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Was gibt es Neues?

7 Dinge für den Frühling 2022

• 4. April 2022
von Gerald Valentin

Warme Sonnenstrahlen und sprießende Natur lassen selbst den schönsten Winter vergessen und locken uns hinaus ins Freie. Damit der erste Radausflug oder die Frühlingswanderung noch mehr Freude machen, präsentiert unser Ausrüstungsexperte Gerald Valentin sieben neue Produkte. Ob intelligenter Helm, innovative Schuhe oder Massagegerät – in dieser Saison für alle etwas dabei.

Produktneuheiten für den Frühling 2022
Foto: Bergwelten
Produktneuheiten für den Frühling 2022
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1. Good Vibes

BLACKROLL Fascia Gun
Foto: BLACKROLL
BLACKROLL Fascia Gun

Willst du dir eine wohltuende Massage gönnen oder nach dem Sport einem Muskelkater vorbeugen? Wenn ja, verhilft eine Vibrationsmassage zur gewünschten Entspannung. In der manuellen Therapie ursprünglich durch Zittern mit den Händen durchgeführt, gibt es heute unzählige Massagetools auf dem Markt. Massagepistolen und vibrierende Faszienrollen zählen zu den beliebtesten Produkten. Bei der Vibrationsmassage wird das Gewebe durch Schwingungen wohltuend stimuliert und mehrdimensional in Bewegung versetzt. Durch die Vibration entspannt sich das Gewebe selbst in größeren Tiefen, sodass Verklebungen und muskuläre Irritationen gut gelöst werden. Je nach Frequenz wirkt die Vibrationsmassage aktivierend oder entspannend.

Mit vier Massagestufen erfüllt die Fascia Gun viele Bedürfnisse. Sie löst Muskelverhärtungen, fördert die Durchblutung und verbessert die Regeneration. Mit vier austauschbaren Aufsätzen kann man eine Verspannung punktuell behandeln oder ein allgemeines Wohlgefühl bewirken. Die Massagepistole kommt mit einem Lithium-Ionen-Akku und gefällt durch das handliche Design. Die Motorstärke überzeugt und verliert selbst bei kraftvollem Einsatz nicht an Energie. Doch Vorsicht, bei dieser Vibrationsmassage herrscht Suchtgefahr.

2. Anpassbar

TECNICA Magma Mid S GTX
Foto: TECNICA
TECNICA Magma Mid S GTX

Die italienische Schuhmanufaktur Tecnica erweitert für den Frühling ihre Kollektion durch ein halbhohes Speedhiking-Modell. Der Magma Mid S GTX gefällt mit geringem Gewicht und innovativer Konstruktion. Das Obermaterial besteht aus wasserabweisendem und leicht zu reinigendem Polyamidgewebe. Da jeder Fuß anders ist, bietet Tecnica die Möglichkeit einer individuellen Anpassung. Dabei wird der Schuh unter Vakuum thermisch geformt und an die individuelle Fußform angepasst. Dadurch gewöhnt man sich schneller an den Schuh und es verringert sich die Bildung von Druckstellen oder Blasen. Das Sohlenprofil ist von MTB-Reifen inspiriert und bietet guten Grip sogar auf nassem Untergrund. Zum präzisen Steigen am Fels ist die Vibram-Sohle jedoch weniger gut geeignet.

Wer sich durch den halbhohen Schaft eine zusätzliche Knöchelunterstützung erwartet, wird enttäuscht sein. Der Midcut-Schnitt schützt den Knöchel vor spitzen Steinen und verhindert, dass kleine Steine ins Innere gelangen, die statische Wirksamkeit des Schaftes ist jedoch beschränkt. Eine Membran aus dem Hause Gore verhindert, dass Wasser ins Innere gelangt. Bei warmen Temperaturen ist dank Gore-Tex jedoch Schwitzen angesagt.  

Im Einsatz gefällt der Magma Mid S GTX durch seine Leichtigkeit und ausnehmend gute Passform. Die relativ weiche Sohle verhilft dem Schuh sogar zu akzeptablen Laufeigenschaften. Die im Fersenbereich verbreiterte Sohle gewährt auf abschüssigen Trails und bei heiklen Querungen gute Stabilität. Aber nicht nur Runner und Speedhiker, auch genussorientierte Wanderer werden sich an diesem Schuh erfreuen.

