5 Fragen an Bergmenschen

Nadine Wallner: „Ich betrachte diese Zeit als ein Geschenk“

Interview • 1. April 2020
von Sissi Pärsch

Nadine Wallner, 30, ist zweifache Gewinnerin der Freeride World Tour und bereist das halbe Jahr den Globus, auf der Suche nach frischem Powder. Mittlerweile macht die Red Bull-Athletin und Bergführer-Aspirantin aber auch mit anspruchsvollen Kletterprojekten auf sich aufmerksam. Wir haben nachgefragt, womit sie nun ihre Zeit daheim verbringt und wie sie ihren Körper und Geist fit hält.

Nadine Wallner ist Freeride Doppel-Weltmeisterin und lebt für die Berge
Foto: Mirja Geh / Red Bull Content Pool
Nadine Wallner ist Freeride Doppel-Weltmeisterin und lebt für die Berge

Bergwelten: Wo bist du gerade?

Ich bin im Moment zuhause am Arlberg, nahe meinem kleinen Heimatdorf Klösterle.

Wie gestaltet sich nun dein alltägliches Leben?

Ich verbringe meinen Alltag größtenteils und nutze die Zeit nun meine Wohnung ein bisschen heimeliger zu gestalten. Ich bin ja beruflich soviel unterwegs, dass mir sonst einfach die Zeit für solche Dinge fehlt. Ich miete zwar schon seit drei Jahren diese Wohnung, habe mir aber erst vor einem Jahr ein Bett und eine Couch zugelegt (lacht). Das wird sich nun in den nächsten Wochen ein wenig ändern.

Wie holst du dir denn die Berge nach Hause?

Es ist einerseits bitter, die Berge so direkt vor der Nase zu haben und sie von der Terrasse aus beobachten zu können. Aber ich betrachte diese Zeit in den eigenen vier Wänden gerade als ein Geschenk, denn sonst würde ich sie mir vermutlich nicht dafür nehmen.

Nadine Wallner liebt steile Lines und tiefen Powder
Foto: Mirja Geh / Red Bull Content Pool
Nadine Wallner liebt steile Lines und tiefen Powder

Wie hältst du deinen Körper und Geist gerade fit?

Das gute Wetter und die frische Luft auf meiner Terrasse sind sehr wohltuend. Es könnte ja auch die ganze Zeit über regnen oder schneien und man könnte überhaupt nicht mehr vor die Türe gehen. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, um sich fit zu halten – ich persönlich betreibe gerade viele Workouts mit meinem Körpergewicht und beschäftige mich viel mit Yoga und Meditation.

Wovon träumst du, wenn du an die Berge denkst?

Von einer sorglosen und unbekümmerten Zeit – die Berge sind für mich Zufluchtsorte.

Mehr zum Thema

Bergwelten stellt 5 Fragen an die bayerische Bergsteigerlegende Hermann Huber
Eines ist sicher: Wir alle verbringen nun viel Zeit daheim und nicht draußen. Doch die Berge können wir uns auch nach Hause holen. Wege, wie man das schafft, gibt es wohl ganz viele: Vom Stubenhocker bis zum Bergfex – wir stellen nun täglich 5 Fragen an Menschen aus dem Bergwelten-Umfeld und gewähren euch so Einblick in ihren neuen Alltag innerhalb der eigenen vier Wände. Den Anfang macht die bayerische Bergsteigerlegende Hermann Huber. Mit seinen 89 Jahren ist er immer noch extrem aktiv – nur aktuell eben nicht in den Bergen.
Wir haben Freeskier Fabio Studer 5 Fragen zum neuen Alltag zuhause gestellt
Fabio Studer, 33, ist Freeskier der ersten Stunde: Durch Videoparts in den legendären Filmproduktion von Legs of Steel oder Ragefilms wurde der Smith-Athlet weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Zuletzt konnte er bei der Freeride World Tour sein Können im Backcountry unter Beweis stellen. Wir haben ihm 5 Fragen gestellt, wie nun sein Alltag ohne die Berge und frischem Powder aussieht.
Das Schweizer Aushängeschild des Freeski-Sports: Andri Ragettli
Der Schweizer Freeskier Andri Ragettli, 21, lebt für die Berge und das Skifahren: Teilnehmer an den Olympischen Spielen, zweifacher Bronze-Medaillen-Gewinner bei den X-Games in Aspen und erster Mensch, der eine Quad Cork 1800 auf zwei Skiern landen konnte. Wir haben ihm 5 Fragen gestellt, wie nun sein Alltag ohne Freeskiing aussieht.

Bergwelten entdecken