Wanderer mit Rucksäcken auf Alpenüberquerung

Packliste Alpenüberquerung – Ausrüstung und Insider-Tipps

Ausrüstung & Technik
3 Min.
19.08.2026

Foto: Sebastian Doerk

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von Denis Pscheidl

Einmal die Alpen zu Fuß überqueren – ein Traum, den viele haben. Wer falsch packt, kann sich die Tour allerdings ganz schön versauen. Mit dieser Packliste hast du garantiert alles dabei, was du für eine Alpenüberquerung brauchst.

Inhalt

  1. Alpenüberquerung – welche Ausrüstung brauche ich?

  2. Alpenüberquerung – welche Kleidung brauche ich

  3. Ausrüstung für die Hüttenübernachtungen

  4. Notfallausrüstung für eine Alpenüberquerung

  5. Hilfreiche Dinge auf einer Alpenüberquerung

  6. So organisierst du deinen Rucksack

  7. Video: Diese 5 Dinge brauchst du für die Alpenüberquerung

Alpenüberquerung – welche Ausrüstung brauche ich?

Dass man einen Rucksack und Wanderschuhe braucht, ist klar. Der Rucksack sollte allerdings nicht zu groß sein, sonst nimmt man automatisch auch mehr Zeug mit, das man mehrere Stunden pro Tag tragen muss. Die Schuhe sollten über die Knöchel reichen, wasserdicht und bereits gut eingelaufen sein, aber nicht so alt, dass man Gefahr läuft unterwegs die Sohle zu verlieren. Ein hoher Wanderschuh der Kategorie B ist das Minimum. Auf anspruchsvollen Routen oder bei Gletscherüberquerungen sind meist Kategorie-C-Schuh nötig. Wem die zu hart für entspannte Passagen sind, kann ein Paar Trailrunningschuhe außen an den Rucksack schnallen. Auf Gletschern brauchst du außerdem Hochtourenausrüstung und musst wissen, wie man sie anwendet.
Meine Packlisten-Empfehlung:
  • Wander- / Trekking-Rucksack (ca. 30 - 40 Liter, je nach Länge der Tour)
  • Wander- / Bergschuhe (Kategorie B oder C)
  • Regenhülle für Rucksack
  • Trinkflasche / Trinkblase (min. 1,5 Liter)
Optional:
  • Teleskop-Wanderstöcke
  • Grödel
  • Gamaschen
  • Hochtourenausrüstung
  • Ein paar bequeme Schuhe

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Alpenüberquerung – welche Kleidung brauche ich

Auf einer Alpenüberquerung muss man für jedes Wetter packen. Während man am einen Tag im Tal unten in der Sonne brät, kann es am nächsten auf dem Gipfel schon wieder schneien. Eine Isolationsjacke sowie wasserdichte Kleidung sind absolut notwendig.
Sparen kann man vor allem bei der Funktionskleidung. Solange du zwei Shirts dabeihast und das Wetter gut ist, kannst du auch mal eines waschen, falls du zu sehr müffelst. Shirts aus Merinowolle sind in dieser Hinsicht deutlich angenehmer als Kunststoff. Wie dick deine Lange Wanderhose sein sollte, hängt von der Route ab. Bleibst du unter 2.000 Metern reicht ein dünnes Modell. Bei den meisten Alpenüberquerungen ist aber etwas robustere Material von Vorteil. Bei Gletschertouren sollte die Hose zusätzlich einen Schutz gegen die Zacken der Steigeisen haben.
Meine Packlisten-Empfehlung:
  • Hardshelljacke / Regenjacke
  • Isolationsjacke
  • Regenhose
  • Fleecejacke
  • Funktionsshirt langärmlig
  • Funktionsshirt kurzärmlig (2 - 3 Stück)
  • Wanderhose lang
  • Wanderhose kurz
  • Funktionsunterwäsche (2 - 3 Sätze)
  • Funktionssocken (2 - 3 Paar)
  • Mütze / Stirnband
  • Basecap / Hut
  • Fingerhandschuhe
  • Sonnenbrille (ggf. Gletscherbrille)

Ausrüstung für die Hüttenübernachtungen

Vergiss auf keinen Fall deine Ohrstöpsel. Im Lager ist immer mindestens eine Person die schnarcht. Ob du zusätzliche Klamotten mitnimmst oder nicht, liegt ganz an dir. Falls du auf dem Weg nass geworden bist, ist es aber definitiv angenehm etwas Trockenes dabeizuhaben. In vielen Hütten sind Hüttenschuhe vorhanden, erkundige dich einfach vorher, dann kannst du die im besten Fall daheimlassen. Dein Hüttenschlafsack sollte keine Metallteile haben, da man mittlerweile auf einigen Hütten die Schlafsäcke – zum Schutz vor Bettwanzen – in die Mikrowelle stecken muss. Außerdem kann es auf einer Berghütte nachts echt kalt werden. Dicke Socken retten dir also möglicherweise den Schlaf.
Meine Packlisten-Empfehlung:
  • Hüttenschlafsack (Mikrowellen-geeignet)
  • Ohrstöpsel
  • Ein Paar (dicke) Socken zum Wechseln
  • Kulturbeutel mit Zahnbürste, Zahnpasta, Seife / Duschgel, biologisch abbaubares Reisewaschmittel, persönliche Gesundheits- und Hygieneartikel, Haargummi und Haarbürste)
  • Mikrofaserhandtuch
  • Bargeld
Optional:
  • Hüttenschuhe
  • Spielkarten
  • Jogginghose (auf möglichst kleines Packmaß achten)
  • Baumwollshirt

