
Drei Tage, drei Tiroler Kletterklassiker
Foto: Stefan Filzmoser
„Pumprisse“, „Tschechenplatte“ und „Locker vom Hocker“: Die drei alpinen Riss-Klassiker im Tiroler Kalk sind der Traum vieler Kletterer und Kletterinnen. Die Routen haben abgesehen von ihrer Schwierigkeit und der alpinen Absicherung vor allem historischen Wert. Die Kletterer Martin Sieberer und Hannes Hohenwarter stellen uns die einzigartige Trilogie vor.
Die „Pumprisse“ (Schwierigkeitsgrad 7) im Wilden Kaiser wurden 1977 durch Helmut Kiene und Reinhard Karl erstmals durchstiegen. Sie durchbrachen die bis dahin sechsstufige UIAA-Schwierigkeitsskala und wurden mit dem 7. Grad bewertet.
„Locker vom Hocker“ (8) an der Schüsselkarspitze im Wettersteingebirge gilt als eine der ersten Routen im alpinen 8. Grad und wurde von Wolfgang Güllich und Kurt Albert 1981 erstbegangen.
Die „Tschechenplatte“ (8-) im Karwendel wurde 1979 vom tschechischen Trio Jiri Novak, Pavel Krupka und Jan Doubal erstbegangen und einige Jahre später von Heinz Zak „rotpunkt“ – also ohne Sturz, Ausruhen im Seil oder Hohziehen im Seil – geklettert.
Martin Sieberer und Hannes Hohenwarter sind im Spätsommer mit Fahrrad und Zug von Route zu Route gefahren und haben die drei Klassiker an drei Tagen durchstiegen. Jetzt nehmen sie uns mit auf eine Fotoreise.

Wer beginnt? Martin hat gewonnen und startet im Vorstieg in die Route „Locker vom Hocker“
Foto: Hannes Hohenwarter

Die erste Seillänge der Route erfordert vor allem mentale Stärke
Foto: Hannes Hohenwarter

Martin kommt in „Locker vom Hocker“ trotz des teils feuchten Felses gut voran
Foto: Christian Pflanzelt

Martin in der ersten Länge von „Locker vom Hocker“
Foto: Christian Pflanzelt

Hannes in der dritten Seillänge – allein für die Aussicht lohnen sich die Strapazen schon
Foto: Christian Pflanzelt

Hannes im sogenannten Plattenmeer
Foto: Christian Pflanzelt

Die erste Route ist geschafft, mit dem Bike geht's – noch voller Energie und Motivation – durchs Hinterautal Richtung Hallerangerhaus
Foto: Martin Sieberer

Unterwegs genießen wir die Abendstimmung am Lafatscherjoch
Foto: Stefan Filzmoser

Die Trails hier gestalten sich mühsam und steil
Foto: Stefan Filzmoser

Mit den vollbepackten Bikes müssen wir auch einige Schiebemeter einlegen
Foto: Stefan Filzmoser

Der nächste Tag verspricht allerdings keine Erholung: Die Tschechenplatte wartet
Foto: Stefan Filzmoser

Hannes im Nachstieg in der zweiten Seillänge der Tschechenplatte
Foto: Stefan Filzmoser

Hannes im Vorstieg in der fünften Seillänge der Tschechenplatte
Foto: Stefan Filzmoser

Im Felsmeer: Hannes befindet sich noch immer in der fünften Seillänge
Foto: Stefan Filzmoser

Nur noch wenige Meter bis zum Ausstieg
Foto: Stefan Filzmoser

Dieses war der zweite Streich – weiter geht's durch das Kaisertal in Richtung Stripsenjochhaus
Foto: Martin Sieberer

Tag 3: Am „Hundebahnhof“ vor der ersten Seillänge der „Pumprisse“ bleibt Zeit für ein Selfie, bevor es losgeht
Foto: Hannes Hohenwarter

Martin kurz vor der Stelle „Pump und Sturz“ in der ersten Seillänge der „Pumprisse“
Foto: Andreas Gumpenberger

Martin „genießt“ die Risse
Foto: Stefan Filzmoser

Martin versenkt ein großes Klemmgerät im breiten Riss
Foto: Stefan Filzmoser

Hannes in der vierten und vorletzten Seillänge
Foto: Stefan Filzmoser

Sichtlich glücklich am Stand vor der letzten Länge der „Pumprisse“
Foto: Stefan Filzmoser

Nur noch wenige Klettermeter trennen Martin vom Ausstieg und vom Ende des dreitägigen Abenteuers
Foto: Stefan Filzmoser
Wer beginnt? Martin hat gewonnen und startet im Vorstieg in die Route „Locker vom Hocker“
© Hannes Hohenwarter
Die gesamte Leidensgeschichte der beiden und mehr zu den drei Routen lest ihr hier: lensecapestories.com.
Die Kletterer
Der angehende Bergführer Martin Sieberer aus Innsbruck ist im alpinen Gelände daheim: Egal ob Fels, Schnee oder Eis, die mentale Herausforderung steht bei ihm im Vordergrund. Im Zuge von Expeditionen bereiste er schon einige Länder im Nahen Osten. Gemeinsam mit Simon Messner gelang ihm 2019 die schwierige Erstbegehung des Black Tooth (6.718 m) im Karakorum. Wenn er gerade nicht am Berg unterwegs ist, arbeitet er in einer Notschlafstelle und betreut wohnungslose Menschen.
Hannes Hohenwarter ist im Pinzgau geboren und aufgewachsen – und von klein auf in den Bergen unterwegs. Wenn er nicht gerade privat am Fels, im Schnee oder in der Luft unterwegs ist, trifft man ihn auch beruflich am Berg. Er arbeitet als Canyoning- und Bergführer und versucht im Zuge seiner Masterarbeit herauszufinden, wie sich Schnee eigentlich genau verhält, wenn er nass wird.

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