Bergwelten Schweiz

Instagram-Interview: Fotograf Marco Bäni

Interview • 14. Juni 2017
von Simon Schöpf

Wer das aktuelle Bergwelten Schweiz (Frühjahr/Sommer 2017) aufschlägt, der findet ganz vorne im Panorama einen der schönsten Plätze in der Schweiz: das Dörfchen Grevasalvas im Engadin. Der Mann hinter der Linse: Der Graubündner Marco Bäni. Wir haben den Schweizer Polygrafen zum Interview gebeten, 3 Bergfoto-Tipps inklusive!

Am Piz Grevasalvas im Engadin
Foto: Marco Bäni
Ein früher Sommermorgen bei Grevasalvas im Engadin. Links der Piz Lagrev.

Bergwelten: Dein Foto ist doppelseitig ganz vorne im aktuellen Bergwelten Schweiz Magazin abgedruckt. Erzähl uns doch kurz die Geschichte, wie es zu dem Shot kam.

Marco Bäni: Wir fuhren am Abend vorher zu einem Fotografen, der uns an einen wundervollen Ort mitnehmen wollte. Wir standen um etwa vier Uhr auf, fuhren mit dem Auto los und wanderten noch eine Weile. Als wir am Spot ankamen, war ich schon fasziniert! Aber als dann auch noch die Sonne kam, und alles perfekt aussah mit den Wolken, davon träumt einfach jeder Fotograf!

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Mein Vater war begeisterter Fotograf, so hab ich das quasi übernommen. Schon früh hatte ich eine Kamera in der Hand und wollte immer mehr ausprobieren. Mich faszinierte die Natur schon immer! So hab ich mir fast alles selbst beigebracht, oder fragte eben meinen Vater.

Deine 3 Tipps für ein wirklich gelungenes Bergfoto?

  • Das Licht muss stimmen! Dazu muss man schon mal in Kauf nehmen, um 3 oder 4 Uhr aufzustehen!
  • Spielen mit der Bildkomposition. Objekte gut platzieren.
  • Kreativität – Jedes Bild sieht anders aus. So darf man auch mal eine Nahaufnahme machen oder eine ganz weitwinklige! Da sind keine Grenzen gesetzt.

freedom! @jannisrichli

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Was ist dein Lieblings-(Berg)-Fotoplatzerl in der Schweiz?

Die Saxer Lücke ist was ganz besonderes. Und sonst natürlich die Bündner Berge!

Welche Sujets lichtest du am liebsten ab?

Bergseen, Berggipfel und die Weite der Landschaft.

light it up and let it shine

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Mit welcher Ausrüstung arbeitest du? Must-Haves?

Ich arbeite mit Canon und meistens mit drei L-Objektiven. Ein absolutes Must-Have in den Bergen ist ein Stativ! Und natürlich ein gutes Filter-Set, um coole Stimmungen mit Langzeitbelichtung oder mit dem Verlaufsfilter einzufangen.

Was ist deine Instagram-Post-Hauptmotivation?

Eigentlich ist es mir nicht sehr wichtig, wieviele Likes ich auf meine Posts bekomme. Meine Hauptmotivation besteht darin, draussen in der Natur zu sein und die Bergwelt zu bestaunen. Natürlich finde ich es auch toll, meinen Followern die wunderschöne Welt durch meine Bilder zu zeigen!

Dein Instagram-Success-Secret?

Fleissig gute Bilder posten und dem Hauptgebiet treu bleiben. Es kommt nicht sehr gut an, einmal eine Landschaft, einmal ein Urban Shot, etc. zu posten. Die Follower dürfen nicht gelangweilt werden. Sie wollen immer bessere Sachen sehen.

Wenn du dich entscheiden müsstest … welches ist das eine, absolute Lieblingsfoto auf deinem Account?

Brennende Tre Cime! Als wir in der Berhütte unsere Bilder anschauten und einen Film guckten, fing plötzlich unser Zimmer an zu leuchten. Schnell rannten wir zum Fenster und sahen, wie die Sonne doch noch durch die Wolken durchschien, genau während des Sonnenuntergangs! Unsere Hoffnung für einen gelungenen Sunset-Shot war doch fast schon verloren ... Und dann das!

Und welches Bild im @bergwelten-Account?

Cerro Torre! Das Bild hat mich grad gepackt! Da muss ich unbedingt einmal hin! Fantastisches Bild!

Follower für die Welt: Diesen 3 Instagrammern sollten alle Bergliebhaber folgen!

Unbedingt:

Gibt es einen Shot, von dem du schon ewig träumst, aber noch nie in den Kasten bekommen hast?

Es gibt so viele Orte, von denen ich träume! Aber noch nie die Zeit hatte, überall hinzureisen. Die besten Shots entstehen sowieso dann, wenn alles stimmt. Da spielt der Standort nicht die Hauptrolle.

Danke Marco für das Interview und viel Vergnügen in den Bergen!

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