
Skijöring in den Nockbergen
Foto: Sam Strauss
Inhalt
Artikel zum Hören
Was ist Skijöring?
Geht das mit jedem Hund?
Wie trainiert man dafür?
Dürfen Hunde auf die Loipe?
Reportage: Das Loipenrudel Anna und Finn
Artikel zum Hören
Was ist Skijöring?
Geht das mit jedem Hund?

Wie trainiert man dafür?
Dürfen Hunde auf die Loipe?
Reportage: Das Loipenrudel Anna und Finn
Der Wunsch nach guter Gesellschaft verbindet Menschen. Aber nicht nur: Hinausgehen, auch wenn man keine Lust hat, weil es stürmt und schneit; sich sicher fühlen, weil man nicht allein im nächtlichen Wald unterwegs ist – auch die Gesellschaft eines Hundes verändert das Erleben.
„Ich komme aus dem Leistungssport und habe sehr viel allein trainiert – Langlauf ist eben kein Teamsport. Die Trainings werden deshalb irgendwann langweilig. Auch als ich mit dem Leistungssport aufgehört habe, habe ich mir beim Wandern oder Laufen immer gedacht: Es wäre so schön, einen Kumpan zu haben, jemanden, mit dem ich das alles teilen kann.“

„Skijöring ist Langlaufen mit Hund. Das kommt aus den skandinavischen Ländern und ist dort ein Traditionssport. Der Hund zieht dich, und du skatest hinterher. Ich wollte das unbedingt machen, und deshalb habe ich mir extra einen Hund genommen, der das kann und selbst Freude daran hat.“

Lokale Attraktion
Der Hüttenwirt des Almstüberls – eines der wenigen Häuschen hier oben – hat die Loipe gerade gespurt. Man hört einen Hund bellen, dann hört man eine Frauenstimme rufen: „Heja! Heja!“ Und schon flitzen die beiden an den Zuschauerinnen und Zuschauern vorbei: Vorn Finn im Laufgeschirr, dann Anna mit Hüftgurt, Langlaufskiern und Stöcken. Eine Bungeeleine verbindet das Gespann.

„Als wir letztes Jahr bei der österreichischen Meisterschaft waren, hat uns Newcomer natürlich noch niemand gekannt – ein paar Leute haben geschaut, weil der Finn nicht gerade aussieht wie ein schneller Hund. Dann haben wir das Ding aber mit respektablem Vorsprung gewonnen, und alle wollten wissen: Was ist das für eine Zucht? Wer sind seine Vorfahren? Ich habe geantwortet: Der Finn ist aus einer Internet-Kleinanzeige, er hat 250 Euro gekostet und ist ein Bauernhofhund. Alle waren überrascht. Und nachdem ich im Interview gesagt habe, dass auch der beste Hund einem schlechten Radfahrer nichts bringt, haben sie auch ein bisschen blöd geschaut.“

Teamwork
Auch an den mitunter recht ruckartigen Zug an der Hüfte, wo das Seil befestigt ist, muss man sich gewöhnen. Nur nicht das Gleichgewicht verlieren. Und dann sind da noch die Kommandos – die wollen von klein auf trainiert sein, erklärt Matthias Stonig:
„Wenn man mit dem Hund spazieren geht, sagt man vor sich hin, was man tut. Zum Beispiel ‚links‘ beim Linksabbiegen oder ‚rechts‘ beim Rechtsabbiegen, ‚gerade‘, ‚schneller‘, ‚langsamer‘ oder ‚stopp‘. Und irgendwann merkt sich das der Hund.“

„Der Blick ändert sich. Man nimmt alles viel bewusster wahr, weil der Hund das auch tut. Manchmal sitzen wir gemeinsam auf dem Gipfel, und ich beobachte ihn dabei, wie er sich minutenlang einfach die Umgebung anschaut. Dann machen wir das zusammen.“