Beim Aufstieg aufs Hornischegg öffnet sich der Blick auf die markanten Gipfel der Sextner Dolomiten.

Zwischen Alpinisteig und Grenzkamm: Bergtage in Sexten in den Dolomiten

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4 Min.
05.08.2026

Foto: Bergwelten

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Ein langer Klettersteigtag, ein aussichtsreicher Grenzkamm und viel Südtiroler Hüttenküche: Diese Bergtage in Sexten verbinden den Alpinisteig mit einer Panoramawanderung am Helm – und lassen sich dank Seilbahnen flexibel planen.

Inhalt

  1. Tag 1: In Sexten ankommen

  2. Tag 2: Über den Alpinisteig zu den Rotwandwiesen

  3. Tag 3: Auf dem Karnischen Kamm

  4. Tipps zur Anreise und Planung

Diese Bergtage sind wie gemacht für alle, die Dolomitenfels und weite Kammwege verbinden wollen: Tag 1 beginnt entspannt in Sexten, Tag 2 führt über den Alpinisteig und Tag 3 auf den Karnischen Kamm. Wichtig: Der Alpinisteig ist lang, hochalpin und verlangt Klettersteigerfahrung, Schwindelfreiheit und eine sehr gute Kondition.

Tag 1: In Sexten ankommen

Bevor es am nächsten Morgen früh ins Fischleintal geht, lohnt sich ein kurzer Besuch im Haus der Berge. Das interaktive Besucherzentrum stimmt auf die Sextner Dolomiten ein; von der Panoramaterrasse blickt man direkt auf die Sextner Bergsonnenuhr. Den ersten Abend lässt man am besten bei einem Aperitivo in der Mühle und anschließend beim Abendessen im Hotel Holzer ausklingen.

Tag 2: Über den Alpinisteig zu den Rotwandwiesen

Für den Alpinisteig klingelt der Wecker deutlich vor dem Frühstück. Gegen 6 Uhr geht es gemeinsam mit dem Bergführer vom Hotel durch das Fischleintal in Richtung Zsigmondyhütte.
Der frühe Start hat einen guten Grund: Für die gesamte Runde bis zu den Rotwandwiesen sollte man mit mehr als siebeneinhalb Stunden reiner Gehzeit rechnen. Mit Pausen wird daraus schnell ein neunstündiger Bergtag. Gerade im Sommer ist es sinnvoll, die langen und ausgesetzten Passagen vor einer möglichen Gewitterentwicklung am Nachmittag hinter sich zu bringen.

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Auch die Richtung passt perfekt: Am Ende bringt die Kabinenbahn müde Bergbeine von den Rotwandwiesen zurück ins Tal. Wer die Tour umgekehrt mit der Bahn beginnen möchte, ist dagegen an deren morgendliche Betriebszeit gebunden.

Frühstück auf der Zsigmondyhütte

Der erste längere Stopp ist die Zsigmondyhütte auf 2.224 Metern. Sie liegt eindrucksvoll unter den Felswänden der Sextner Dolomiten – und genau richtig für ein zweites Frühstück. Aus der großen Siebträgermaschine kommt guter italienischer Kaffee, dazu gibt es warme Cornetti und reichhaltigere Frühstücksvarianten. Vor dem langen Weg über den Alpinisteig sollte man die Gelegenheit zur Stärkung nutzen.
Unser Tipp: Wer den Klettersteigtag entspannter angehen möchte, steigt bereits am Vortag durch das Fischleintal zur Zsigmondyhütte auf und übernachtet dort. So startet man am nächsten Morgen direkt von der Hütte in den Alpinisteig.

Nicht vom A/B täuschen lassen

Von der Zsigmondyhütte geht es auf den Alpinisteig, italienisch Strada degli Alpini. Der historische Steig wurde im Ersten Weltkrieg angelegt und führt über schmale, teilweise in den Fels gesprengte Bänder durch die steilen Wände der Sextner Dolomiten. Der Steig ist mit A/B bewertet. Meist handelt es sich um gesichertes Gehen – allerdings sehr ausgesetzt und über viele Stunden. Genau das macht den Alpinisteig anspruchsvoll: nicht eine einzelne schwierige Kletterstelle, sondern die Länge, das hochalpine Gelände und die dauerhaft notwendige Konzentration.
Je nach Schneelage können auch im Sommer vereiste Passagen oder Schneefelder warten. Vor dem Start deshalb unbedingt Wetter, aktuelle Begehbarkeit und Ausrüstung prüfen. Wer noch wenig Erfahrung mit langen alpinen Klettersteigen hat, ist mit einer Bergführerin oder einem Bergführer gut beraten. Wir waren mit Daniel Rogger von der Alpinschule Sexten Drei Zinnen unterwegs.

