Anzeige
Powder, Muppets und Weißwurst

Freeriden in Fieberbrunn

• 6. März 2020
von Katrin Rath

Am Wochenende macht die Freeride World Tour wieder in Fieberbrunn Halt. Am 8. März braust die Elite vom Wildseeloder ins Tal. Bergwelten-Redakteurin Katrin Rath hat sich vorab im beliebten Freeride-Gebiet in den Kitzbüheler Alpen umgesehen.

Freeride Fieberbrunn
Foto: Andi Frank
Fieberbrunn lässt das Freerider-Herzen höher schlagen

Zwei Wochen bevor sich die Freeride-Elite in den bis zu 70° steilen, felsdurchsetzten Nordhang des Wildseeloders in Tirol stürzt, bestaunen wir den 2.119 m hohen Gipfel vom Wildsee aus. Den Aufstieg und die waghalsige Abfahrt überlassen wir aber den Profis – schließlich warten im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn noch zahlreiche andere lohnende Freeride-Abfahrten. Und wir wollen die Dynastar Legend Days nicht im Krankenhaus beenden.

Wildseeloder
Foto: Andi Frank
Unsere Herberge mit dem Wildseeloder im Hintergrund

Im Rahmen der Legend Days hat man die Gelegenheit, das Freeride-Gebiet rund um Fieberbrunn zu entdecken und die neuesten Latten von Dynastar zu testen. Bevor es aber richtig losgeht, bereiten wir unser Quartier für die Nacht vor, die wir im gemütlichen Winterraum neben der Wildseeloderhütte verbringen werden. Die Anfahrt per Ski hierher gestaltete sich ob des Neuschneemangels schwierig und ließ Zweifel aufkommen, ob wir überhaupt Tiefschnee unter unseren Brettern spüren würden. „Na, na, da find ma schon was!“, schob sie Bergführer Toni Moßhammer aber sofort gelassen beiseite. Er muss es schließlich wissen. Gemeinsam mit Guido Unterwurzacher hat er die Alpinschule Rock’n’Roll in Fieberbrunn gegründet. Die beiden sind unsere Begleitung an diesem Wochenende.

Und tatsächlich: Wenige Minuten später fahren wir in den ersten unverspurten Hang ein und es staubt! Damit hat an diesem warmen Tag keiner von uns gerechnet – wir genießen die Schwünge im federleichten Schnee umso mehr und das Grinsen wird größer und größer.

Freeride Fieberbrunn
Foto: Andi Frank
Bessere Schneeverhältnisse als erwartet

Einer der vielen Pluspunkte beim Freeriden in Fieberbrunn ist, dass man nicht oder nur wenig aufsteigen muss, um zu traumhaften Runs zu gelangen. Ein weiteres Mal an der Hochhörndl-Bergstation angekommen, lassen wir den gesicherten Skiraum hinter uns und queren in Richtung Hoher Mahdstein (2.063 m). Diesmal biegen wir aber nicht gleich nach rechts zum Wildseeloderhaus ab, sondern fahren weiter und packen die Ski wenig später auf unsere Rucksäcke, um rund 15 Minuten nach oben zu stapfen.

Fieberbrunn Aufstieg
Foto: Andi Frank
Bei strahlendem Sonnenschein geht es ein kurzes Stück bergauf

„Easy up – Wild down“ lautet die Devise im Skicircus und angesichts des vor uns liegenden, unverspurten Kessels können wir dem nur zustimmen. Mit einem beherzten ersten Schwung über die Kante geht es durch feinsten Powder immer weiter Richtung Tal.

Schwünge in feinstem Powder

Zugegeben: je näher wir der Talstation der TirolS-I-Bahn kommen, desto schwerer und klebriger wird der Schnee. Der einzige kleine Minuspunkt am Freeriden in Fieberbrunn? Man quert viel und am Ende der Runs wird man von langen Flachstücken erwartet – sehr zum Leidwesen unseres snowboardenden Fotografens.

Freeride Fieberbrunn
Foto: Andi Frank
Anschieben um wieder auf die Piste zu gelangen gehört dazu

Mit einem Weißbier-Einkehrschwung sind die Energiereserven aber schnell wieder aufgefüllt und es kann weitergehen. Mit zwei langen Runs am Nachmittag schließen wir den heutigen Skitag ab und kehren mit dem Grinsen vom Vormittag zum Wildsee zurück.

Wildsee Sonnenuntergang
Foto: Andi Frank
Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen am Wildsee

 Wenn irgendjemand von uns noch keine schmerzende Gesichtsmuskulatur vom Grinsen hatte, sollte das jetzt schnell nachgeholt werden: Toni und Guido, die zeitweise als junge Versionen von Waldorf und Statler aus der Muppetshow (ihr wisst schon: die zwei Alten am Balkon) durchgehen würden, versorgen uns mit amüsanten Geschichten aus ihrem Berufsleben. Und spätestens als Guido – nach hervorragender Jause und Speckknödelsuppe – am Lagerfeuer seine Imitationen berühmter Alpinisten zum Besten gibt, gibt es kein Halten mehr. Als wüssten wir, was uns am nächsten Tag blüht, lassen wir diesen Abend erst sehr spät unter freiem Sternenhimmel ausklingen.

Abends am Wildsee

Der erste Blick aus der Tür des Winterraums am Sonntagmorgen ist vielversprechend: es schneit. Der zweite Blick zehn Minuten später allerdings nicht mehr: es regnet! Wir beschließen, dem Tag dennoch eine Chance zu geben, steigen in die Skischuhe, schnallen die Ski an und starten talwärts. Keine 50 Höhenmeter später zieht es uns die Skischuhe fast gleich wieder aus, so pappig ist der Schnee.

Da gibt es nur noch einen Weg, die Dynafit Legend Days gebührend abzuschließen: Zurückstapfen, Gepäck holen und ab zum Weißwurstfrühstück im Berggasthof Wildalpgatterl.

Herzlichen Dank an den Pillerseetal-Tourismus für die Einladung nach Fieberbrunn!

Abo-Angebot

Wenn die Wildnis ruft

  • 8 Ausgaben jährlich
  • Buch „Unsere schönsten Hütten“ als Geschenk
  • Wunsch-Startdatum wählen
  • Über 10% Ersparnis
  • Kostenlose Lieferung nach Hause
Jetzt Abo sichern

Mehr zum Thema

Bergwelten entdecken