Auch für Einheimische strahlt die Landschaft noch immer etwas Mystisches aus. Eine Wandergruppe aus dem 130 Kilometer entfernten Umeå ist vom Nordeingang des Nationalparks zum See Tärnättvattnen unterhalb der Schlucht gewandert. Ihre Stimmen sind das einzige Geräusch in der Wildnis. Als auch sie sich in die kleine Blockhütte zurückziehen, steigt duftender Rauch aus dem Kamin senkrecht in den Himmel. Es weht kein Lüftchen, sodass Bäume und Felsen sich makellos im See spiegeln. Nur die Mückenschwärme können dieses stille Naturspektakel trüben – doch an die gewöhnen sich Schweden-Reisende mit der Zeit.
Wer sich am Morgen nach einer hellen Nacht am Tärnättvattnen wieder an die Küste begibt, passiert eine weitere Schlucht. Sie fällt steil in Richtung Wasser ab. An ihrem Rand führt eine Höhle ins Herz des glatten, roten Granits. Weiter unten erschließt ein Abstecher die Inseln, die die Landhebung mittlerweile mit dem Festland verbunden hat. Oben, an einem Steilufer rund 40 Meter über dem Meer, passiert der Wanderpfad mannshohe Steinhaufen, zwischen denen sich eine Kreuzotter eingerollt hat. Die frühen Bewohner des Skuleskogen haben vor rund 3000 Jahren ihre Toten unter diesen Steinen begraben – direkt an der Küste. In der Bronzezeit bewegten sich die Menschen viel über Wasser fort, denn Urwälder und Moore erschwerten das Reisen an Land. Wer die Gegend also über die oft ruhige See erreichte, sah anhand der Gräber gleich, dass dort bereits jemand wohnte.