Mountainbikerin fährt durch Wald

MTB- und E-MTB-Ratgeber: Darauf musst du beim Kauf achten

Ausrüstung & Technik
5 Min.
08.05.2026

Foto: Canyon

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von Sissi Pärsch

Das Mountainbike – ob mit oder ohne Motor – ist eines der grandiosesten Sportgeräte. Es bringt dich auf Berge und Hütten, auf Trails und durch Wälder. Den Wald vor lauter Bäumen sieht man hingegen beim Bike-Kauf oft nicht. Die MTB- und E-MTB-Auswahl ist riesig: All-Mountain oder Enduro? Light Assist oder starker Motor? Wie viel Geld, wie viel Zoll, welche Ausstattung? Wir verschaffen dir einen Überblick.

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1. Bike-Typen

Bevor du auf den Bike-Markt blickst, kehre in dich: Was hast du mit dem MTB oder E-MTB vor? Willst du lange Touren mit vielen Höhenmetern fahren? Wie hoch wird der Trail-Anteil sein und wie technisch magst du es? Deine Antworten entscheiden über den Bike-Typ:

Hardtail vs. Fully

Das Hardtail kannst du wortwörtlich nehmen: Es hat einen „harten“, also starren, ungefederten Hinterbau. Nur vorne findet sich eine Federgabel, die Schläge schluckt.

  • Nachteil: Dadurch wird es unbequemer.

  • Vorteil: Es ist leichter, effizienter, wartungsärmer und preiswerter.

  • Ideal für: Alle, die das MTB auf moderatem Untergrund fahren – eher wie ein Gravel-Bike, etwa auf Schotter oder Waldwegen.

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Fully ist eine liebevolle Abkürzung für Full Suspension. Du hast also eine Federung sowohl vorne als auch hinten.

  • Nachteil: Schwerer, teurer, komplexer.

  • Vorteil: Komfortabler, bessere Traktion, mehr Kontrolle.

  • Ideal für: Alle, die das MTB auf Trails fahren oder generell den Komfort und die Entlastung für den Körper auf langen Touren nicht missen möchten.

Die Bike-Kategorien

Du hast es sicher schon bemerkt: Fully ist nicht gleich Fully. Ausschlaggebend ist der Federweg – also jene Strecke, die die Federung vorne und hinten einfedern kann, wenn das Fahrrad über Wurzeln, Steine oder Schlaglöcher fährt. Je mehr Federweg ein Bike hat, desto besser schluckt es Unebenheiten und desto komfortabler fährt es sich im Gelände. Daraus ergeben sich verschiedene Bike-Kategorien für unterschiedliche Einsatzzwecke:

  • Cross-Country (XC): Das sind Bikes, die auf Speed ausgerichtet sind: Sie sind leicht, steif und kommen mit geringem Federweg (ca. 100-120 mm). Ideal für: Alle, die beim Kilometer- und Höhenmetersammeln auf die Uhr und nicht auf den Fahrkomfort schauen.

  • All-Mountain / Trailbike: Bringen ein paar Kilo mehr auf die Waage. Mit einem Federweg von etwa 130 bis 150 mm kommst du den Berg gut hoch und hast bergab auf Pfaden, Trails und selbst auf Schotter ein Bike, das schluckt und Fahrspaß bringt. Ideal für: Alle, die einen ausgeglichenen Allrounder für abwechslungsreiche Einsätze suchen.

  • Enduro: Diese Bikes sind nochmals schwerer, robuster und abfahrtsorientierter. Entstanden sind sie aus der Enduro-Renndisziplin, wo Anstiege mit technisch sehr anspruchsvollen Abfahrten kombiniert werden. Sie bringen einen Federweg von 160 bis 180 mm mit. Ideal für: Alle, die fortgeschritten und klar abfahrtsorientiert biken.

  • Downhill: Das extreme Ende. Mit diesen Bikes willst du nicht bergauf treten müssen – und dafür sind sie auch nicht ausgerichtet. Mit einem Federweg von 200 mm sind sie für die härtesten Trails gebaut. Ideal für: Die tiefschwarzen Strecken im Bikepark.

Tipps:

  1. Mehr ist nicht immer besser. Die Wahl des Federwegs hängt nicht nur vom Einsatzgebiet, sondern auch von deinem Gewicht ab.

  2. Die Federgabel und der Dämpfer am Heck lassen sich blockieren. So kannst du beim Bergauffahren oder auf langen Fahrten im Flachen per Lockout das Wippen und somit den Kraftverlust reduzieren.


2. Größe und Geometrie

Rahmengröße

Die passende Rahmengröße beziehungsweise die Geometrie mit Oberrohrlänge, Sitzwinkel etc. entscheidet nicht nur über den Komfort, sondern vor allem auch über die Kontrolle. Deshalb kann man dir nur raten: Setz dich drauf und mach eine Probefahrt! Viele Fachhändler bieten auch Ergonomie-Anpassungen an. Wenn du das Bike viel fahren willst, wird es dir dein Körper danken.

