Pauline – Radtour ans Meer

Mit dem Stadtrad von Innsbruck nach Grado: In fünf Tagen mit dem Fahrrad ans Meer

Reise
•
2 Min.
•
06.10.2026

Foto: Pauline Pichlmair

Werbung

Werbung

Werbung

Werbung

Werbung

Werbung

von Pauline Pichlmair

490 Kilometer, 4.000 Höhenmeter, fünf Tage und zwei voll bepackte Stadträder: Unsere Autorin Pauline ist mit dem Fahrrad von Innsbruck über den Brenner, durch Südtirol und über Cortina bis an die Adria gefahren. Ihre Route über die Alpen, eine Packliste und Tipps für die eigene Radreise ans Meer.

Inhalt

  1. Fahrradtour auf einen Blick

  2. Was ist eigentlich ein Abenteuer?

  3. Die Route im Detail: In fünf Tagen von Innsbruck nach Grado

  4. Packliste für fünf Tage Bikepacking

  5. Wie plant man eine Radreise ans Meer, ohne alles durchzuplanen?

  6. Du willst auch ein Abenteuer erleben?

Fahrradtour auf einen Blick

  • Start: Innsbruck (Tirol)
  • Ziel: Grado (Friaul-Julisch Venetien)
  • Distanz: ca. 490 km
  • Höhenmeter: ca. 4.000 hm
  • Dauer: 5 Tage
  • Fahrzeit: rund 30 Stunden
  • Untergrund: Radwege, Schotterwege und Nebenstraßen
  • Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
  • Geeignet für: Trekkingrad, Gravelbike, Stadtrad, E-Bike und Bikepacking-Abenteuer

Was ist eigentlich ein Abenteuer?

Irgendwann zwischen 2017 und 2020, als der Hype um endlose Fernreisen langsam einem Klimabewusstsein wich und nur einen Wimpernschlag später eine weltweite Pandemie dazukam, verloren weite Flugreisen und tropische Reiseziele ein wenig von ihrem verlockenden Glitzern.
Gleichzeitig blieb die Sehnsucht nach Abenteuer bestehen. Doch muss man dafür immer ein Flugticket buchen? Diese Frage habe ich mir gemeinsam mit meiner Freundin Jenny gestellt – wir sind beide Sportlerinnen und Content-Creatorinnen. Unsere Antwort:
Ein Abenteuer beginnt dort, wo man loszieht, ohne schon genau zu wissen, was unterwegs passieren wird.
Nichts daran behauptet, man müsste weit von zu Hause entfernt sein. Nichts daran verlangt nach teurer Ausrüstung, einem perfekten Plan oder dem richtigen Zeitpunkt. Denn vielleicht beginnt das Abenteuer genau dort, wo wir ohnehin schon sind: vor der eigenen Haustür. Und genau so wurde die Idee für unseren Stadtradtrip geboren: von Innsbruck über die Alpen bis ans Meer.

Werbung

Werbung


Die Route im Detail: In fünf Tagen von Innsbruck nach Grado

490 Kilometer | rund 4.000 Höhenmeter | 5 Tage | 30 Stunden im Sattel

  • Tag 1: Innsbruck – Brenner – Brixen. Über Patsch und Ellbögen ging es hinauf zum Brenner. Von dort folgten Jenny und Pauline dem Radweg über Sterzing nach Brixen.
  • Tag 2: Brixen – Bruneck – Toblach. Weiter auf Radwegen durch das Pustertal, mit Toblach als Tagesziel.
  • Tag 3: Toblach – Cortina – Belluno. Über Schotter bergauf nach Cortina, anschließend über Rad- und Schotterwegen Richtung Süden bis Belluno.
  • Tag 4: Belluno – Ceggia. Weiter nach Südosten, vorbei an den Prosecco Hills, bis nach Ceggia.
  • Tag 5: Ceggia – Grado. Über Landstraßen und Radwege, querfeldein Richtung Meer.

