Die Bastei ist wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit der Sächsischen Schweiz und besonders imposant, wenn aus dem Elbtal der Morgennebel aufsteigt.

Sechsmal wilde Natur erleben in Sachsen

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4 Min.
07.08.2026

Foto: TMGS / Katja Fouad Vollmer

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Schroffe Gipfel, geheimnisvolle Teichlandschaften und urige Wälder: Wer unberührte Natur sucht, ist im deutschen Bundesland Sachsen genau richtig. Wir stellen sechs Nationale Naturlandschaften vor, in denen du der Wildnis auf unterschiedlichen Wegen ganz nahe kommst.

Inhalt

  1. 1. Nationalpark Sächsische Schweiz: Felsenwildnis mit Flussperspektive

  2. 2. Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: Stille Wasser für Entdecker

  3. 3. Dübener Heide: Eldorado für Wildtierbeobachter

  4. 4. Erzgebirge/Vogtland: Revier für Aktivurlauber

  5. 5. Zittauer Gebirge: Große Vielfalt auf kleinem Raum

  6. 6. Königsbrücker Heide: Echte Wildnis braucht Zeit

1. Nationalpark Sächsische Schweiz: Felsenwildnis mit Flussperspektive

Die Sächsische Schweiz will von allen Seiten bestaunt werden – zu Fuß, mit dem Fahrrad, gemächlich mit dem Kanu oder auf einer Fahrt mit der historischen Kirnitzschtalbahn von Bad Schandau bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Überall warten atemberaubende Aussichten auf bizarre Felsnadeln, Tafelberge und alte Buchenwälder. Auf schmalen Pfaden geht es durch wilde Schluchten. Unterwegs kann einem schon einmal ein Feuersalamander über den Weg laufen. Und in den Waldgebieten brüten Uhu, Wanderfalke und der seltene Schwarzstorch. Wer die steilen Stufen auf den markanten Lilienstein überwindet, wird mit einem unvergesslichen Rundblick über das Elbtal und die umliegenden Felsformationen belohnt.
Ein Kleinod direkt am Elbufer ist das alte Schifferdorf Schilka. Mit seinen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und der rekonstruierten alten Mühle gilt es heute als eines von Sachsens schönsten Dörfern und ist Ausgangspunkt vieler Wanderungen ins Elbsandsteingebirge.

2. Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: Stille Wasser für Entdecker

Über den Teichen, Mooren und weiten Heideflächen breitet sich eine außergewöhnliche Ruhe aus. Deutschlands größtes zusammenhängendes Teichgebiet wurde über Generationen hinweg für die Karpfenzucht geformt und gepflegt. Heute ist es ein UNESCO-Biosphärenreservat. Zwischen hunderten glitzernden Teichen bieten Erlenwälder, blumenübersäte Wiesen und kleine Dünenzüge vielfältigen Lebensraum. Hier leben Wolf, Biber und Fischotter. Seeadler und Störche ziehen ihre Kreise, Wiedehopf, Kiebitz und Rohrdommel lassen ihre unverwechselbaren Rufe hören, und Frösche und Unken singen um die Wette. Einfach Augen aufmachen und eine Weile still ins Land hineinlauschen.
Am umfassendsten lässt sich die Wasserlandschaft entlang des Naturerlebnispfades Guttauer Teiche und Olbasee nordöstlich von Bautzen erleben. Im Naturerlebniszentrum „Haus der Tausend Teiche“ in Wartha wird die faszinierende Unterwasserwelt der Teiche auf eindrucksvolle Weise erlebbar. Ein Dorfspaziergang durch die Biosphärendörfer Guttau und Wartha ist übrigens ein Erlebnis für sich. Zwischen kleinen Hofläden und historischen Hofanlagen können Besucher die Traditionen der Oberlausitz genießen. Kulinarisch wird es während der Lausitzer Fischwochen: Von Ende September bis Anfang November servieren die Gasthäuser fangfrische Spezialitäten, darunter natürlich der berühmte Lausitzer Karpfen.

3. Dübener Heide: Eldorado für Wildtierbeobachter

Nordöstlich von Leipzig, eingebettet zwischen Elbe und Mulde, breitet sich einer der größten zusammenhängenden Mischwälder Mitteldeutschlands aus. Die sanfte Hügellandschaft ist weit und ursprünglich und bietet Lebensraum für Europäische Wildkatzen, Elbebiber und Dachse. An den Gewässern jagen Fischadler, während Seeadler über den Mooren kreisen. Im Herbst rasten im Presseler Heidewald- und Moorgebiet die Kraniche und lassen ihre Rufe durch den Nebel hallen. Gleichzeitig beginnt die Hirschbrunft. Dann können Rotwild, Rehe und Schwarzwild in freier Natur beobachtet werden.