Tipp: Frauen beziehungsweise klein gewachsene Menschen sollten sich besonders viel Zeit nehmen und das MTB oder E-MTB akkurat einstellen lassen. Am besten suchst du dir einen Berater oder eine Beraterin, die deine Bedürfnisse versteht. Das reicht vom Sitzwinkel über den Sattel bis hin zur Einstellung des Bremshebels.

Reifengröße

Das 26-Zoll-Bike gehört der Vergangenheit an. Die meisten MTBs und E-MTBs rollen heute auf 29 Zoll großen Reifen. Die größeren Laufräder benötigen zunächst etwas mehr Kraft bei der Beschleunigung, rollen aber besser und sind laufruhiger. Allerdings sollten kleiner gewachsene Biker durchaus überlegen bzw. ausprobieren, ob sie nicht mit dem „Mittelmaß“ 27,5 Zoll (auch 650B genannt) glücklicher sind. Sie sind wendiger und lassen sich besser durch enge Kurven zirkeln.

Tipp: Der Luftdruck wird oft unterschätzt, dabei ist er ein einfaches und wichtiges Tuning-Tool. Bergauf bzw. im Flachen empfiehlt sich mehr Druck (um die 2,0 bar) als bergab – deshalb lassen Tourenbiker manchmal am Trail-Einstieg Luft ab, um besseren Grip und zusätzliche Abfederung zu haben. Je nach Fahrergewicht und Reifenbreite sind um die 1,5 bis 1,8 bar empfehlenswert.


3. Ausstattung

Du ahnst es: Hier gibt es endlose Diskussionen über Hersteller, Materialien und die kleinsten Details – ob auf den Trails oder in den Foren. Das sind die wichtigsten Punkte, die du bei deiner Entscheidung im Kopf haben solltest:

  • Schaltung: Egal von welchem Anbieter, beim MTB und E-MTB sind 1-fach Antriebe inzwischen Standard. Das heißt, du hast vorne nur ein Kettenblatt. Man muss also keinen Umwerfer mehr bedienen und die Kette springt nicht mehr herunter.

  • Vario-Sattelstütze (Dropper Post): Du hast einen Hebel am Lenker, mit dem du deinen Sattel herunterfahren kannst. Das gibt dir bergab mehr Freiheit und mehr Kontrolle. Ein absolutes Muss.


4. E-MTB Motoren

Nachdem du nun weißt, welche E-MTB-Kategorie zu dir passt, stellt sich nun natürlich auch die Frage nach dem Motor: Neben den Platzhirschen Bosch und Shimano haben sich einige weitere Hersteller am Markt platziert, etwa Avinox, Fazua, Mahle, Panasonic, Pinion oder TQ.

Im Antriebsbereich tut sich weiterhin viel: Drehmomente von rund 80 Nm, Spitzenleistungen von bis zu 700 Watt und Akkus mit Kapazitäten von bis zu 700 Wattstunden prägen die aktuelle Entwicklung. Gleichzeitig werden die Systeme leichter und kompakter. Neben dem breiten Allround-Segment finden sich zudem spezialisierte Lösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche.

  • Light bzw. Minimal Assist E-Bikes: Kleine, kompaktere Motoren und Akkus. Das E-Bike ist entsprechend leichter und bietet ein natürlicheres Fahrgefühl. Allerdings sind die Leistung und natürlich auch die Reichweite limitiert. Ideal für: Sportliche Fahrer, die mit weniger Unterstützung auskommen und ein agiles, leichteres Bike bevorzugen.

  • Full-Power E-Bikes: Natürlich macht das Wettrüsten auch vor dem E-MTB keinen Halt. Die neuesten Modelle kommen mit unglaublichen 150 Nm Drehmoment und 1.500 W Spitzenleistung – und lösen damit in der Branche Diskussionen und auch Befürchtungen aus.

Tipp: Zahlen sind nicht alles. Lass dir beim Kauf Zeit und teste unterschiedliche Motoren. Achte dabei auch auf Fahrgefühl, Dosierbarkeit, Geräuschlautstärke und eine intuitive App-Bedienung.


5. Der Preis

Sprechen wir zum Abschluss noch über den Preis. Und du ahnst es: Die Spanne ist riesig und natürlich gibt es nach oben kaum eine Grenze. Doch wo beginnt er? Im Einsteiger-Hardtail-Bereich findest du schon für 1.300 bis 1.500 Euro solide Modelle. Bei Fullys geht es eher ab 2.000 Euro los. Bei E-Bikes solltest du mit ca. 1.500 Euro mehr rechnen.

Tipp: Spare nicht an der falschen Stelle. Suche stattdessen nach Modellen aus dem Vorjahr oder erkundige dich, ob dein Arbeitgeber Dienstrad-Leasing anbietet.