die Menschen heuer überdurchschnittlich oft in die Berge gezogen, um in der Höhe Abkühlung zu finden“, sagt Alpenvereinspräsident Dr. Andreas Ermacora.
 

Trend: Jüngere Gäste und Weitwandern

Das Angebot der Hütten dürfte dabei einen Nerv der Zeit treffen. Der Alpenverein beobachtet österreichweit, dass das Gesundheitsbewusstsein der Menschen zunimmt. „Was sie auf den Hütten finden, ist ein Ausgleich zu Smartphone, Hektik und Stadtlärm. Sie genießen die frische Luft, die Entschleunigung und Ruhe sowie die bodenständige Küche“, so Ermacora. Auch der Altersschnitt habe sich merklich verändert – die Hüttengäste werden den Wirtsleuten zufolge immer jünger, auch kämen immer mehr Familien. Dabei liege derzeit das Weitwandern stark im Trend. „Der Sommerurlaub muss nicht mehr unbedingt am Meer stattfinden. Viele Familien haben in den Bergen ihr Traumziel gefunden und nehmen sich vermehrt die Weitwanderwege vor, um gemeinsam von Hütte zu Hütte zu wandern“, sagt Brigitte Slupetzky, Vorsitzende des Salzburger Landesverbands im Alpenverein.

Steigende Auflagen und Kosten

Nicht nur die Gästezahlen, auch die Kosten für den Erhalt der Hütten und Wege steigen kontinuierlich. „Die Auflagen werden immer strenger, angefangen beim Brandschutz über die Trinkwasserversorgung bis hin zur Abfallbeseitigung. Würde man eine bestehende Hütte neu aufbauen, müsste man sie heute aufgrund der vielen neuen Vorschriften um ein Drittel größer bauen als die alte“, erklärt DI Peter Kapelari, stellvertretender Generalsekretär und Leiter der Abteilung Hütten, Wege & Kartographie im Alpenverein. Aus diesem Grund baue der Alpenverein grundsätzlich keine neuen Hütten mehr, strebe aber danach, bestehende Hütten konsequent weiterzuentwickeln. Wichtige Maßnahmen sind dabei Wasser- und Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen, Wasseraufbereitungsanlagen und ausgeklügelte Abwasserreinigungsanlagen. 

Mödlinger Hütte

10 Hütten-Fakten aus dem Rekordsommer 2015


15.000 Eier und 2.000 Liter Milch hat das Carl-von-Stahl-Haus in den Berchtesgadener Alpen (Salzburg) in dieser Saison verbraucht.
 
60 Kilo Mehl wurden auf der Dr. Heinrich Hackel Hütte im Tennengebirge (Salzburg) verarbeitet.
 
5.600 Flaschen Bier und 20 Raummeter Brennholz brauchte die Landawirseehütte in den Schladminger Tauern (Salzburg).
 
Ca. 30.000 Liter Wasser wurden auf der Theodor-Körner-Hütte im Dachsteingebirge (Salzburg) verbraucht.
 
Über 100 Laib Brot hat das Zittelhaus am Hohen Sonnblick (Salzburg) in dieser Sommersaison serviert.
 
Kaiserschmarren, Kaspressknödelsuppe, Kasnockerl und Tiroler Gröstl sind die begehrtesten Mahlzeiten auf den Alpenvereinshütten.
 
5 Euro kostet eine einzelne WC-Spülung auf einer Hütte im Durchschnitt.
 
12.000 Euro fallen pro Hütte und Jahr für die Versorgung und den Abtransport von Müll und Reststoffen an.
 
2,5 Mal sind Baumaßnahmen in den Bergen teurer als im Tal.
 
200.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten die Hütten- und Wegewarte der Alpenvereine pro Jahr.

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