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Bergrettung: 3 Mythen über Unfälle am Berg

Sicherheit & Know How
3 Min.
26.03.2026

Foto: AdobeStock / Gorilla

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von Katharina Löffler

Riskieren Bergretter bei Einsätzen wirklich ihr Leben? Sind Bergsportler oft selbst an Unfällen schuld oder sogar verantwortungslos? Die Bergrettung Salzburg klärt drei Mythen über Unfälle am Berg auf.

Inhalt

  1. Kurz erklärt: Unfälle am Berg

  2. Mythos 1: Riskieren Bergretter bei Einsätzen ihr Leben?

  3. Mythos 2: Bringen Bergsportler sich und die Bergrettung absichtlich in Gefahr?

  4. Mythos 3: Sollten unverantwortliche Bergsportler nicht gerettet werden?

Kurz erklärt: Unfälle am Berg

  • Die Bergrettung geht bei Einsätzen nur kalkulierte Risiken ein.

  • Die meisten Bergunfälle passieren nicht aus Leichtsinn, sondern durch Fehleinschätzungen.

  • Eigenverantwortung und Tourenplanung sind der wichtigste Unfallschutz.

  • Die Bergrettung hilft unabhängig von Schuld oder Erfahrung.


Mythos 1: Riskieren Bergretter bei Einsätzen ihr Leben?

Bergretterinnen und Bergretter werden gerne als selbstlose Helden dargestellt, die ihr Leben bei der Rettung anderer riskieren. Ein Bild, das die Mitglieder der Bergrettung eigentlich nicht gerne sehen. Die Bergrettung Salzburg postete dazu kürzlich einen Kommentar auf ihrem Facebook-Kanal.

Gerhard Kremser, Bergretter in Bad Gastein und Bezirksleiter im Pongau, gibt zu bedenken, dass die Bergrettung viel übt und trainiert, damit das Risiko bei Einsätzen möglichst gering gehalten wird. „Dass wir unser Leben riskieren, kann ich so nicht bestätigen“, sagt Kremser. „Alle Einsatzkräfte durchlaufen eine intensive Ausbildung sowie laufend Fortbildungen, Übungen und Schulungen. Jeder unserer Einsätze wird im Vorfeld besprochen und genau geplant. Daher kann man uns auch zutrauen, dass wir Risiken sehr gut einschätzen können.“

Maria Riedler, Bergretterin in Bischofshofen und Mitglied im Presseteam der Bergrettung Salzburg, bestätigt das: „Risikomanagement steht bei uns immer an erster Stelle. Wir kennen unsere Grenzen und versuchen, so wenig Risiko wie nur möglich einzugehen.“ Die Einsatzleiter kennen ihr Team sehr gut und wissen, wen sie zu welchen Einsätzen schicken können, so Riedler.

Und ja, es kann auch vorkommen, dass die Bergrettung nicht sofort ausrückt, weil das Risiko für die Bergretterinnen und Bergretter zu hoch ist, sagt Maria Riedler: „Es kann geschehen, dass wir etwa aufgrund von hoher Lawinengefahr oder Steinschlag nicht sofort ausrücken." Man kann sich zwar grundsätzlich sicher sein, dass die Bergrettung versuchen wird, zur Bergung auszurücken, allerdings kann sich der Einsatz durch äußere Risiken verzögern.

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Mythos 2: Bringen Bergsportler sich und die Bergrettung absichtlich in Gefahr?

Die Anzahl der Einsätze der Österreichischen Bergrettungsdienste steigt seit einigen Jahren konstant an. 2025 wurden 10.912 Einsätze durchgeführt, 2024 waren es nur 10.079. Das Bild vom Wochenendausflügler, der seine Wanderung kaum plant und sich im Zweifelsfall vom Rettungshubschrauber holen lässt, stimmt dabei in den meisten Fällen nicht. Gerhard Kremser von der Bergrettung Salzburg warnt vor dem Eindruck, dass sich Menschen, die in den Bergen unterwegs sind, blindlings auf die Bergung durch die Bergrettung verlassen. „Der Großteil der Personen, denen etwas passiert, ist nicht bewusst risikoreich unterwegs. Dass jemand auf seiner Bergtour bewusst ein Risiko eingeht und sich sagt, wenn es schiefgeht, wird mich schon die Bergrettung holen, das kommt ganz, ganz selten vor, wenn überhaupt.“

Eine gute Tourenplanung ist trotzdem die beste Voraussetzung, um am Berg sicher unterwegs zu sein. Laut den Unfallstatistiken des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit ließen sich viele Unfälle am Berg durch eine bessere Planung und ein realistischeres Einschätzen des eigenen Könnens vermeiden. Diese Empfehlung gibt auch die Bergrettung. „Wir appellieren zu größtmöglicher Eigenverantwortung“, so Maria Riedler von der Bergrettung Salzburg. „Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass man sich am Berg immer um den Schwächsten in einer Gruppe kümmern muss. Wenn man sich nicht sicher ist, sind rechtzeitiges Umdrehen oder eine alternative Routenwahl nie falsch.“


Mythos 3: Sollten unverantwortliche Bergsportler nicht gerettet werden?

Vor allem in Sozialen Medien werden Bergsportlerinnen und -sportler häufig dafür kritisiert, die Bergrettung durch leichtsinniges oder unverantwortliches Verhalten in den Bergen in Gefahr zu bringen. „Selber schuld! Wenn euch etwas passiert, sollte euch die Bergrettung auch nicht retten müssen“, liest man dort zum Beispiel in Kommentaren. Diese Sichtweise lehnen die Mitglieder der Bergrettung dezidiert ab: „Wir lassen niemanden dort oben. Wir sind alle freiwillig zur Bergrettung gegangen, um Menschen in Notlagen zu helfen“, sagt Gerhard Kremser von der Bergrettung Salzburg. „Für uns ist völlig egal, wer das ist und was passiert ist. Wir beurteilen Unfälle im alpinen Gelände nicht und urteilen auch nicht über die beteiligten Personen.“

Österreichweit sind etwa 13.000 Bergretterinnen und Bergretter im Einsatz, der überwiegende Großteil davon ehrenamtlich. „Eine solche Rund-um-die-Uhr-Einsatzbereitschaft, wie sie die Bergrettung in Österreich leistet, wäre ohne das Ehrenamt wohl nicht finanzierbar“, sagt Maria Riedler. „Wir können daher stolz auf eine so gut ausgebildete Bergrettung in Österreich sein.“


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