Endspurt zu den Rotwandwiesen

Nach dem Alpinisteig führt die Route weiter zu den Rotwandwiesen. Der Abschnitt von der Zsigmondyhütte über den historischen Steig umfasst rund neun Kilometer, etwa 600 Höhenmeter im Aufstieg und rund 900 Höhenmeter im Abstieg.
Für die letzten Kilometer sollte man noch ausreichend Reserven einplanen. An den Rotwandwiesen dürfen die müden Beine schließlich in der Kabinenbahn ausruhen. Die Talfahrt macht aus der langen Überschreitung eine stimmige Tour von A nach B – und erspart zusätzliche Abstiegshöhenmeter.

Tag 3: Auf dem Karnischen Kamm

Nach dem langen Klettersteigtag darf der nächste Morgen etwas gemütlicher beginnen. Die Seilbahn bringt einen hinauf zum Stiergarten, wo grüne Almböden und weite Ausblicke statt schmaler Felsbänder warten.
Vom Stiergarten lohnt sich zunächst der Aufstieg auf das Hornischegg. Der Gipfel lässt sich zwar umgehen, doch das wäre schade: Auf der einen Seite reicht der Blick über den Karnischen Hauptkamm, auf der anderen stehen die hellen Felstürme der Sextner Dolomiten. Bei klarer Sicht öffnet sich das Panorama weit in die österreichische Bergwelt.
Vom Hornischegg folgt man dem Grenzkamm weiter in Richtung Helm. Direkt am Weg liegt die Sillianer Hütte auf 2.447 Metern – ein guter Platz für einen kurzen Zwischenstopp, bevor später die ausgiebigere Einkehr auf der Hahnspielhütte wartet.

Wandern auf der Grenze

Zwischen Sillianer Hütte und Helm folgt die Route über weite Strecken der Grenze zwischen Italien und Österreich. Alte Grenzsteine, verfallene Zollgebäude und teilweise in den Berg gebaute Anlagen erzählen von der bewegten Geschichte des heute so friedlichen Höhenwegs. Am Helmgipfel steht das historische Helmhaus, ein ehemaliges Grenz- und Militärgebäude, das heute neu belebt wird. Der Gipfel ist zugleich einer der großen Aussichtspunkte des Hochpustertals.
Die Wanderung ist technisch deutlich einfacher als der Alpinisteig. Für den welligen Kammweg sollte man trotzdem genügend Zeit einplanen – nicht zuletzt, weil die Aussicht immer wieder zum Stehenbleiben verführt.

Einkehr mit Dolomitenblick

Zur Mittagszeit wartet die Hahnspielhütte am Fuße des Helms. Von ihrer Terrasse blickt man direkt auf die Gipfel der Sextner Bergsonnenuhr. Auf unseren Tellern landeten ein Knödeltris und hausgemachte Tagliatelle mit Bergkräutern und Latschenkiefer, dazu Hirschragout. Das Urteil nach zwei aktiven Bergtagen fiel ziemlich eindeutig aus: Für diese Einkehr sollte man ruhig etwas mehr Zeit einplanen.

Reinhold Messner zwischen Kunst und Bergen

Von der Hahnspielhütte führt der Weg weiter zur Bergstation Helm. Dort befindet sich das Reinhold Messner Haus in einer ehemaligen Seilbahnstation. Es ist weniger klassisches Museum als ein Ort für Kunst, Kultur, Nachhaltigkeit und die Frage, wie der Mensch den Bergen begegnet. Zu sehen sind auch persönliche Objekte aus Messners Expeditionen.
Der Besuch passt gut ans Ende des Bergtages: Nach den Stunden draußen verschiebt sich der Blick noch einmal – von Gipfeln und Wegen zu den Geschichten und Menschen dahinter. Auch uns bleibt das Haus als eine der eindrucksvollsten Stationen in Erinnerung.
Für den Rückweg gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer die Beine schonen möchte, fährt mit dem Helmjet nach Sexten. Wer noch Reserven hat, verlängert den Tag zu Fuß – je nach Wetter und verfügbarer Zeit über die Lärchenhütte oder in Richtung Waldkapelle.

Tipps zur Anreise und Planung

Sexten funktioniert gut ohne Auto: Mit der Bahn geht es bis Innichen, von dort fährt die Buslinie 446 weiter nach Sexten. Von Wien bietet sich die Verbindung mit dem Railjet über Lienz an.
Für den Alpinisteig sollten Bergführer und Klettersteigausrüstung – bei einer zusätzlichen Hüttenübernachtung auch der Schlafplatz – frühzeitig reserviert werden. Vor beiden Bergtagen außerdem Seilbahnzeiten, Wetter und den aktuellen Zustand der Wege prüfen. Besonders am Alpinisteig können Schneelage und Begehbarkeit die Planung beeinflussen.
Hinweis: Dieser Artikel entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit der Region Sexten – 3 Zinnen Dolomites entstanden.

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