Sobald ihr euch über eure Bus-Absichten im Klaren seid, kann die Suche nun wirklich beginnen. Dabei gilt es zunächst einmal die richtige Größe – also die passende Kombination aus Länge und Höhe – für eure bevorstehenden Abenteuer zu finden. Im Durchschnitt haben Campingbusse eine Länge zwischen 4,80 und 7,50 Meter, die Fahrzeugbreite variiert von 1,70 bis zu 2,10 Metern, und die Höhe kann sogar knapp 3 Meter betragen. Zur Vereinfachung arbeiten die meisten Automobil-Hersteller mit den Größenangaben L (Länge) und H (Höhe), wobei sich die Größeneinteilung von L1 bis L4 sowie von H1 bis H3 bewegt. Eine Sache solltet ihr allerdings immer im Hinterkopf behalten: Ein größeres Fahrzeug benötigt mehr Leistung und verbraucht folglich auch mehr Sprit.
Prinzipiell kann zwischen folgenden drei Campingbus-Kategorien unterschieden werden:
Streng genommen sprechen wir hier noch gar nicht von einem richtigen Bus, sondern von einem Freizeit- bzw. Allzweck-Automobil. Modelle wie der VW Caddy, der Fiat Scudo, der Renault Kangoo, der Peugeot Rifter und viele mehr fallen unter diese Kategorie. Zumeist wird ein ausziehbares Bett über die hintere Sitzbank gebaut, wodurch der kleine Kastenwagen zum Minibus wird. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand: günstig in der Anschaffung, vergleichsweise geringer Verbrauch und ein schnelles Vorankommen. Also eine geeignete Variante für spontane Kurz-Trips am Wochenende. Dafür ist der Lebensraum in solchen Fahrzeugen limitiert, für Kochen oder Ähnliches bleibt wenig Platz, und wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, kann es schon bald richtig eng werden in so einem Mini-Camper.
Was in den 1960er- und 1970er-Jahren der legendäre VW T2 war, sind heute der VW T5, der Mercedes Vito, der Renault Trafic, der Ford Transit und der Toyota Minibus. Im Grunde stellen diese Fahrzeuge aufgrund ihrer Länge und Höhe (Kategorie L1H1 oder L1H2) den sinnvollsten Kompromiss für die meisten Bus-Abenteuer dar. Kompakt genug, um in einer italienischen Altstadt zu navigieren, und trotzdem ausreichend Lebensraum, sodass selbst bei tagelangem Dauerregen die romantische Liebesbeziehung im Hippie-Bus nicht in Gefahr gerät. Hinzu kommt eine ausreichend starke Motorisierung, ein kurzer Radstand für bessere Geländetauglichkeit, und dank moderater Fahrzeughöhe stellen Parkhäuser, Tiefgaragen und Strandparkplätze kaum Hindernisse dar.
Ein weiterer Pluspunkt: Viele Modelle dieses Typus sind mit einem praktischen Aufstelldach ausgestattet, um eine humane Stehhöhe zu ermöglichen und um zwei weitere Schlafplätze zu generieren (gerade für Kleinfamilien besonders praktisch). Einziger Haken: Aufgrund ihres Legendenstatus sind die klassischen Campingbusse alles andere als günstig in der Anschaffung, der Wiederverkaufswert ist allerdings entsprechend hoch.
Und hier bewegen wir uns in der Sonderklasse aller Campingbusse: Modelle wie der Mercedes Sprinter, der VW Crafter, der Fiat Ducato, der Renault Master oder auch der Citroën Jumper fallen in diese Kategorie. Abhängig davon, für welche Längen-Höhen-Kombination (L2H2 oder L3H3) ihr euch hier entscheidet, kann die Größe Segen und Fluch gleichermaßen sein. So bietet der Laderaum viel Platz für kreative Ausbauvarianten, und aufgrund der Höhe können selbst großgewachsene Menschen problemlos aufrecht stehen. Wer effizient plant, kann noch dazu sperrige Sportgegenstände wie ein Mountainbike sowie Snow- oder Surfboards mitnehmen.
Dafür kann das Durchfahren kleiner Ortschaften oder das Rangieren in engen Gassen schnell zur Nervenprobe werden, das Ein- und Ausparkverhalten solcher Busse ist auch nicht mit dem eines VW Golfs zu vergleichen, und Parkhäuser sind höhenbedingt mit Vorsicht zu genießen. Hier müsst ihr abwägen, ob euch das überaus komfortable Innenleben den Preis eines weniger praktikablen Fahrverhaltens wert ist.