
Laufend über die Berge Ecuadors
Foto: Philipp Ausserhofer
Denkt man an Ecuador und die Anden, kommen einem augenblicklich beeindruckende Felsformationen, kristallklare Seen und Gipfel jenseits der 5.000-Meter-Marke in den Sinn. Dass man dort nicht nur richtig gut bergsteigen kann, sondern auch beim Trailrunning voll auf seine Kosten kommt, hat Philipp Ausserhofer festgestellt. Er lässt uns an seinem Outdoor-Abenteuer teilhaben.
Noch bevor „Social Distancing“ in aller Munde war, ließ mich der Wunsch nach Entschleunigung zu Beginn des Vorjahres nach Ecuador aufbrechen. Noch nie hatte ich Europa verlassen – mich aus den Alpen, meinem sicheren Vogelnest, rausgetraut. Diese 10.000 km lange Flugreise von München nach Quito, der Hauptstadt meines südamerikanischen Sehnsuchtsortes, war eine Reise in eine neue Welt.
Ecuador ist ein Wuselhaufen, wo Umweltschutz noch eine Wahlkampfvision und Treibstoff billiger als Trinkwasser ist. Das alles gepaart mit einer Sprache, die mir „spanisch“ vorkommt: Verrückt! Auf der anderen Seite sind da aber diese schneebedeckten Vulkane, karge Landschaften und Alpakas, die ihre Ruhe sichtlich genießen.
Ecuador wurde für mich als Athleten zum Härtetest, zu einer neuen Herausforderungen, an der ich reifen durfte: Trailrunning auf über 5.000 m zu betreiben und den Einstieg ins Höhenbergsteigen zu schaffen, waren mein Ansporn. Ich wollte herausfinden, ob mein Körper unter diesen Extremsituationen Leistung bringen kann. Drei Wochen durfte ich dort verbringen und, so viel darf ich vorwegnehmen: Es war eine Reise zu mir selbst, auf der ich innere Ruhe und Gelassenheit finden und an Stärke dazugewinnen durfte. Aber seht selbst:

Trailrunning auf den Pichincha (4.794 m), den „Hausberg“ von Quito – mein erster Gipfel in den Anden
Foto: Philipp Ausserhofer

Die Flora und Fauna Ecuadors sind einzigartig: Die karge Schönheit dieser gefühlt unendlichen Weite fesselt mich
Foto: Philipp Ausserhofer

Endlose Trails und die Ruhe der Natur: Seelenfrieden
Foto: Philipp Ausserhofer

An Ruhetagen tauschen wir das Sportprogramm mit dem klassischen Touristenprogramm, wie hier beim Mitad del Mundo (Die Mitte der Welt), ein Äquatormonument in San Antonio de Pichincha
Foto: Philipp Ausserhofer

Der schönste Platz, an dem ich bisher laufen durfte...
Foto: Philipp Ausserhofer

...war definitiv „Quilotoa“: eine Caldera – eine kesselförmige Struktur – mit ihrem Kratersee, mitten in der ecuadorianischen Sierra
Foto: Philipp Ausserhofer

Wie leicht es der Natur doch gelingt, uns klein und doch so groß fühlen zu lassen (Quilotoa 3.914 m)
Foto: Philipp Ausserhofer

Laufen ist für mich leben im Moment! Ich genieße die Zeit in Ecuador, wo es um nichts anderes geht als ums Laufen, Essen und eine neue Kultur kennenzulernen
Foto: Philipp Ausserhofer

Im Laufschritt Richtung neuer Abenteuer: Es gibt auch nach zwei Wochen in Ecuador immer noch so viel zu erkunden
Foto: Philipp Ausserhofer

Vorbei an Alpakas, deren Blicke Bände sprachen: Wir sind Fremde in ihrer Welt
Foto: Philipp Ausserhofer

Im Vollspeed durch die karge Sierra Ecuadors - ein riesiger Spielplatz für Trailrunner und Abenteurer: Irgendwo zwischen Quilotoa und der Reserva Ecológica Los Illinizas
Foto: Philipp Ausserhofer

