Trekkingszene am Alacabel-Pass, Taurus Gebirge, Tuerkei.
Foto: LOWA - Bernd Ritschel
Welchen Schuh brauchst Du?

7 Tipps für den richtigen Bergschuh

Aktuelles • 7. Juni 2019

Der falsche Schuh kann jede Wanderung zum Alptraum machen und Schmerzen und Blasen sowie Knieprobleme verursachen. Die Strukturkräfte im Kniegelenk steigen beim Bergabgehen bis auf das 7-fache des eigenen Körpergewichts an. Abgesehen davon soll je nach Schwierigkeit der Wanderung und auch Sportart der passende Schuh ausgewählt werden.

1. Wanderer finde den richtigen Leisten

Der Leisten ist quasi das 3-D-Modell des Fußes – angefangen bei der Sohle, dann geht es hinauf Richtung Knöchel. Der Leisten formt quasi den Schuh als auch das Design und ist ausschlaggebend für die Passform. Früher gab es den Leistenschneider als Beruf und noch jetzt haben Schuhhersteller verschiedene Leisten. 

Die Kunst, vor allem bei Bergschuhen, ist es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Halt und Freiraum zu schaffen. Freiraum vor allem im Zehenbereich – nach vorne und oben, da man sich sonst beim Bergabgehen mit jedem Schritt die Zehen stößt, was äußerst schmerzhaft ist. Zu voluminös darf dieser Bereich aber auch nicht sein, sonst verliert man das Feingefühl zum Untergrund.

Im Mittelfußbereich muss der Fuß hingegen fixiert sein und der Ferse einen guten Halt zu geben. LOWA profitiert von seiner jahrzehntelangen Tradition als Schuhmacher und entwickelt seine Leisten nach anatomischen und orthopädischen Gesichtspunkten. 

  • Bei einem S-Leisten ist der Vorfuß-Bereich schmaler, als bei einem normalen Leisten. Hierzu wird der Ballenumfang verringert. 
  • Bei einem W-Leisten ist der Vorfuß-Bereich weiter, als bei einem normalen Leisten. Hierzu wird der Ballenumfang vergrößert. 
  • Bei einem WXL-Leisten wird neben der Erhöhung des Ballenvolumens auch der Zehenbereich vergrößert, um den Vorfuß-Bereich zu erweitern.

Die gängigsten LOWA-Modelle werden in diesen unterschiedlichen Leistenbreiten angeboten.

LOWA Leistenpark
Foto: LOWA - Hermann Doerre
LOWA Leistenpark

2. Gibt es eigene Frauenschuhe?

Geschlecht und Alter beeinflussen den Leisten. Frauen haben eine andere Risthöhe und Ballenumfang als Männer. Weiters kommen eine speziell gepolsterte Zunge und ein weicher Schaftabschluss der weiblichen Fußanatomie entgegen. Aufgrund des niedrigeren weiblichen Wadenansatzes ist auch der Schaftabschluss niedriger gestaltet. Spezielle Frauenschuhe sind also mehr als nur Farb- und Designadaptierungen und beim Kauf sollte auf diese speziellen Punkte geachtet werden.

3. Was ist mit Kindern?

Kinderfüße benötigen einen speziellen Schutz. Während das Volumen des Leistens verringert wird, werden Stellen wie der Fersen-, Zehen- oder Ristbereich in Höhe und Breite entsprechend angepasst. Bei Kindern ist neben ausreichende Stabilität (Knöchel) gerade der Spielraum nach vorne wichtig. Daher beim Kauf die Innensohle rausnehmen, die Füße draufstellen und schauen, dass nach vorne hin noch mindestens fingerbreit Platz ist.

4. Gibt es spezielle Schuhe für unterschiedliche Einsatzbereiche und Sportarten?

Ja, die Anforderungen je nach Terrain und Schwierigkeit sind speziell. Bestimmte Vorlieben für Schuhvarianten können hier leichte Variationen hervorrufen, aber z.B. ein Schuh für das Verwenden von Steigeisen muss bestimmte Kriterien erfüllen, wie man sich auch mit einem Schuh für Klettersteige hier leichter tun wird.

