„Der Cerro Torre ist der schwierigste Berg der Welt, diese 1.800 Meter hohen Wände sind nicht machbar!“ – zu dieser Einschätzung kommen die französischen Erstbesteiger des Fitz Roy, als sie 1951 vom 3.406 Meter hohen Gipfel hinüber zum Cerro Torre blicken. Nur acht Jahre später, am 30. Jänner 1959, soll dem Italiener Cesare Maestri gemeinsam mit dem Tiroler Toni Egger dann doch die vermeintliche Erstbesteigung des Cerro Torre gelingen. Vermeintlich, weil Maestri den Gipfelerfolg 1959 bis zuletzt nicht beweisen konnte. Erhebliche Widersprüche in seiner Schilderung der damaligen Expedition und die mangelhafte Ausrüstung zu der Zeit lassen Kritiker wie beispielsweise
Reinhold Messner an der Torre-Erstbesteigung zweifeln.
Keinen Raum für Zweifel lässt hingegen
Alpinlegende David Lama im Jahr 2012, als ihm gemeinsam mit Kletterpartner Peter Ortner die freie Besteigung des 3.128 Meter hohen Cerro Torre gelingt. In nur 24 Stunden kämpft sich Lama entlang der Kompressorroute die Südostwand des Torre hoch. Ein Gipfelerfolg, der nicht für möglich gehalten wurde – der Tiroler schreibt Alpingeschichte. Es sollte nicht der einzige Geniestreich des Ausnahmetalents bleiben.