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Nord- und Südstau

Diese Wetterlagen sorgen für viel Neuschnee

• 27. November 2022
2 Min. Lesezeit
von Daniel Kubera

Was uns bei der Anreise ins Skigebiet verzweifeln lässt, zaubert uns beim Studieren der Wetterprognose ein Lächeln ins Gesicht: Stau. Genauer gesagt Nord- und Südstau. Ist die Luft feucht genug, sorgen diese Wetterlagen für ergiebige Neuschneefälle.

Stauwetterlage mit Föhn
Foto: mauritius images / Alamy
Eine typische Stauwetterlage: Wolken auf der einen Seite und Schönwetter auf der anderen
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Bevor wir uns mit dem Nord- bzw. Südstau beschäftigen können, müssen wir verstehen, wie Schnee entsteht. Grundsätzlich gilt: Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme. Wenn feuchte Luftmassen abkühlen, verflüssigt sich der Wasserdampf (= die Feuchtigkeit) in der Luft und es bilden sich Tröpfchen. Dieser Vorgang wird Kondensation genannt. Es entstehen Wolken.

Wolken sind also nichts anderes als eine Ansammlung von Wassertröpfchen. Wenn sich in einer Wolke zu viele Tröpfchen befinden oder diese zu schwer werden – kurz: die Wolke die Tröpfchen nicht mehr halten kann – fallen sie als Regen zu Boden. Ist es kalt genug, gefrieren sie zu Eiskristallen und es schneit.

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  • Warum sorgen Nord- und Südstau für viel Neuschnee?

    Bei Staulagen, die für viel Neuschnee sorgen, treffen feuchte Luftmassen auf ein Hindernis – in unserem Fall die Alpen. Die Luft staut sich zurück und wird gleichzeitig gezwungen aufzusteigen, um so die Alpen überwinden zu können. Dabei kühlt sie ab. Man kennt es vom Wandern: Je höher man steigt, umso kühler wird es – und zwar je nach Feuchtigkeitsgehalt der Luft um rund 0,6 - 1 °C pro 100 Höhenmeter. Wie wir bereits wissen, kondensiert die Luft dabei und es beginnt zu schneien. Je feuchter die Luft ist, umso mehr kann es schneien.

    Dank ihrer Ost-West-Ausdehnung sind die Alpen ein besonders effektives Hindernis für Luft, die von Norden nach Süden oder umgekehrt strömt. Treffen diese Luftmassen auf den Gebirgszug, kommt es zu besagtem Nord- bzw. Südstau. Der Alpenhauptkamm wird zur Wetterscheide.

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    • Bei einem Nordstau wird im Idealfall maritime Polarluft, die auf ihrem Weg über den Nordatlantik viel Feuchtigkeit aufgenommen hat, gegen die Alpennordseite gedrückt. Die Regionen vom Bregenzerwald und dem Arlberggebiet über die Nordalpen ostwärts bis zu den niederösterreichischen Voralpen werden mit Schnee versorgt.

    • Prallt bei einem Südstau – oft in Verbindung mit einem Italientief – feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum auf die Südseite der Alpen, dürfen sich in Österreich vor allem die Regionen Osttirol und Oberkärnten über Neuschnee freuen. Auch die Zentralalpen der Schweiz und die italienischen Alpen profitieren von einem Südstau.

    • Auf der jeweils anderen Alpenseite herrscht bei einer Staulage meist schönes Wetter. Die Luft, die zum Aufsteigen gezwungen wurde, fällt trocken wieder ins Tal und erwärmt sich. Dieser Fallwind wird Föhn genannt.

    Wann fällt Schnee im Flachland?

    Wenn sich Italientiefs ost- bis nordostwärts über die Adria in Richtung Ungarn und Polen verlagern, besteht im Flachland und Osten Österreichs die größte Chance auf Regen- bzw. Schneefall.

    Winterlandschaft
    Foto: mauritius images/ Rainer Mirau
    Foto: Blick in die Hohen Tauern nach Neuschnee vom Kreuzkogel in Pongau

    Wann kommt also viel Schnee?

    Kurz gesagt: Schau auf Stau! Halte auf der Alpennordseite nach Nord- bzw. Nordweststau und auf der -südseite nach Südstau bzw. Italientiefs Ausschau. Eine übersichtliche Schneevorhersage liefert übrigens wepowder. Dort kannst du genau sehen, wo du mit wie viel Neuschnee rechnen kannst und wie viel es dort in den letzten drei Tagen geschneit hat.

    Neuschnee und Lawinen!

    Bitte beachte immer, dass Neuschnee – besonders in Kombination mit Wind – zu einer heiklen Lawinenlage führen kann. Bitte lies vor jeder Tour den Lawinenlagebericht und wähle deine Tour dementsprechend!

    Alles rund um Lawinen haben wir in unserem Dossier gesammelt:

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