Hannes Namberger

Warum ich hier laufe: Trailrunner Hannes Namberger über seine Heimat Ruhpolding

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3 Min.
15.07.2026

Foto: PeakPixelCafe

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Hannes Namberger ist einer der bekanntesten Trailrunner Deutschlands, hat aber sportlich mit dem alpinen Skirennsport angefangen. Er lebt heute mit seiner Familie im benachbarten Inzell, doch sein Trainingsgebiet ist nach wie vor Ruhpolding. Ein Gespräch über Ursprünge, Demut und eine Runde, die er wohl schon hundertmal gelaufen ist.

Wo alles begann

„Hier hat alles angefangen", sagt Namberger, wenn er an Ruhpolding denkt. „Egal ob Sommer oder Winter, Trailrunning oder Skifahren – die Ruhpoldinger Berge waren immer ein Teil meines Lebens und sind es bis heute."

Früher ging es vor allem darum, draußen zu sein und Spaß zu haben. Das ist bis heute geblieben, auch wenn sich der Blick auf die Berge etwas verändert hat. „Heute sind sie mein perfektes Trainingsgebiet und gleichzeitig immer noch ein Ort, an dem ich mich zuhause fühle."

„Egal ob Sommer oder Winter, Trailrunning oder Skifahren – die Ruhpoldinger Berge waren immer ein Teil meines Lebens und sind es bis heute."

Hannes Namberger

Kraftquelle und Spielwiese zugleich

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Namberger ist auf Trails auf der ganzen Welt unterwegs. Trotzdem bleibt Ruhpolding sein Ausgangspunkt – im wörtlichen Sinn. „Für mich ist es etwas Besonderes, direkt von der Haustür aus loslaufen zu können und das Auto stehen zu lassen. Das ist nicht selbstverständlich, deshalb weiß ich dieses Privileg sehr zu schätzen."

Rund 90 Prozent seines Trainings absolviert er hier. „Die Region ist für mich die perfekte Spielwiese – ich kenne fast jeden Meter und entdecke trotzdem immer wieder etwas Neues. Gleichzeitig ist sie mein Rückzugsort, an dem ich mich einfach wohlfühle. Einen anderen Wohnort könnte ich mir kaum vorstellen."

Vom Skirennsport zum Trailrunning

Namberger stand als Kind und Jugendlicher auf Skiern, bevor er das Laufen für sich entdeckte. Der Übergang von der Piste auf den Trail war dabei kein plötzlicher Bruch, sondern ein schleichender, fast logischer Prozess – ausgelöst durch ein persönliches Projekt: „Der Wechsel vom Skirennsport zum Trailrunning hat eigentlich damit begonnen, dass ich mir das Ziel gesetzt habe, alle Gipfel in und rund um Ruhpolding zu besteigen oder laufend zu erreichen."

Aus diesem Vorhaben ist mit der Zeit mehr geworden. „Dadurch habe ich die Berge noch intensiver kennengelernt und gleichzeitig meine Leidenschaft fürs Trailrunning entdeckt."

Ein Trail-Tag in Ruhpolding

Nach seiner Lieblingsstrecke gefragt, muss Namberger nicht lange überlegen: eine Runde über den Unternberg zur Hörndlwand und wieder zurück, gut drei Stunden unterwegs. „Die Tour vereint alles, was für mich einen perfekten Trail ausmacht: technische Passagen, laufbare Abschnitte und ein beeindruckendes Panorama. Langweilig wird diese Runde eigentlich nie."

Genau diese Runde würde er auch einem ambitionierten Läufer empfehlen, dem er einen Tag in Ruhpolding zeigen sollte – natürlich mit frühem Start. Wer es etwas technischer mag, für den hat er eine Alternative parat: den Aufstieg über den Vorderen Kraxnbach auf das Sonntagshorn, mit Rückweg über den Hinteren Kraxnbach.

Pausen sind bei ihm eher die Ausnahme: „Ehrlich gesagt, mache ich unterwegs kaum Pausen. Höchstens, wenn mir das Trinken ausgeht." Beim Wetter ist er entspannt: „Mir ist fast alles recht – Hauptsache, es regnet nicht schräg von der Seite."

Was die Berge lehren

Zwischen Skirennsport und Trailrunning hat Namberger einiges mitgenommen – vor allem eine Sache: „Die Berge lehren einen Demut. Im Sommer ist vieles möglich, aber im Winter zeigen sie dir schnell, wer das Sagen hat."

Dazu gehört auch, Grenzen zu akzeptieren. „Dann muss man auch akzeptieren, dass es manchmal einfach nicht bis zum Gipfel geht. Genau dieser Respekt vor der Natur ist etwas, das ich mitgenommen habe."

Was bleiben soll

Namberger kennt die Berge um Ruhpolding seit seiner Kindheit, heute schaut er auch als Vater auf sie. Was er von seinem Sport weitergeben möchte, bringt er einfach auf den Punkt: „Die Berge sind für mich die perfekte Spielwiese für die unterschiedlichsten Sportarten. Das Schöne ist, dass man dafür gar nicht viel Ausrüstung braucht und gleichzeitig unglaublich viel lernen kann."

Sein Wunsch ist entsprechend bodenständig: „Ich wünsche mir, dass noch mehr Menschen den Zugang zu den Bergen finden und die Freude daran entdecken. Die Erlebnisse, die man dort sammelt, sind unbezahlbar – und wenn man sie mit anderen teilen kann, werden sie noch wertvoller."

„Die Berge lehren einen Demut."

Hannes Namberger lebt mit seiner Familie in Inzell. Sportlich begonnen hat er im alpinen Skirennsport, heute ist er als Trailrunner unterwegs. Trainiert wird nach wie vor größtenteils in der Bergwelt rund um Ruhpolding.

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