Auf dem Weg haben wir 15 Kugeln Eis gegessen, uns neunmal verfahren, nullmal gestritten, sieben Menschen kennengelernt und sowohl im Zelt als auch in Unterkünften geschlafen. Nach fünf Tagen standen wir schließlich am Meer.
Die Etappen beschreiben die gefahrene Strecke, keine genaue Navigation. Wer sie nachfahren möchte, sollte die konkrete Route vorab auf Untergrund, Verkehr und aktuelle Bedingungen prüfen.

Packliste für fünf Tage Bikepacking

Wir waren auf zwei Stadträdern unterwegs, die irgendwo zwischen Alltagsrad und Gravelbike liegen und deshalb genau zu unserer Idee gepasst haben: mit Gepäck über Radwege und Schotter fahren und unterwegs nicht ständig an Geschwindigkeit denken. An den Rädern hatten wir einen Gepäckträger und Seitentaschen, dazu kamen Kunststoffkisten, die wir mit Kabelbindern befestigt haben. Es war vielleicht nicht das klassischste Bikepacking-Setup, aber es war unseres.
Für die Packliste gilt: Ihr braucht nicht alles zweimal. Gerade bei Zelt, Werkzeug und Kochausrüstung lohnt es sich, das Gepäck aufzuteilen.

Am Rad

  • Zwei Stadträder
  • Gepäckträger und je zwei Seitentaschen
  • Zusätzliche Kunststoffkisten, Kabelbinder und Spanngurte
  • Front- und Rücklichter
  • Fahrradschloss
  • Trinkflaschen
  • Optional: Fahrradcomputer, Handyhalterung sowie eine kleine Tasche für Dinge, an die man unterwegs schnell herankommen möchte

Für Pannen

  • Ersatzschläuche in der passenden Größe
  • Reifenheber, Multitool und Minipumpe
  • Ein paar Kabelbinder und etwas Panzertape
  • Ein Reifenflicken für kleinere Schäden am Reifen

Unser Tipp: Vor der Abfahrt einmal ausprobieren, ob Pumpe, Schläuche und Werkzeug tatsächlich zu euren Rädern passen. Unterwegs in der Pampa ist ein schlechter Moment, um herauszufinden, dass ein elementarer Teil der Pumpe fehlt … so wie bei uns.

Zum Schlafen

  • Zelt samt Stangen und Heringen
  • Schlafsäcke und Isomatten
  • Aufblasbare Kissen, Ohrstöpsel und Schlafmasken
  • Schlafsachen, die wirklich nur zum Schlafen benutzt werden

Zum Kochen und Essen

  • Campingkocher, passende Gaskartusche und Feuerzeug
  • Topf, Deckel, Becher und Besteck
  • Kleines Messer, Schwamm, Geschirrtuch und etwas Seife
  • Müllbeutel oder wiederverwendbare Beutel für Lebensmittel
  • Kaffee, Elektrolyte und vor allem: Snacks
Wer wie wir auch in Unterkünften schläft, kann sich vor der Reise überlegen, wie oft der Kocher tatsächlich zum Einsatz kommen wird.

Kleidung pro Person

  • Zwei Radhosen und zwei Oberteile fürs Rad
  • Sport-BHs, Radsocken und bequeme Schuhe
  • Regenjacke, Windjacke oder Weste
  • Ein warmes Langarmshirt und eine leichte isolierende Jacke
  • Lange Hose, dünne Handschuhe und Kopfbedeckung
  • Ein normales Outfit für den Abend
  • Badesachen und Schlappen für das Meer
Die wichtigste Regel beim Packen: Für Regen und kühlere Stunden gerüstet sein, aber nicht für jede denkbare Situation ein eigenes Outfit mitnehmen.

