Wasserfilter zum Wandern: So trinkst du sicher aus Bächen und Flüssen
Foto: Silvan Metz / Bergwelten Magazin
Inhalt
Wasserfilter – brauche ich das wirklich?
Wo sollte man unbehandeltes Wasser nicht trinken?
Wasserfilter - Welche Systeme gibt es und was können sie?
Fazit: Welche Wasserfilter-Methode für welche Tour?
Die richtige Pflege von Wasserfiltern
Wasserfilter-Systeme – auf einen Blick
Video: Wasserfilter im Test
Doch auch kristallklares, kaltes und fließendes Wasser kann Krankheitserreger enthalten. Sie sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, und im ungünstigsten Fall endet der erfrischende Schluck aus einem vermeintlich sauberen Bach mit einer Magen-Darm-Infektion.
Wer auf längeren Touren oder beim Trekking auf Wasser aus natürlichen Quellen angewiesen ist, sollte deshalb wissen, wie groß das Risiko tatsächlich ist und welche Möglichkeiten es gibt, Wasser unterwegs aufzubereiten. Wir verraten dir, worauf du dabei achten solltest:
Wasserfilter – brauche ich das wirklich?
Wo sollte man unbehandeltes Wasser nicht trinken?
- unterhalb von Almen oder Weideflächen
- in der Nähe von Hütten oder Siedlungen
- in beliebten Wanderregionen mit vielen Menschen
- bei trübem Wasser
- nach Starkregen, wenn Sedimente und Verunreinigungen eingespült wurden
- auf Reisen in Ländern mit unsicherer Trinkwasserhygiene
Wasserfilter - Welche Systeme gibt es und was können sie?
1. Trinkflaschen und Squeeze-Beutel mit Hohlfasermembran
- Wanderungen und Trekkingtouren in den Alpen
- klares Wasser aus Bächen und Seen
- alle, die schnell und unkompliziert Wasser aufbereiten möchten
- sofort trinkfertiges Wasser
- leicht und kompakt
- filtert in der Regel keine Viren
- verschmutztes Wasser kann den Filter schneller verstopfen
- regelmäßige Reinigung ist notwendig
2. Filterflaschen mit Virenbarriere
- Fernreisen mit unsicherer Trinkwasserqualität
- Trekkingtouren außerhalb Europas und Nordamerikas
- Menschen, die gern auf Nummer sicher gehen
- entfernt auch Viren und reduziert Chemikalien
- sofort trinkfertiges Wasser
- schwerer und größer als klassische Hohlfaserfilter
- teurer als Hohlfaserfilter
- Filter-Kartuschen müssen regelmäßiger ersetzt werden
- für Touren in den Alpen meist nicht notwendig
3. Pumpfilter (mit Virenbarriere)
- Basislager
- Expeditionen
- Trekkingtouren in einer Gruppe
- filtert häufig Bakterien, Protozoen und Viren
- reduziert je nach Modell auch Chemikalien und Schwermetalle
- funktioniert auch bei stärker verschmutztem Wasser
- hohe Filterleistung
- vergleichsweise groß und schwer
- Wasser muss erst einmal durch den Filter gepumpt werden
- regelmäßige Wartung und Reinigung notwendig
- Expeditions-Modelle sind teuer
Gibt es Alternativen zu Wasserfiltern?
1. Desinfektion mit UV-Licht
- Trekkingtouren
- Wanderungen
- Fernreisen
- klares Wasser aus Bächen, Seen oder Leitungswasser
- schnell
- zuverlässig gegen Bakterien, Viren und Protozoen
- kein Einfluss auf Geschmack oder Geruch
- funktioniert nur bei klarem Wasser
- benötigt Batterien oder einen Akku
- entfernt weder Schwebstoffe noch Mikroplastik
2. Chemische Desinfektion
- Notfallausrüstung
- Fernreisen
- zur Konservierung größerer Wassermengen
- sehr leicht und platzsparend
- zuverlässig gegen Bakterien, Viren und Protozoen
- lange haltbar
- ideal als Backup
- Wartezeit, bis das Wasser trinkbar ist
- häufig leichter Chlor-Geschmack
- funktioniert nur zuverlässig in klarem Wasser
- entfernt weder Schwebstoffe noch Mikroplastik
Fazit: Welche Wasserfilter-Methode für welche Tour?