Trekking am Alacabel-Pass, Taurus Gebirge, Tuerkei.
Foto: LOWA - Bernd Ritschel
Trekking am Alacabel-Pass, Taurus Gebirge, Tuerkei.

a) Schuhe für leichte Wanderungen und den Einsatz im Alltag

Startet man mit dem Wandern, findet man sich hier wieder – nämlich auf gut befestigten Wegen, im Flachland, beim Walking, aber auch beim Einsatz im Alltag. Diese Allrounder brillieren im leichten Terrain. Ein leichter Wanderschuh soll sich so unbeschwert und geschmeidig wie ein Turnschuh tragen, aber dennoch deutlich mehr Halt und Schutz vor Nässe bieten. Leichtwanderschuhe haben daher meist einen knöchelhohen Schaft und sind ideal für Tageswanderungen mit wenig Gepäck auf einfachen Wanderwegen und in hügeligem Gelände. Die Sohle fällt dabei meist etwas flexibler und weicher aus im Vergleich zu klassischen Wanderschuhen. 

b) Der klassische Wanderschuh. 

Unebenes, leicht steiniges Gelände im Mittelgebirge und in den Voralpen, befestige Wege und Almzustiege könnte man als den Einsatzbereich für leichte Wanderungen nennen. Tageswanderungen auf befestigten Wegen im Mittelgebirge oder Voralpenland mit nicht allzu schwerem Rucksack bewältigt man gut mit einem stabilen Wanderschuh. Unterstützung findet der Wanderer durch den festeren und etwas höheren Schaft. Außerdem ist die Sohle vom Aufbau steifer, so dass Steine und Wurzeln nicht so schnell durchdrücken. Der Wanderschuh ist meist für mehrere Einsatzbereiche zu verwenden.

c. Der Trekking-Schuh.

Unter den Begriff Trekking fallen Wanderungen auf meist schmalen, schlechten Pfaden und Trails, Geröll und durch felsiges Gelände. Der Fokus bei diesen Modellen liegt darauf, dass man ausgedehnte, mehrtägige, moderate Wanderungen mit schwerem Gepäck in alpinem Gelände, leichte Hüttenzustiege und anspruchsvolle Tagestouren bewältigen kann. Trotzdem müssen sie stabil sein und Halt im Gelände bieten.

d) Der hochalpine Schuh

Gletscher, wegloses und gerölliges Gelände, Klettersteige und Eistouren erfordern spezielle Eigenschaften. Eine hohe Stabilität, Verwindungssteifigkeit sowie Steigeisenfestigkeit sind hier nicht nur von Vorteil, sondern unbedingt notwendig. Neben der Steifigkeit muss der Schuh aber auch so konstruiert sein, dass man damit lange und möglichst belastungsfrei lange Strecken zurücklegen kann. Dies wird über eine passende Sohle, als auch sogenannten Suspinations- und Pronationsstützen erreicht. 

LOWA Badia GTX Ws Trekking Lady
Foto: LOWA
LOWA Badia GTX Ws Trekking Lady

5. Der richtige Socken

Auch wenn man den richtigen Schuh hat, gibt es noch eine Zwischenschicht, die den besten Schuh unpassend machen kann – der Socken. Die Wahl sollte auf funktionelle Wandersocken fallen, die wie eine zweite Haut sitzen, Feuchtigkeit an die Gore-Tex-Membran abgeben und beanspruchte Stellen polstern.

6. Gut schnüren!

Gerade bei Kindern sieht man es oft, dass die Schuhe schlechte geschnürt sind. Eine gute Schnürung ist für die optimale Funktionalität des Schuhes wichtig. Sie soll weder zu stark sein (Einengung, Schmerz, Einschlafen des Vorderfußes) noch zu wenig. Prinzipiell empfiehlt es sich beim bergab gehen den Schaftbereich von der Beuge aufwärts fester zu schnüren, um die Ferse in Position zu halten. So rutscht der Fuß nicht so weit nach vorne, was Blasen und blauen Zehennägeln verhindert. 

Viele Schuhe haben einen sogennannten Tiefzughaken. Dieser sitzt auf Höhe des Knöchels am Übergang vom Spann zum Schaft eines Schuhs, um die Ferse in Position zu halten.

Du bist gerade auf der Suche nach einem passenden Wanderschuh? Dann lass dich im Rahmen der LOWA Passformtour ganz gezielt, individuell und kostenlos beraten. Die aktuellen Termine der Tour findest Du auf der LOWA homepage oder im Bergwelten Terminkalender.

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