Endlich auf meinem Lieblingsuntergrund! Blick in die Gletscherwelt eines Vulkans
Foto: Philipp Ausserhofer

Überglücklich am Gipfel des Cotopaxi (5.897 m): Er ist der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde
Foto: Philipp Ausserhofer

Am Rückweg vom Gipfel: ein breites Lächeln unter dem dicken Eispanzer hilft definitiv gegen die beißende Kälte
Foto: Philipp Ausserhofer

Trailrunning als Regeneration vom Höhenbergsteigen: Atemberaubend, wie der Körper sich auf die Höhe einstellt und Leistung bringen kann
Foto: Philipp Ausserhofer

Isolierte Freiheit: Ein Vikunja am Wegesrand lässt sich durch uns nicht stören
Foto: Philipp Ausserhofer

Am Corazón (4.790 m): Die Besteigung des herzförmigen Vulkans gilt eigentlich als Akklimatisationstour, für uns ist es jedoch ein Trainingslauf für den nächsten Versuch am höchsten Berg Ecuadors
Foto: Philipp Ausserhofer

Blick in die Weite: Auf die ecuadorianischen Wetterfrösche ist kein Verlass. Wetterstürze wie ich sie noch nicht erlebt habe, lassen mehrmals ein Gewitter über uns hereinbrechen
Foto: Philipp Ausserhofer

Lehrreiches Scheitern am höchsten Berg Ecuadors: Wer Höhenbergsteigen will, muss die Möglichkeit des Scheiterns akzeptieren. Hohe Lawinengefahr ließen uns auf über 6.000 m kurz unterhalb des Gipfels schweren Herzens umdrehen. Chimborazo (6.263 m), wir werden uns wiedersehen!
Foto: Philipp Ausserhofer

Doch auch auf diese schwere Entscheidung blicke ich mit einem Lachen zurück: Die Tatsache, dass wir es geschafft hätten und letztendlich den Mut hatten umzudrehen, erfüllt mich vielmehr mit Stolz als mit Enttäuschung
Foto: Philipp Ausserhofer

Zurück in den Laufschuhen – neuer Untergrund
Foto: Philipp Ausserhofer

Trailrunning, wie ich es mag: ausgesetzt, technisch, steil! Auf dem Weg zum Gipfel des Illiniza Norte (5.126 m)
Foto: Philipp Ausserhofer

Letzter Gipfelerfolg in Ecuador – Berg Heil!
Foto: Philipp Ausserhofer

Blick zurück: Die Zeit in Ecuador hat mich geprägt, leiser gemacht, und um so viel reicher! Ecuador – nos vemos de nuovo! Aber vorher gibt es noch so viel anderes zu erlaufen
Foto: Philipp Ausserhofer

Mit einem fetten Grinser im Gesicht geht es zurück in die Heimat. Ich kann es kaum erwarten, wieder durch die geliebten Heimatberge zu laufen
Foto: Philipp Ausserhofer
Trailrunning auf den Pichincha (4.794 m), den „Hausberg“ von Quito – mein erster Gipfel in den Anden
© Philipp Ausserhofer
Der Fotograf
Philipp Ausserhofer ist im Ahrntal in Südtirol aufgewachsen, wo er schon früh die Liebe zu den Bergen fand. Für das Pharmaziestudium zog es ihn nach Innsbruck, wo der begeisterte Trailrunner und Fotograf dann auch hängenblieb. Mittlerweile arbeitet er als Apotheker und verbringt seine Freizeit größtenteils in den Bergen, wo er auch regelmäßig und erfolgreich an Lauf-Wettkämpfen teilnimmt. Am liebsten ist er auf steilen, technischen Trails unterwegs. Weil der Wahl-Innsbrucker es liebt, über die Berge zu berichten, darf die Kamera auf seinen Touren nicht fehlen.
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Alpinwissen
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