Ein weiter Weg

Matthias Kodym über sein großes Projekt

17. Juni 2016
von Mara Simperler

Drei Monate, 150.000 Höhenmeter und 3.000 Kilometer zu Fuß. Matthias Kodym erzählt uns von seinem Plan für den Sommer in den Bergen. Und darüber, wie man Träume in die Tat umsetzt.

Ein weiter Weg: Matthias Kodym über sein großes Projekt
Foto: Matthias Kodym
Ein weiter Weg: Matthias Kodym über sein großes Projekt

Wenn man drei Monate am Stück zu Fuß unterwegs sein will, braucht man ein gutes körperliches und mentales Grundgerüst. Ich werde im Juni aufbrechen, um von Bozen aus den Südalpenweg, den Zentralalpen- und den Nordalpenweg miteinander zu verbinden. Ich war schon mehrmals auf Weitwanderwegen in den USA und möchte zeigen, dass man so etwas auch gut bei uns machen kann. Der Zug von meinem Heimatort Puchberg in Niederösterreich nach Bozen braucht für die Strecke acht Stunden. Zu Fuß werde ich drei Monate unterwegs sein und dabei 3.000 Kilometer und mindestens 150.000 Höhenmeter zurücklegen. 

Ich werde jeden Tag zehn Stunden gehen. Das klingt jetzt viel, aber der Körper passt sich solchen Herausforderungen unglaublich gut an.

Ein weiter Weg: Matthias Kodym über sein großes Projekt
Foto: Matthias Kodym
Ein weiter Weg: Matthias Kodym über sein großes Projekt

Nach zwei, drei Wochen bist du eine Gehmaschine. Du kommst in einen eigenen Rhythmus, stehst mit dem Sonnenaufgang auf und gehst, bis es dunkel wird. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich werde nur etwa fünfeinhalb Kilo Gepäck mithaben. Deshalb schicke ich mir selbst im Vorfeld Pakete mit Proviant und Wanderkarten an verschiedene Stationen.

Ganz wichtig ist, genügend zu essen. Mit 7.000 Kalorien am Tag musst du schon rechnen. In meiner Freizeit laufe ich Ultra-Trails, bis zu 170 Kilometer am Stück. Das ist meine körperliche Vorbereitung. Aber so extrem muss man nicht sein. Als ich das erste Mal einen Weitwanderweg gemacht habe, bin ich als Vorbereitung jeden Tag zu Fuß in die Arbeit gegangen. Da lernt man vor allem, bei jedem Wetter zu gehen.

Für schwierige Tage braucht man eine mentale Landkarte von angenehmen Erinnerungen. Da denke ich dann etwa an Menschen, die ich mag. So lenke ich mich von den Strapazen ab.

Ein weiter Weg: Matthias Kodym über sein großes Projekt
Foto: Matthias Kodym

Nach der Reise 

Wenn ich es schaffe, möchte ich Multimediavorträge von meinem Projekt halten und anderen meine Begeisterung weitergeben. An den Strand lege ich mich sicher nicht. Aber ich werde danach vielleicht eine Zeitlang nicht mehr wandern gehen. 

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