Klettern im Zillertal
Zwischen Gletscherflächen und Urgesteinsriesen

Klettern im Zillertal

Magazin • 17. Juni 2016

Eine Marathondistanz östlich von Innsbruck zweigt man in das südliche Seitental ab, dem der Fluss Ziller seinen Namen gibt. Die Skifahrer biegen hier sogar zur Sommerzeit herein.

Auf den ersten Blick würde man nie vermuten, was tief in seinem Innersten zwischen Gletscherflächen und Urgesteinsriesen an Potenzial schlummert: Die Zillertaler sind reich – steinreich sogar. Da bekommt jeder sein Stück Felsen ab. Sportkletterer genauso wie Alpinkletterer, die noch höher hinaus wollen. Und Boulderer, die an kleinen Blöcken ihr großes Abenteuer finden. Sogar neue Bouldergebiete entdeckt man hier noch immer – so wie unlängst die „Sitcom Area“ in der wilden Zemmschlucht.

Nach 30 Kilometern teilt sich das Zillertal in Mayrhofen in die vier en­geren Seitentäler Zemmtal, Stilluptal, Tuxertal und Zillergrund. Ein perfekter Ausgangspunkt also, um in alle Richtungen ausschwärmen zu können – und sich felsenfest davon zu über­zeugen, warum es die Kletterer aus allen Himmelsrichtungen in dieses chillige Tal zieht.

Wie man am Besten ein Wochenende im Zillertal verbringt, steht im Bergwelten Favoriten Magazin.

Berliner Hütte
Die Berliner Hütte (2.044 m) ist keine Hütte, sondern ein denkmalgeschützter alpiner Prachtbau aus einer anderen Zeit. Eine Burg zum Schutz seiner Bewohner vor der Kraft und Energie des Wetters in dieser Höhe. Und ein von Menschenhand geschaffenes Abbild eines Zillertaler Gipfels, für die Ewigkeit gebaut. In der Erschaffung der Berliner Hütte steckt auch der Eroberungswille, der alpine Pioniere auszeichnet. In dem Schutzhaus beschleicht einen das Gefühl, dass man in den Gängen, beim Abendessen oder Frühstück jederzeit auf Hans Dülfer, Paul Preuss, Anderl Heckmair oder Hermann Buhl treffen könnte. Die Berliner Hütte steht auf der Schwarzensteinalm im oberen Zemmgrund in den Zillertaler Alpen. 1879, bei der Eröffnung, stand das Haus nahe der Gletscherzungen von Hornkees und Waxeggkees. Die beiden Gletscher zogen bergwärts. Über Zemmgrund, Berliner Hütte und das vergängliche Gletscher-Eis wachen, wie seit ewigen Zeiten, Dreitausender wie der Große Möseler, Turnerkamp, Rossruggspitze, das Schönbichler Horn, Futschaglspitze und die Hornspitzen mit der Berliner Spitze zuoberst. Das Haus ist natürlich Ziel und Raststation von bergaktiven Menschen jeder Art, wie Hochtouren-Gehern, Kletterern, Ein-Tages- und Weitwanderern, die etwa auf dem Berliner Höhenweg unterwegs sind, sowie Ski-Bergsteigern und Schneeschuh-Wanderern. Es sollte aber auch Ziel von Menschen sein, die Berg schauen und aus der Distanz spüren wollen. Und Menschen, die Alpinhütten-Geschichte in sich aufsaugen wollen, die sich für die architektonische Beschaffenheit von Schutzhäusern begeistern können, sollten erst recht auf die Berliner Hütte gehen.   brightcove.createExperiences();
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