Technik, Hygiene und Dokumente

  • Smartphone, Ladekabel und Powerbanks
  • Bei Bedarf: Kamera, Mikrofone und ein kleines Stativ
  • Zahnbürste, Zahnpasta, Sonnencreme, Lippenpflege und kleine Pflegeprodukte
  • Persönliche Medikamente und eine kleine Erste-Hilfe-Ausstattung
  • Ausweis, Krankenversicherungskarte, Bankkarte und etwas Bargeld
  • Optional: Kopfhörer, Notizbuch, Kartenspiel oder Buch
Was würden wir nächstes Mal zu Hause lassen? Wahrscheinlich das Zelt. In Unterkünften haben wir besser geschlafen und morgens Zeit gespart.
Was würden wir immer wieder mitnehmen? Kopfhörer für Musik.

Wie plant man eine Radreise ans Meer, ohne alles durchzuplanen?

Wir haben die Tour nicht als perfekt ausgearbeitete Abfolge von Etappen geplant. Wir hatten ein Ziel, eine grobe Richtung und genug Struktur, um losfahren zu können. Der Rest wurde unterwegs entschieden.
  • Die grobe Strecke festlegen: Zuerst haben wir geschaut, welche Distanz für einen Trip von ungefähr einer Woche realistisch ist und wo wir am Ende ans Meer kommen könnten.
  • Tagesetappen erst unterwegs entscheiden: Meistens haben wir am Vorabend überlegt, wie weit wir am nächsten Tag fahren wollen. Untertags durfte sich der Plan trotzdem ändern.
  • Die Route prüfen: Gerade mit beladenen Rädern lohnt sich ein Blick auf Höhenprofil und Wegbeschaffenheit, bevor man die nächste Etappe übernimmt.
  • Schlafplätze suchen: Unterkünfte haben wir oft erst am Nachmittag für den folgenden Tag über Booking oder Airbnb gesucht. Wie gut das funktioniert, hängt natürlich von Reisezeit und Ort ab.
  • Vor der Abfahrt organisieren: Die Räder und das Gepäck-Setup mussten vorher stehen. Bei Essen und Übernachtungen konnten wir spontaner bleiben.
Für Ideen entlang einer eigenen Route helfen außerdem regionale Tourismusverbände, Bergwelten-Touren und Empfehlungen von Menschen vor Ort. Manchmal ist die beste Frage beim Kaffeestopp einfach: Wo würdest du hier mit dem Rad hinfahren?

Du willst auch ein Abenteuer erleben?

Dann komm nicht nach Innsbruck und kopiere, was wir gemacht haben. Dein Abenteuer wartet hinter deiner Haustür.
Ein paar Ausgangspunkte:
  • Schau dir Touren und Wege in deiner eigenen Region an.
  • Folge einem Fluss und finde heraus, wohin er dich bringt.
  • Such dir einen See, einen Gipfel oder eine Stadt als Ziel.
  • Fahr mit dem Zug irgendwohin und lauf oder radel von dort nach Hause.
  • Frag Menschen aus deiner Umgebung, welchen Ort sie selbst schon lange entdecken möchten.
  • Schau auf Bergwelten, ob es Touren in deiner Region gibt.
Am Ende braucht es vielleicht gar nicht die perfekte Abenteueridee. Sondern zwei Fragen: Was habe ich zu Hause? Und worauf hätte ich schon lange einmal Lust?

Zur Autorin

Pauline Pichlmair ist Content Creatorin, Autorin, Redakteurin und Bergsportlerin aus Innsbruck. Auf ihren Kanälen nimmt sie ihre Community mit in die Berge und teilt ihre Leidenschaft für Outdoor-Abenteuer, Naturerlebnisse und die kleinen Momente des Alltags.

    Bergwelten ist der Startpunkt für dein Abenteuer in den Bergen

    Mit Tausenden geprüften Touren, Hütten und Unterkünften sowie Bergwissen von Expertinnen und Experten bist du ideal für die Berge vorbereitet.

    Artikel

    Hütten

    Touren