3. Luxuriös

NEMO Stargaze Recliner Luxury Chair
Foto: NEMO
NEMO Stargaze Recliner Luxury Chair

Der Stargaze Recliner Luxury Chair ist ein Must-have beim Campen, beim Badeausflug oder beim Picknick im Grünen. Mit diesem Teil hat der US-amerikanische Hersteller Nemo einen Stuhl kreiert, der seinesgleichen sucht. Das technische Highlight des Stargaze ist die flexible Aufhängung des Gurtbandes. Durch Gewichtsverlagerung kann damit eine sitzende oder halb liegende Position eingenommen und sogar ein wenig geschaukelt werden. Der schwingende Campingstuhl vermittelt selbst auf unebenem Boden Stabilität und ist mit 150 kg belastbar. Er verfügt über eine verstellbare Kopfstütze, einen Getränkehalter und eine Tasche, in der man kleine Gegenstände immer griffbereit hat. Der Stargaze wird mit einer Tragetasche mit Schultergurt geliefert. Da das Alu-Gestänge mit einem Gummizug verbunden ist, gelingt der Aufbau mit wenigen Handgriffen. Auch der Abbau und das Verstauen des Stuhls ist kinderleicht.

4. Generation Zukunft

SALEWA Ortles Couloir
Foto: SALEWA
SALEWA Ortles Couloir

Salewa präsentiert mit dem neuen Ortles Couloir einen futuristisch anmutenden Bergschuh für Alpinisten. Mit 725 g ist dieser Schuh ein wahres Leichtgewicht, was sich speziell bei langen Unternehmungen angenehm bemerkbar macht. Die Sohle ist steif genug, um einer Steigeisenbindung sicheren Halt zu bieten, der gummierte, umlaufende Rand schützt den Schuh vor spitzen Steinen oder den Zacken der Steigeisen. Ein technischer Clou ist der Kohlefaserrahmen, der über ein Scharnier mit dem Schuh verbunden ist. Dieser soll das Sprunggelenk unterstützen und den Knöchel vor Schlägen schützen. Ob sich diese besondere Konstruktion auch langfristig durchsetzt, wird sich zeigen.

Während die eng geschnittene Zehenkappe breiteren Füßen nur bedingte Bequemlichkeit bietet, steht der Innenschuh für hohen Tragekomfort. Dieser ist aus robustem Nylon gefertigt, das Futter besteht aus synthetischem Thermofilz. Der Zehenbereich erhält eine Extrafütterung, eine wasserdichte und zugleich atmungsaktive Membran soll den Fuß trocken halten. Der Innenschuh ist zu schnüren, während der Außenschuh über einen wasserfesten Reißverschluss verschlossen wird. Am Schaft schützt eine elastische Gamasche vor Schnee und Eis.

Fazit: Kein Schuh für Otto Normalverbraucher, sondern ein Teil für wirkliche Experten.

5. Trekkingrucksack

OSPREY UNLTD Antigravity 64
Foto: OSPREY
OSPREY UNLTD Antigravity 64

Beim Trekking ist man mehrere Tage lang abseits der Zivilisation unterwegs. Dazu ist es notwendig, die gesamte Ausrüstung im Rucksack mitzunehmen. Das Volumen des Rucksackes beginnt bei derartigen Unternehmungen bei 40 bis 50 Liter. Da das schwere Gewicht stundenlang geschultert werden muss, erlangt der Tragekomfort elementare Bedeutung. Die verschiedensten Tragesysteme haben gemein, dass ein Großteil des Gewichts über einen Hüftgurt auf das Becken übertragen wird.