Notfallausrüstung für eine Alpenüberquerung

Auf einer Alpenüberquerung kann viel schiefgehen. Die allgemeine Notfallausrüstung gehört zur absoluten Pflichtausrüstung und kann dir im Ernstfall das Leben retten. Aber auch Blasen, Zeckenbisse und kleinere Schrammen müssen versorgt werden. Und dann kann es auch noch passieren, dass ein Gurt am Rucksack reißt und der mindestens bis zur nächsten Hütte geflickt werden muss. Und für den Fall, dass ein Mitglied der Gruppe Energie braucht, halte ich immer Snacks bereit. Geht dir unterwegs das Wasser aus, kannst du mit einem Wasserfilter gefahrlos aus Seen und Bächen trinken.
Meine Packlisten-Empfehlung:
  • Erste-Hilfe-Set
  • Biwak-Sack
  • Stirnlampe (plus Ersatzbatterien oder Ladekabel)
  • Handy
  • Powerbank (plus Ladekabel und Netzstecker)
  • Panzertape, Kabelbinder und Taschenmesser
  • Multi-Tool für kleine Reparaturen
  • Blasenpflaster
  • Sonnencreme
  • Lippenpflege
  • Pinzette
  • Tape
  • Toilettenpapier
  • persönliche Medikamente, Magnesium, Schmerztabletten
  • Snacks (z.B. Müsli- oder Proteinriegel, Nüsse, Schokolade, Äpfel usw.)

Hilfreiche Dinge auf einer Alpenüberquerung

Außerdem brauchst du einen gefüllten Geldbeutel, sowohl mit allen möglichen Karten als auch mit Bargeld. Das brauchst du nämlich auf den Hütten. Da du Landesgrenzen überquerst, benötigst du auch Ausweis oder Reisepass. Und selbst wenn du schon alle möglichen Regenschutzschichten dabeihast, ist ein wasserdichter Packsack manchmal deine Rettung und hält zumindest einen Satz Klamotten trocken. Zudem muss man mittlerweile auf einigen Hütten seinen Rucksack zum Schutz vor Bettwanzen in Plastiksäcke verpacken.
Meine Packlisten-Empfehlung:
  • Reisepass / Personalausweis
  • Krankenversicherungskarte
  • Nachweis Auslandskrankenversicherung
  • EC-Karte, Kredit-Karte
  • Alpenvereinsausweis
  • Müllbeutel
  • Beutel für Schmutzwäsche
  • mindestens ein wasserdichter Packsack
  • verschließbarer Plastiksack für Rucksack
Optional:
  • Badebekleidung für Bergseen

So organisierst du deinen Rucksack

Beim Packen gilt: Was du unterwegs häufig brauchst, sollte schnell erreichbar sein, alles andere kann weiter unten im Rucksack verschwinden. Schwere Gegenstände wie Wasser, Panzertape und Powerbank packst du möglichst nah an den Rücken und etwa auf Höhe der Schulterblätter. Leichte Sachen wie Schlafsack oder Wechselkleidung kommen nach unten, während Regenjacke, Erste-Hilfe-Set, Snacks und Sonnencreme oben oder in den Seitentaschen griffbereit liegen sollten. Hast du mehrere Packsäcke, dann organisiere darin deine Ausrüstung je nach Einsatzgebiet.
Meine Empfehlung:
  • Wechselkleidung
  • Hüttenutensilien
  • Verpflegung
  • Schmutzwäsche
  • Notfallausrüstung
Wichtig: Den Rucksack nicht bis zum letzten Liter vollstopfen – ein wenig Platz für Proviant oder zusätzliche Kleidung unterwegs ist Gold wert. Am Ende sollte der Rucksack acht bis allerhöchstens zwölf Kilogramm wiegen. Je leichter, desto besser.

Video: Diese 5 Dinge brauchst du für die Alpenüberquerung

Zum Autor

Denis Pscheidls Welt sind die Berge – und die beginnen praktischerweise direkt vor seiner Haustür in Innsbruck. Im Sommer ist er beim Bergsteigen oder Klettern unterwegs, im Winter auf Skitour. Selbst ein kurzer Abstecher an die Deutsche Journalistenschule in München konnte daran nichts ändern und es zog ihn im Anschluss sofort zurück in die Hauptstadt der Alpen. Heute arbeitet er als freier Journalist und schreibt am liebsten über Berge, Umwelt und Wissenschaft. Für Bergwelten verbindet er Praxis mit Recherche und liefert Ausrüstungstipps, die nicht am Schreibtisch entstehen, sondern draußen.

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