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Zwei Personen stehen in Daunenjacken auf einem Schiff - hinter ihnen das Meer
Daune oder Kunstfaser: Welche Jacke ist besser?
Produkt2 Min.14.04.2026
Foto: Max Draeger / Ortovox
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von Denis Pscheidl

Wenn es am Berg kalt wird, zählt die richtige Isolationsjacke. Daunenjacken punkten mit starker Wärmeleistung bei geringem Gewicht, Kunstfaserjacken mit Nässetoleranz und auch Wollfüllungen werden als Alternative immer interessanter. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick.

Inhalt
  1. Auf einen Blick: Daune vs. Kunstfaser
  2. Welche Jacke wärmt besser?
  3. Welche Jacke ist angenehmer zu tragen?
  4. Welche Jacke ist pflegeleichter?
  5. Wie umweltfreundlich sind die Materialien?
  6. Gibt es eine Alternative zu Daune und Kunstfaser?
  7. Fazit: Daune, Kunstfaser oder Wolle?

Auf einen Blick: Daune vs. Kunstfaser

Daunenjacken

Plus:

  • sehr gute Wärmeleistung

  • geringes Gewicht

  • kleines Packmaß

Minus:

  • empfindlich gegenüber Nässe

  • hoher Pflegeaufwand

  • nicht vegan

Kunstfaserjacken

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Plus:

  • gute Wärmeleistung

  • pflegeleicht

  • wärmt auch in nassem Zustand

Minus:

  • größeres Packmaß

  • höheres Gewicht

  • Mikroplastik


Welche Jacke wärmt besser?

Die Wärmeleistung von Daunen ist kaum zu schlagen. Die feinen Verästelungen der Flaumfedern schließen viel Luft ein und speichern Körperwärme extrem effizient. Daunenimitate wie Primaloft kommen nahe heran, erreichen die Isolationskraft von Premiumdaunen aber selten. Ergebnis: Kunstfaserjacken benötigen für die gleiche Wärmeleistung mehr Füllmaterial und sind entsprechend schwerer und weniger kompakt.

Der entscheidende Nachteil der Daune: Wird sie nass, verliert sie fast ihre gesamte Isolationskraft. Kunstfaser behält dagegen auch bei Feuchtigkeit einen Großteil ihrer Wärmewirkung.


Welche Jacke ist angenehmer zu tragen?

Daunenjacken bieten einen hohen Tragekomfort. Daunen sind sehr anschmiegsam und passen sich dem Körper perfekt an. Zwar dürfen sie nicht nass werden, in einem gewissen Rahmen können sie jedoch Feuchtigkeit aufnehmen und an die Luft abgeben. So sorgen sie für ein angenehmes Trageklima.

Kunstfaserjacken leiten Feuchtigkeit vom Körper weg und trocknen schnell. So bleibst du auch bei wechselhaften Bedingungen eher gut gewärmt.


Welche Jacke ist pflegeleichter?

Kunstfaserjacken sind deutlich pflegeleichter als Daunenjacken: Sie lassen sich problemlos in der Waschmaschine waschen, ohne dass ihre Füllung verklumpt. Daunenjacken sollten hingegen mit speziellem Daunenwaschmittel und möglichst schonend gewaschen werden. Danach müssen sie vollständig trocknen, damit die Füllung nicht verklebt und ihre Bauschkraft und Wärmewirkung behält. Bei richtiger Pflege kann eine Daunenjacke ihre Bauschkraft jedoch länger halten als eine Jacke mit Kunstfaserfüllung.


Wie umweltfreundlich sind die Materialien?

Die Füllung von Kunstfaserjacken besteht meist aus Polyester, einem Material auf Erdölbasis. Deswegen sollte beim Kauf von Kunstfaserjacken aus Umwelt- und Nachhaltigkeitsgründen darauf geachtet werden, dass die Fasern aus Recyclingmaterial, etwa aus aufbereiteten PET-Flaschen, hergestellt werden. Doch auch dann setzen die Jacken beim Waschen Mikroplastik frei, das über das Abwasser in die Umwelt gelangt.

Daunen sind zwar ein nachwachsender Rohstoff und biologisch abbaubar, werden zum Teil aber unter problematischen Bedingungen gewonnen. Zertifizierungen wie der Responsible Down Standard (RDS) versuchen deswegen Tierwohl und transparente Lieferketten sicherzustellen. Solche Siegel kennzeichnen Daunen, bei deren Produktion verbindliche Tierwohlstandards umgesetzt wurden. So sind etwa Lebendrupfen und Zwangsfütterung der Tiere bei RDS-zertifizierten Betrieben verboten. Außerdem wird das Wohlergehen der Tiere entlang der gesamten Produktionskette kontrolliert.


Gibt es eine Alternative zu Daune und Kunstfaser?

Ja, die gibt es: Wolle. Wem das kleinste Packmaß und das beste Wärme-Gewichts-Verhältnis nicht so wichtig sind, findet in der Wolle eine spannende Alternative. Schurwollisolationen wie Swisswool und Tirolwool wärmen nach dem gleichen Prinzip wie Daune oder Kunstfaser – indem sie Luft mit feinen Fasern einschließen. Gleichzeitig kann Wolle viel Feuchtigkeit aufnehmen, bevor sie sich nass anfühlt, was für einen angenehmen Tragekomfort sorgt. Auch in nassem Zustand geht die Wärmewirkung der Wolle nicht verloren. Zusätzlich besitzt Wollisolation antibakterielle Eigenschaften und wirkt so geruchsmindernd. Diesen Effekt kennst du vielleicht von Merino-Shirts. Deswegen wird Wolle vermehrt als Isolationsmaterial verwendet oder Daunenfüllungen beigemischt, um deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Nässe zu erhöhen.

Wolle gilt als nachhaltigstes Füllmaterial, da sie wie Daune biologisch abbaubar ist, jedoch nachwächst, ohne dass das Tier dafür getötet wird. Dabei sollte auch hier auf Zertifikate wie den Responsible Wool Standard geachtet werden, der zum Beispiel Mulesing verbietet – eine meist ohne Betäubung durchgeführte Verstümmelung von Merino-Lämmern, bei der Haut am Hinterteil entfernt wird, um Fliegenmadenbefall zu verhindern.


Fazit: Daune, Kunstfaser oder Wolle?

Daunenjacke

  • bei extremer, trockener Kälte – beispielsweise bei Expeditionen in arktische Gebiete oder auf deutlich höhere Berge als die Alpen

  • wenn möglichst geringes Gewicht und kleines Packmaß gefordert sind.

Kunstfaserjacke

  • bei wechselhaftem Wetter und schweißtreibenden Aktivitäten

  • wenn man eine pflegeleichte Jacke sucht

  • wenn man keiner extremen Kälte ausgesetzt ist

  • wenn die Jacke vegan sein soll

Wolle

  • für Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit


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