Der kalifornische Hersteller Osprey vereint im Trekkingrucksack UNLTD AntiGravity 64 fast 50-jähriges Know-how mit innovativen Ideen und modernsten Technologien. Das Netzmaterial am Rücken sowie der dreidimensional-gedruckte Polster im Lendenbereich stehen für hohen Komfort und garantieren eine Belüftung. Die Polsterung des Hüftgurtes fördert ebenfalls die Ventilation und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Druckes, ohne dabei einzuengen. Die Rückenlänge kann selbstverständlich stufenlos verstellt werden. Wirklich praktisch ist das AutoLift-System, über welches die Schulterlänge während des Gehens angepasst werden kann. Die vielen Taschen und Öffnungen zeigen sich durchdacht, erlauben eine gute Verteilung der Ausrüstung und überzeugen in der Praxis. An Ausstattung mit dabei sind auch eine Regen- sowie eine maßgefertigte Reisehülle. Der Deckel verwandelt sich mit einem Handgriff in eine funktionelle Gürteltasche. Bei der Test-Tour lag der UNLTD AntiGravity 64 trotz 30 kg Beladung angenehm am Rücken. Das Tragesystem ist überzeugend gut, es hält den Rucksack stabil am Rücken, ohne Beklemmungen zu verursachen und absorbiert die Bewegungen des Oberkörpers.

6. Digitaler Helm

POC Ventral Air MIPS NFC
Foto: POC
POC Ventral Air MIPS NFC

Beim Mountainbiken oder bei der Ausfahrt mit dem Rennrad kann auch der beste Helm nicht vor einem Unfall schützen. Nach einem Crash zählt jede Sekunde und je besser die Ärzte über das Opfer Bescheid wissen, desto höher sind die Erfolgsaussichten der Behandlung. Ein Chip im POC Ventral Air Mips NFC liefert dem Rettungspersonal bereits am Unfallort lebenswichtige Informationen zu Blutgruppe, Vorerkrankungen oder Allergien. Zum Auslesen der Daten muss lediglich ein NFC-fähiges Smartphone an den Helm gehalten werden, Internet oder Telefonverbindung sind dazu nicht notwendig. Programmiert wird die Medical ID über eine kostenlose App.

Der digitale Kopfschutz basiert auf dem Modell Ventral Air, das in Sachen Belüftung seinem Namen alle Ehre macht. Dank ausgeklügelt angeordneten Öffnungen spürt man auch bei langsamem Tempo den Luftzug im Inneren. Gerade an heißen Tagen ist es sehr angenehm, wenn ein leichter Wind über die Kopfhaut streicht und für Abkühlung sorgt. In der Übergangszeit kann diese Ventilation zu viel des Guten sein, sodass ein Schlauchtuch übergestülpt werden muss. Dank funktionellem Verstellsystem lässt sich der Helm, der in drei Größen erhältlich ist, gut anpassen. Neben der Konstruktion aus Schale und Hartschaum verfügt der Ventral Air mit dem Mips-Sicherheitssystem auch über einen Mechanismus, der im Falle eines schrägen Aufpralls eine Verschiebung von 10–15 mm zulässt. Er kann die auf den Kopf wirkende Rotationskräfte reduzieren und schwere Verletzungen verhindern. Spezielle Pads an der Vorderseite des Helms ermöglichen die sichere Aufbewahrung der Sonnenbrille während der Fahrt.

Fazit: Ein Helm für Profis, an dem aber auch Freizeitbiker Gefallen finden.

7. Lieblingsteil

FJÄLLRÄVEN Vardag Jacket
Foto: FJÄLLRÄVEN
FJÄLLRÄVEN Vardag Jacket

Der Stoff G-1000 von Fjällräven blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück und gilt als Urgestein der Funktionsmaterialien. G-1000 besteht aus einem Gemisch aus Polyester und Baumwolle, zum Schutz vor Feuchtigkeit ist der Stoff mit Paraffin und Bienenwachs imprägniert.

Mit dem Vardag Jacket bringt Fjällräven ein Kleidungsstück, welches für den täglichen Gebrauch geeignet ist und sowohl in der freien Natur wie auch im Großstadtdschungel eine sehr gute Figur macht. Das Design des weit geschnittenen Teiles ist schlicht mit aufgesetzten Taschen und Metallknöpfen. Eine Innentasche mit Reißverschluss ist das einzige Zugeständnis an die Moderne. Das verwendete G-1000 HeavyDuty Eco ist recycelt und besonders strapazierfähig. Mit der Zeit wird der anfänglich bockige Stoff weich und erhält eine edle Patina. Die bequeme Jacke blockt Wind ab und punktet mit hoher Atmungsaktivität. Gut gewachst hält sie leichten Regen ab, die Imprägnierung sollte jedoch nach mehreren Wäschen erneuert werden. Jedenfalls besitzt das Vardag Jacket das Potenzial zum Lieblingsteil im Kleiderschrank.

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