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Dabei ist der Respekt vor der Natur das oberste Gebot: Insgesamt zehn ausgewiesene Orte ermöglichen tiefe Einblicke, ohne dass die Tiere dabei gestört werden. Wer sich von einem zertifizierten Naturparkführer begleiten lässt, erfährt, sieht und hört wahrscheinlich um einiges mehr als bei einem Rundgang auf eigene Faust.
Tipp: Eine Paddeltour auf der Mulde führt durch stille Auenwälder und vorbei an flachen Kiesbänken. Mit etwas Glück lassen sich dabei auch Eisvogel und Reiher beim Fischfang beobachten.

4. Erzgebirge/Vogtland: Revier für Aktivurlauber

Hochmoore, Wälder, blühende Bergwiesen, alte Bergbau-Stollen und der höchste Gipfel Sachsens: Auf dem Erzgebirgskamm direkt an der Grenze zu Tschechien erstreckt sich über rund 120 Kilometer der Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Hier steht die Natur in enger Verbindung zu einer jahrhundertealten Kulturlandschaft und lädt zu spannenden Streifzügen ein. Ein Qualitätsfernwanderweg durchzieht auf 290 Kilometern die Kammlandschaften des Naturparks. Auch wer nur einzelne Etappen davon zurücklegt, wird mit unvergesslichen Aussichten auf Wälder, Moore und Bergwiesen belohnt. Ein Panorama bis nach Böhmen erwartet alle, die den Fichtelberg bei Oberwiesenthal erklimmen. Das funktioniert bei Bedarf auch ganz ohne Anstrengung: mit der Seilschwebebahn oder der dampfenden Fichtelbergbahn.
Ein absoluter Klassiker für Mountainbiker ist der „Stoneman Miriquidi“ mit rund 162 Kilometern Länge und einem Anstieg von 4.400 Höhenmetern. Der Rundkurs startet und endet in Oberwiesenthal und führt durch abwechslungsreiche Natur, vorbei an Wald, Moor und Fels.
Tipp: Zu einer Reise in die Vergangenheit lädt das Vogtländische Freilichtmuseum Landwüst. 4 Hofanlagen aus insgesamt drei Jahrhunderten, bewirtschaftete Felder und original eingerichtete Werkstätten zeigen, wie die vogtländische Landbevölkerung einst lebte und arbeitete.

5. Zittauer Gebirge: Große Vielfalt auf kleinem Raum

Im Dreiländereck zwischen Deutschland, Tschechien und Polen liegt im äußersten Südosten Sachsens das kleinste Mittelgebirge Deutschlands – ein Naturparadies mit einer faszinierenden Vielfalt an Biotopen: Dichte Buchenwälder mit kleinen Bächen, artenreiche Wiesen, eigenwillige Sandsteinformationen und sogar ein ehemaliger Vulkan treffen hier auf nur 133 Quadratkilometern aufeinander. Wer diese vielen Landschaftselemente verstehen möchte, startet am bestem im Naturparkhaus in Großschönau und macht sich von dort entlang des Lehrpfads auf den Weg zur Lausche. Der höchste Punkt der Region entstand ursprünglich durch Vulkantätigkeit – was dem Bergkegel bis heute anzusehen ist.
Für Freunde mittelalterlicher Gemäuer lohnt sich ein Ausflug auf den markanten Oybinberg. Mit der dampfbetriebenen Zittauer Schmalspurbahn geht es nostalgisch zum kleinen Kurort Oybin. Von dort nimmt man am besten den Weg durch die romantische Ritterschlucht mit ihren moosbewachsenen Felswänden. In nur fünfzehn Minuten ist das Gipfelplateau erreicht, auf dem ein grandioses Ruinenensemble aus mittelalterlicher Burg und Kloster thront.

6. Königsbrücker Heide: Echte Wildnis braucht Zeit

Was geschieht, wenn sich die Natur auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz wieder ungezähmt entfalten darf? Im Wildnisgebiet Königsbrücker Heide vor den Toren Dresdens lässt sich das seit 30 Jahren beobachten. Zwischen weiten Sandheiden, Mooren und offenen Wäldern holt sich die Natur ehemals menschlich genutzte Flächen zurück. Dabei entfaltet sich eine Landschaft mit großer Diversität, die Rückzugsraum für seltene Tiere wie Biber, Wolf und Sumpfschnepfe bietet. Gäste dürfen das Schauspiel ausschließlich von Besucherpfaden und Aussichtstürmen aus bewundern.
Einen der besten Ausblicke über die Heide mit ihren Moorflächen und dichten Wäldern bietet der 34 Meter hohe Haselbergturm. Dieser ist vom Besucherzentrum aus über Biberpfad oder Turmpfad zu erreichen. Von der Aussichtsplattform am „See der Freundschaft“ lassen sich Wasservögel beobachten – und mit etwas Glück auch die Spuren des Bibers.
Tipp: Bei einer geführten Tour gelangen Besucher mit dem Geländebus auch in sonst gesperrte Zonen des Wildnisgebiets. Dort zeigt sich an ausgewählten Stellen eindrucksvoll, wie sich die Natur ihren Raum Schritt für Schritt zurückerobert, wenn man ihr Zeit gibt.

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