Paradiesische Wanderwege auf 1.394 m

Die schönsten Winterwanderungen rund um Nauders in Tirol

Touren-Tipps • 4. März 2016
von Helge Wassermann

In Nauders ist man hoch droben und nah dran: Die Tiroler Gemeinde liegt auf 1.394 m und es sind nur wenige Kilometer nach Südtirol und in die Schweiz. Der Bergwanderführer und MTB-Guide Helge Wassermann ist im Dreiländereck aufgewachsen und erzählt von seinem stillen Paradies.
 

Winterwandern in Nauders
Foto: Martin Lugger
Winterwandern in Nauders

In Nauders kommt einiges zusammen: Hier treffen sich drei Kulturen und die drei Länder Österreich , Italien und die Schweiz. Nauders, das Dorf am Dreiländereck, gehört zum Bezirk Landeck, und geographisch noch zum Vinschgau (Südtirol). Die Lage hat uns über Jahrtausende geprägt, denn hier verlief einst die Via Claudia Augusta, eine der wichtigsten Handelsstraßen zwischen Augsburg und dem Römischen Reich.
 
Heute leben wir auf einer paradiesischen Hochebene, umgeben von einer beeindruckenden Bergkulisse. Wir haben die Ausläufer der Ötztaler Alpen, gegen Süden erhebt sich die beeindruckende Ortlergruppe mit Ortler und Königsspitze. Gegen Südwest steht unser Hausberg, der Piz Lad, geographisch schon bei unseren Südtiroler Nachbarn anzusiedeln. Und dann gibt es noch diesen atemberaubenden Blick in die Schweizer Berge, auf den Piz Arina, Piz Mondin und die Mondintürmen – meine tägliche Aussicht am Morgen.
 

Touren am Tag und Touren im Dunkeln

Nauders ist vor allem als familienfreundliches Skiparadies bekannt. Mir haben es aber auch die zahlreichen Möglichkeiten für Winterwanderungen und Schneeschuhtouren ringsum angetan. Es ist jedes Mal aufs Neue grandios, wenn wir im Dunkeln mit Stirnlampe und Glühwürmchentee losstapfen und nur noch das Knistern unter den Schneeschuhen hören. Und tagsüber hast du diese unglaubliche Landschaft vor dir. Die schneegezuckerte Natur um Schwarz- und Grünsee ist Teil meiner frühesten Kindheit. Man entdeckt Spuren von Hirschen und Rehen, von Füchsen und Hasen – vor einigen Jahren waren sogar die Abdrücke eines Bären zu sehen.
 

Nauders
Foto: Helge Wassermann
Nauders

Das leibliche Wohl

In Nauders ist man generell gut aufgehoben – und auch besonders, wenn es ums Essen geht. Hat man nach einem Tag on Tour noch die Ausdauer und Sehnsucht nach mehr, empfehle ich eine wenig anstrengende Wanderung zum Berggasthof Parditsch – sie lohnt sich dreifach: wegen des Weitblicks ins Engadin, wegen der urigen Zirbenstube und wegen der Küche.
Ansonsten gehe ich sehr gern in den Gasthof Norbertshöhe mit seiner Auswahl an Wild, Fisch und heimischer Kost – der Koch ist experimentierfreudig und überrascht immer wieder gerne. Oder in den Goldenen Löwen: großartiges Essen im familiären Ambiente. Oder ins heimelige Alt Nauders mit seiner gut bürgerlichen Küche. Und das ist nur eine Auswahl...
Ich hatte das Glück, viel von der Welt zu sehen und  durfte einiges erleben. Mein Fazit: Hier in Nauders leben wir zur richtigen Zeit auf der richtigen Seite dieser Erde – in einem stillen Paradies.
 

Helge Wassermann in seinem Lieblings-Tourengebiet rund um Nauders
Foto: Helge Wassermann
Helge Wassermann in seinem Lieblings-Tourengebiet rund um Nauders

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