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Berg-Know-How

Skistöcke: Mit oder ohne Schlaufen?

• 21. November 2022
1 Min. Lesezeit

Was sind die Vor- und Nachteile von Stockschlaufen? Sollte man sie beim Skifahren nutzen oder nicht? Und macht es hierbei einen Unterschied, ob wir uns auf der Piste oder im freien Gelände befinden? Wir haben beim Alpenverein und den Naturfreunden nachgefragt.

Freeriden in Silvretta Montafon, Vorarlberg
Foto: Miriam Lottes
Freeriden in Silvretta Montafon, Vorarlberg
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Grundsätzlich gilt: Man muss zwischen Pisten- und Geländesport unterscheiden. Hier kann die Benutzung der Schlaufen Sinn machen, dort gefährlich sein.

Auf der Piste im Skigebiet

Peter Gebetsberger, Abteilungsleiter Schneesport bei den Naturfreunden, rät beim Pistenfahren zum Aufnehmen der Schlaufen. Das vermittelt ein besseres Gefühl beim Fahren und erhöht die Stabilität. Zudem kann so ein Verlorengehen der Stöcke unterbunden werden.

Ähnlich sieht das Berg- und Skiführer Gerhard Mössmer vom Alpenverein: „Die Verwendung von Stockschlaufen bringt im Allgemeinen einen Komfortgewinn. Die Kraftübertragung funktioniert besser und die Gefahr, den Stock – insbesondere bei der Abfahrt – zu verlieren, entfällt.“

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  • Im Gelände

    Ganz anders gestaltet sich die Empfehlung im freien Gelände. Sobald die Gefahr eines Lawinenabgangs besteht, sollte auf das Verwenden der Stockschlaufen verzichtet werden. Im ungünstigsten Fall wirkt der Stock in der Lawine nämlich wie ein Anker und zieht einen weit unter die Schneedecke.

    Gerhard Mössmer meint dazu: „Im Zusammenhang mit einem Lawinenabgang ist es aus rettungstechnischer Sicht eindeutig von Vorteil, auf Stockschlaufen zu verzichten. Hände in den Stockschlaufen erschweren oder verunmöglichen Armbewegungen, um an der Schneeoberfläche zu bleiben. Zudem kann die Auslösung des Lawinen-Airbags erschwert werden.“

    Hinzu kommt, dass es bei steileren Hangquerungen im Gelände praktisch sein kann, den bergseitigen Stock unterhalb des Griffs – also ohne Stockschlaufe – zu halten. Sowohl Peter Gebetsberger als auch Gerhard Mössmer verweisen weiters auf die Gefahr des Hängenbleibens bei Waldabfahrten. Bleibt der Stock hier an einem Baum oder Ast hängen, erhöht sich das Verletzungsrisiko beim Nutzen der Stockschlaufen.

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  • Fazit

    Der Alpenverein verzichtet bei der Frage rund um Stockschlaufen auf eine allgemeingültige Empfehlung. Allerdings legen die kommunizierten Fakten hinsichtlich der Vor- und Nachteile eine gute Entscheidungsbasis für eigenverantwortliches Handeln dar.

    Die Naturfreunde hingegen empfehlen das Nutzen von Stockschlaufen im Skigebiet auf präparierten Pisten, raten im freien Gelände dagegen davon ab.

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