1. Bergtouren in den Alpen
Für Tagestouren oder Mehrtagestouren in den Alpen reicht ein Hohlfaserfilter in den meisten Fällen völlig aus. Er schützt vor den hier relevanten Krankheitserregern und ist leicht sowie einfach zu bedienen.
2. Trekkingtour oder Bikepacking in Europa oder Nordamerika
In den meisten Regionen genügt ein Hohlfaserfilter. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder auch außerhalb Europas unterwegs ist, kann zu UV-Licht oder einer Filterflasche mit Virenbarriere greifen.
3. Trekkingtour oder Bikepacking in Regionen mit unsicherer Wasserhygiene
Wo Viren eine Rolle spielen können, reichen klassische Hohlfaserfilter oft nicht aus. Hier bieten UV-Licht oder Filter mit Virenbarriere mehr Sicherheit.
4. Fernreise
Beide Systeme schützen zuverlässig vor Bakterien, Protozoen und Viren und eignen sich für Länder mit unsicherer Trinkwasserqualität.
5. Expedition oder Basislager
Pumpfilter bieten die höchste Filterleistung und kommen auch mit trübem oder stark verschmutztem Wasser zurecht. Sie eignen sich besonders für längere Expeditionen oder die Versorgung mehrerer Personen.
6. Notfallausrüstung und für große Mengen Wasser
Chlortabletten oder Desinfektionstropfen sind leicht, platzsparend und lange haltbar. Sie gehören als Backup in jeden Trekkingrucksack, ersetzen im Alltag aber keinen komfortablen Wasserfilter.
Die richtige Pflege von Wasserfiltern
1. Wasserfilter nach jeder Tour reinigen
- Filter gemäß Herstellerangaben rückspülen oder durchspülen.
- Schmutz und Ablagerungen möglichst direkt nach der Tour entfernen.
- Anschließend vollständig trocknen lassen, bevor der Filter verstaut wird. So können sich im Inneren weniger Keime bilden.
2. Nur möglichst klares Wasser filtern
3. Vor Frost schützen
4. Filterkartuschen rechtzeitig wechseln
Wasserfilter-Systeme – auf einen Blick
Wasserfilter mit Hohlfasermembran
- Technologie: Hohlfasermembran, teilweise mit Aktivkohle
- Entfernt: Bakterien, Protozoen und Mikroplastik
- Vor- und Nachteile: leicht, kompakt und sofort einsatzbereit, entfernt aber keine Viren
- Ideal für: Wanderungen, Trekking und Bikepacking in Europa sowie Nordamerika
Filterflaschen mit Elektro-Adsorption
- Technologie: Kombination aus mechanischem Filter und Elektro-Adsorption
- Entfernt: Bakterien, Protozoen, Viren, Chemikalien und Mikroplastik
- Vor- und Nachteile: sehr gründlich, allerdings geringe Filterleistung
- Ideal für: Trekking, Bikepacking, Fernreisen und Expeditionen weltweit
Pumpfilter
- Technologie: Mikro- oder Keramikfilter, häufig kombiniert mit Aktivkohle und je nach Modell mit einer Virenbarriere
- Entfernt: Bakterien, Protozoen und Mikroplastik, je nach Modell auch Viren und Chemikalien
- Vor- und Nachteile: hohe Filterleistung, sehr gründlich, auch für trübes Wasser geeignet, jedoch teuer
- Ideal für: Expeditionen, Basislager, Gruppen und Regionen mit stark verschmutztem Wasser
Alternativen zu Wasserfiltern
Chemische Desinfektion
- Technologie: Chlor, Silberionen oder vergleichbare Wirkstoffe
- Macht unschädlich: Bakterien, Viren und Protozoen
- Vor- und Nachteile: sehr leicht und haltbar, beeinflusst jedoch den Geschmack und muss teils lange einwirken
- Ideal für: Notfallausrüstung, Fernreisen und als Ergänzung zu Wasserfiltern
UV-Licht-Desinfektion
- Technologie: ultraviolettes Licht
- Macht unschädlich: Bakterien, Viren und Protozoen
- Vor- und Nachteile: leicht, ohne Einfluss auf den Geschmack, braucht aber Strom
- Ideal für: Trekking, Bikepacking und Reisen mit klarem Wasser weltweit
Video: Wasserfilter im Test
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