
Der ideale Kurztrip mit Leih-Camper
Foto: Daniel Kubera
Abholen und losfahren
Nach einer sehr gechillten Kurz-Einschulung sitzen wir auch schon im originell lackierten Ford Nugget mit integrierter Küchenzeile, Navi und Faltdach. Das Fahrzeug kostet ab 79 Euro pro Nacht. Erster Eindruck: Wirklich groß wirkt der Bus – selbst für zwei Personen – nicht. Schwer vorstellbar, dass auf den zum Bett ausklappbaren Sitzen und unterm Faltdach eine fünfköpfige Familie samt Gepäck Platz finden soll. Ihre Kompaktheit ist aber gerade der Pluspunkt der Campervans gegenüber ihren im Vergleich viel stattlicheren und etwas aus der Mode gekommenen Geschwistern, den Wohnmobilen und Wohnwägen. Wie sich das in der Praxis bewährt, später mehr.
Zwischen Hippie-Flair und Sauberkeit
Es gibt einen Lounge-Bereich, eine Lagerfeuerstelle und sogar einen Pool. Zu dieser Jahreszeit sind wir eher über die Warmwasserduschen froh. Trotz allem Hippie-Flair sind die Sanitäreinrichtungen blitzsauber. Das entspricht der Roadsurfer-Ausrichtung, wie uns Deni, der junge kroatische Betreiber von „Vita Mia“ später erzählt. Der Verleiher kooperiert mit Campingplatzen, die etwas „anders“ und in der Region verwurzelt sind. Darüber hinaus finden sich unter den



Adria-Perle ohne Ansturm






Bis an die Südspitze






Die kleinste Stadt der Welt




Von der Küste ins Hinterland
Auch das ist Kroatien: An den Fassaden vieler Häuser dieser Gegend sind noch die Einschusslöcher und Ruinen aus Kriegstagen zu sehen. Das sieht zugegeben deprimierend aus, doch lernt man im Zuge eines Van-Trips ein Land eben von allen Seiten kennen. Wir empfinden das als Bereicherung.
Schließlich wandelt sich die Landschaft, erinnert ein wenig an die kanadischen Rocky Mountains: Nadelwälder, Flüsse, Bären-Warnschilder. Wir nähern uns eindeutig den Plitvicer Seen. Unser heutiges Ziel liegt aber etwas abseits davon. Wir erreichen den
Hier scheinen eher echte Camper-Profis abzusteigen. Zu unserer Nachbarschaft gehört das seit Wochen mit einem Uralt-Wohnmobil und reichlich Whisky urlaubende britische Pärchen ebenso wie die perfekt organisierte Camper-Großfamilie aus der Schweiz. Wir machen als Gelegenheits-Camper im fortgeschrittenen Stadium mittlerweile aber auch schon gute Figur. Unser Roadsurfer-Van wird eifrig bestaunt und das Betten- bzw. Tischaufbauen und Co. ist für uns schon fast Routine. In den Campingstühlen bei einem Gläschen Wein sitzend und die am zentralen Rondo herumtollenden Kinder, flanierenden Dusch-Geher und Hundebesitzerinnen beobachtend, kommt fast ein bisschen amerikanische Vorstadt-Idylle auf. Schon ab 21 Uhr herrscht angenehme Ruhe – der Schlaf ist dementsprechend gut. Unsere einzige Furcht, der Braunbär könne unserer „Affenschaukel“ einen Besuch abstatten, bewahrheitet sich nicht.
Plitvicer Seen: Ein verborgenes Naturwunder








Mission Cevapcici erfüllt
An so ein Camper-Leben könnte man sich gewöhnen, doch so luxuriös muss es gar nicht sein. Gern kehren wir zu unserer „Affenschaukel“ zurück und freuen uns auf eine letzte Nacht auf vier Rädern. Sofern uns der Plitvicer-Bär nicht aufspürt, heißt es morgen nur noch gemütlich nach Wien zurückfahren und den Bus schweren Herzen wieder bei Roadsurfer abgeben.

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