Gaskocher
Gaskocher sind unkompliziert und am einfachsten zu bedienen. Gas verfügt über einen hohen Energiegehalt, ein sehr gutes Verhältnis von Heizwert zu Gewicht, verbrennt geruchsarm und rußfrei. In großer Höhe funktioniert Gas gut, der niedrigere Luftdruck erleichtert sogar die Verdampfung. Die Schwachstelle ist Kälte: Butan verdampft unter etwa 0 °C kaum noch, Isobutan ab rund −12 °C, nur Propan hält deutlich tiefere Temperaturen aus. Bei Frost sinkt die Leistung daher spürbar. Für Wintertouren empfiehlt sich Wintergas mit höherem Propananteil, ein Kocher mit Druckregler oder gleich ein Flüssigbrennstoffkocher.
Kartuschengas ist meist eine Mischung aus Propan, Isobutan und Butan, es gibt aber auch reine Butankartuschen. Bestimmte Hersteller bieten mehrere Gassorten für unterschiedliche Temperaturen an, etwa Sommer- und Wintergas.
Profi-Weitwanderin Christine Thürmer hat auf ihren Reisen meist Gaskocher dabei:
Gas ist am vielseitigsten, denn es brennt unglaublich effizient und sauber. Ein Plus ist die einfache Handhabung: Einen Gaskocher auf eine Kartusche zu schrauben, schafft man selbst im unterzuckerten Zustand.
Nachteil: Nicht in allen Ländern und an allen Orten ist das passende Gas erhältlich. Da es ein Gefahrgut ist, darf es nicht im Flugzeug transportiert werden.
Auch das Gewicht kann auf langen Touren zum Problem werden, gibt Profi-Weitwanderin Christine Thürmer zu bedenken:
Aufgrund der Explosionsgefahr kann man Gas nur in schweren Metall-Kanistern transportieren.
Benzin- bzw. Multifuel-Kocher
Bei unsicherer Versorgungslage für Gas ist ein Multifuel-Kocher die ideale Lösung. Diese Kocher können nicht nur mit Benzin, sondern je nach Modell mittels einer auswechselbaren Düse auch mit Diesel oder Kerosin betrieben werden (manche funktionieren sogar mit Gas).
Nachteil: Diese Kocher sind meist relativ laut, rußen gern, brauchen schon etwas Übung bei der Benutzung und müssen regelmäßig gewartet werden.
Beispiel: MSR Whisperlite™ International Benzinkocher.
Christine Thürmers Erfahrungen mit Benzin-Kochern:
Benzin brennt zwar ausgesprochen effizient und ist an jeder Tankstelle erhältlich, aber aufgrund der Explosionsgefahr sind die entsprechenden Kocher so robust und schwer, dass sie sich eher nur für Paddel- oder Radtouren eignen.
Mini-Ofen
Am Markt gibt es auch kompakte Mini-Öfen, die mit Holz und anderer Biomasse befeuert werden. In dem kleinen Ofen kann man wie bei einem normalen Ofen Holz, Pellets, Tannenzapfen etc. verheizen. Der eingebaute Thermogenerator wandelt einen Teil der Wärme in Strom um und kann über einen USB-Ladeausgang elektronische Gadgets versorgen. Große Sprünge sind damit nicht möglich: Das aktuelle Modell liefert laut Hersteller maximal 3 Watt.
Beliebt und bekannt ist z.B. die BioLite CampStove 2+.
Wer über mobile Öfen nachdenkt, sollte einen Blick auf den aktuellen Trend werfen: Falt- und schraubbare Holzöfen mit aufrollbarem Kaminrohr für sogenannte ‚Hot Tents‘ stammen ursprünglich aus der Jagdtradition in Alaska, erfreuen sich mittlerweile aber auch beim europäischen Wintercamping wachsender Beliebtheit.
Profi-Weitwanderin Christine Thürmer weist auf ein ganz simples Problembei der Verwendung von Holz hin:
Nach tagelangem Dauerregen ist kein geeignetes Brennmaterial zu finden. Außerdem verrußt das Holzfeuer den Topfboden und anschließend deine Hände und deine Ausrüstung.
Wichtig: In Gebieten mit Feuerverbot oder bei hoher Waldbrandgefahr darf ein Holzkocher oft nicht verwendet werden. Das sollte man vor der Tour unbedingt prüfen.
Solar-Kocher
Wirklich genial, aber aufgrund ihres Packmaßes meist nur für den Heimgebrauch oder für den Van passend, sind Solar-Kocher, die mit Sonnenenergie arbeiten. Solarkocher bündeln das Sonnenlicht und ermöglichen somit ausreichend Energie, um zu kochen oder einen Kuchen im Solar-Backrohr zu backen. Geduld braucht es allerdings: Je nach Sonnenstand dauert ein Eintopf mehrere Stunden. Inzwischen gibt es auch faltbare Panel-Kocher, die leicht genug für Camping oder den Strand sind.
Solar-Kocher und -Backrohre gibt es z.B. von der Firma SunOK aus Portugal.
Spiritus- und Trockenbrennstoffkocher
Spiritus- und Esbitkocher sind bei Skandinavien-Trekkern und Ultraleicht-Wanderern Standard. Allerdings liefert Spiritus nur etwa 60 % des Heizwerts von Gas.
Profi-Weitwanderin Christine Thürmer sieht bei Spiritus oder Alkohol als Brennstoff einige praktische Vorteile, vor allem auf kürzeren Touren:
Spiritus brennt zwar nicht so effizient wie Gas, aber man kann die benötigte Menge vorher genau abmessen und in einem leichten Plastikbehälter transportieren. Nachschub gibt es in den meisten Drogerien und Supermärkten.
Wer auf einfache, windgeschützte Technik setzt, greift gerne zum Trangia 27 UL-Sturmkocher: Das Set lässt sich kompakt im eigenen Topf verstauen, ist im Betrieb extrem preiswert und punktet auf Reisen damit, dass Spiritus – oder geeignete Mittel auf Spiritusbasis – weltweit unkompliziert erhältlich sind.