Zum Schmunzeln

Die lustigsten Bergnamen Österreichs

Historisches • 15. März 2019
von Mara Simperler

Wer schon mal einen Nachmittag mit dem Finger auf der Landkarte verbracht hat und dabei nicht aus dem Lachen rauskam, weiß, was jetzt kommt.

Bscheißer, Tannerheimer Tal
Foto: Philipp Schönauer
Der Bscheißer im Tannerheimer Tal

1. Bscheißer (1.998 m)

Tirol

„Der Bscheißer heißt so“, erzählte uns der Wanderführer Elmar Rief, „weil er ein hinterlistiger Sauhund ist“. Denn: Der Berg schickte den Bauern aus dem Tannheimer Tal Brocken aus Geröll auf die Weiden – die sie jedes Mal mühsam aufklauben mussten.

Die Tour auf den Bscheißer

2. Haariger Rücken

Tirol

Am Haarigen Rücken kommt man vorbei, wenn man die wenig besuchte Stallkarspitze überschreitet. Der Name hat aber wohl eher weniger mit der Behaarung des Bergrückens zu tun als mit seinem wilden und brüchigen Gelände. Eine haarige Angelegenheit.

3. Misthaufen (2.436 m) 

Vorarlberg

Dieser Berg in der Nähe von Dornbirn verdankt seinen Namen wahrscheinlich tatsächlich den bäuerlichen Misthaufen. Diese wurden früher in rechteckiger Form angelegt – und an sie erinnert die Form des gleichnamigen Berges.

Die Tour auf den Misthaufen

Skitouren • Vorarlberg

Misthaufen

Dauer
7:00 h
Anspruch
WS+ mäßig
Länge
8,2 km
Aufstieg
1.400 hm
Abstieg
1.400 hm

4. Arschlochwinkl

Steiermark/Oberösterreich

Man munkelt, die alte AV-Karte des Dachsteingebiets sei eine wahre Fundgrube für derbe Namen. Wieso das so ist? Als die Kartografen des Kaisers begannen, das Gebiet zu vermessen und zu bennennen, löcherten sie die örtlichen Bauern ständig mit Fragen nach Namen für diesen Berg und jene Senke. Die Ansässigen machten sich einen Spaß daraus, absurde Namen zu erfinden – die prompt in den Karten festgeschrieben wurden.
 

5. Metzenarsch (2.238 m) 

Tirol

Der alte Name der Kellenspitze lautete Metzenarsch, womit man den Allerwertesten einer käuflichen Dame bezeichnete. Die Umbenennung nahm ein Bergführer in der Bredouille vor. Als Königin Marie von Bayern sich das Panorama erklären lies, brachte der ortskundige Bergführer den obszönen Namen nicht über die Lippen – und erfand einen neuen.  
 

6. Taumata­whakatangihanga­koauau­o­tamatea­turi­pukaka­piki­maunga­horo­nuku­pokai­whenua­ki­tana­tahu (305 m) 

Neuseeland

Einen Ehrenplatz bekommt der Berg mit dem wahrscheinlich längsten Namen der Welt. In der Sprache der Maori bedeutet der Name „Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte.“ Umgangssprachlich wird der Berg aber Taumata genannt.

Weitere Bergnamen zum Schmunzeln

Aus unterschiedlichen Quellen gingen bei uns noch massenhaft witzige Bergnamen ein, hier eine Auswahl (ohne Gewähr):

  • „Wampeter Schrofen” (2.511 m) im Zugspitzgebiet
  • Der „Kotzen” bei der Mondscheinspitze und Ludernwände nähe Tölzer Hütte
  • „Stinkereck” und „Stinkergraben” beim Tegernsee
  • Die „Möslalm” bei Absam in Tirol
  • Das „Böse Weibele” (2.521 m) in den Villgratner Bergen, Osttirol
  • Der „Große Möseler” (3.480 m) in den Zillertaler Alpen, Tirol
  • Die „Kackenköpfe” in den Allgäuer Alpen beim Hohen Ifen
  • Die „Rammelspitz” bei Molln, Oberösterreich
  • Der „Kniebeisser” am Hochkönig
  • „Upsspitze“ (2.332 m), Ammergauer Alpen, Tirol

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