Wir schnaufen einen steilen, mäandernden Pfad hinauf, der mit gelb und rot gestrichenen Holzpflöcken markiert ist – sie sind neben kleinen Steinpyramiden die einzigen Wegmarken, die die manchmal kaum erkennbaren Wege auf den Färöern anzeigen. Die Pflöcke markieren die alte postmansrutan von Bøur über den Gásadalsbrekkan nach Gásaldur auf der Insel Vágar: bis vor 15 Jahren die einzige Möglichkeit, das „Gänsetal“, wie Gásaldur übersetzt heißt, auf dem Landweg zu erreichen. Oben angekommen, präsentiert sich ein umwerfendes Panorama: Vor uns stürzt die Steilküste 400 Meter hinab ins graublaue Wasser. Aus dem Meer wachsen die Gipfel eines riesigen Gebirges, das unter der Wasseroberfläche liegt. Surreal in ihren Formen und wie mit der Schere geschnitten präsentieren sich die Inseln Tindhólmur, Gáshólmur und Mykines, wo fast nur Vögel leben. Schon bald sieht man das Dörfchen Gásaldur und kurz darauf den Wasserfall Múlafossur, der spektakulär über Hunderte von Metern ins Meer stürzt. In Serpentinen geht es abwärts zum Dorf. Zurück am selben Weg oder per Taxi.