GPS Navigation

GPS-Gerät vs. Smartphone-App – Was schlägt sich besser beim Wandern?

Ausrüstung & Technik
3 Min.
07.09.2026

Foto: Adobe Stock

Werbung

Werbung

Werbung

Werbung

Empfehlungen

Werbung

Werbung

Empfehlungen

von Denis Pscheidl

Smartphone, Smartwatch, GPS-Handgerät – wer heute draußen unterwegs ist, hat bei der Navigation die Qual der Wahl. Aber braucht man ein separates GPS-Gerät überhaupt noch oder reicht die Touren-App am Handy?

Inhalt

  1. Auf einen Blick:

  2. Welche Vorteile hat ein GPS Gerät gegenüber dem Smartphone?

  3. Wann lohnt sich ein GPS-Handgerät?

  4. Wie finde ich die richtige Touren-App?

  5. Fazit: GPS-Gerät oder Smartphone?

  6. Über den Autor

Ein modernes Smartphone bringt bereits alles mit, was man für die meisten Touren benötigt: GPS, Karten, Kompass und zahlreiche Apps zur Tourenplanung. Bei entsprechend vorbereiteten Offline-Karten funktioniert die Navigation sogar dort, wo kein Mobilfunkempfang vorhanden ist.

Route zu Hause planen, Karte herunterladen, Smartphone einstecken – fertig. Braucht man heutzutage also überhaupt noch klassische GPS-Geräte, wenn das Smartphone, das ohnehin überall dabei ist, auch alles kann, was ich beim Wandern zum Navigieren brauche?

Auf einen Blick:

Kurz gesagt: wahrscheinlich nicht. Für die meisten Touren reicht ein Smartphone mit Touren-App völlig aus. Zwar ist ein GPS-Gerät deutlich besser darauf ausgelegt, draußen genutzt zu werden, jedoch spielen diese Vorteile in den wenigsten Fällen eine entscheidende Rolle. Wann es sich trotzdem , ein richtiges GPS-Gerät dabeizuhaben und wie du dein Smartphone zum Outdoor-Navigationsgerät machst, erfährst du in diesem Artikel.
Achtung: Auch wenn du mit GPS-Gerät oder Outdoor-Navigationsapp unterwegs bist, solltest du niemals blind dem farbigen Strich folgen. Grundvoraussetzung sind Kenntnisse in Tourenplanung und Orientierung. Gleiche die Karte der App regelmäßig mit der Topografie vor Ort ab und vergewissere dich lieber etwas früher als zu spät, ob du dich noch auf dem richtigen Weg befindest.

Welche Vorteile hat ein GPS Gerät gegenüber dem Smartphone?

Auch wenn dein Smartphone mit der richtigen Tourenapp alle wichtigen Funktionen eines Outdoor-Navigationssystems beherrscht, ist und bleibt es trotzdem ein Mobiltelefon. GPS-Geräte hingegen sind speziell für den Einsatz draußen unter widrigen Bedingungen entwickelt und gebaut.

Werbung

Werbung

  • GPS-Geräte sind robuster als Smartphones: Outdoor-GPS-Geräte sind dafür gebaut, bei Regen, Staub, Kälte und Stößen zuverlässig zu funktionieren. Während man beim Smartphone schon bei einem kleinen Regenschauer über die Bedienung des Touchscreens nachdenken muss, lässt sich ein GPS-Gerät meist problemlos weiterverwenden.
  • Die Akkulaufzeit ist deutlich höher als bei Smartphones: Wer mehrere Tage unterwegs ist, ist mit einem GPS-Gerät im Vorteil. Der Akku hält deutlich länger als der eines Smartphones – je nach Modell und Betriebsart sind Laufzeiten von mehreren Tagen möglich. Spitzenmodelle wie das Garmin GPSMAP 67 erreichen laut Hersteller bis zu 180 Stunden im GPS-Modus.
  • Die Handhabung ist auf draußen ausgelegt: Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich GPS-Geräte meist mit Handschuhen bedienen lassen. Viele verfügen über Tasten oder speziell für den Outdoor-Einsatz optimierte Touchscreens. Gerade im Winter oder bei widrigen Bedingungen kann das deutlich angenehmer sein als die Bedienung eines normalen Smartphones.

Wann lohnt sich ein GPS-Handgerät?

Bei sehr langen Touren ohne gesicherte Stromversorgung und unter extrem harschen Bedingungen – etwa Expeditionen in den tropischen Dschungel oder den Himalaja. Ein GPS-Handgerät punktet überall dort, wo Zuverlässigkeit, lange Akkulaufzeit und Robustheit wichtiger werden. Wer mehrere Wochen ohne Strom unterwegs ist, häufig in abgelegenen Gebieten wandert oder sich auch bei schlechtem Wetter und schwierigen Bedingungen auf die Navigation verlassen muss, profitiert von einem richtigen GPS-Gerät.
Für eine Tageswanderung auf markierten Wegen braucht es kein separates GPS-Gerät. Wer die Route vorher plant, die entsprechenden Karten offline speichert und einen ausreichend geladenen Akku plus eine Powerbank hat, ist mit dem Smartphone bestens ausgestattet. Das beste: Es ist ohnehin dabei. Mit einer guten Outdoor-App und etwas Vorbereitung kann es ein GPS-Gerät bei den meisten Touren problemlos ersetzen.

Wie finde ich die richtige Touren-App?

Auch wenn Google Maps mittlerweile überraschend viele Wanderwege eingezeichnet hat, solltest du trotzdem auf eine richtige Outdoor-Navi-App setzen. Eine gute Touren-App vereint:
  • Einfache Planung von Touren: Die Tourenplanung sollte möglichst intuitiv sein. Etwa automatisches Verbinden von Wegpunkten, die durch Berührung des Bildschirms gesetzt werden
  • Eine gute Kartenbasis: Auf einer guten Wanderkarte sollten Höhenlinien, Wegbeschaffenheit, markante Punkte, Sehenswürdigkeiten usw. markiert sein.
  • Offline-Nutzung: In der App musst du geplante Routen und Karten herunterladen können. Meistens bietet das aber nur die Bezahlversion.
  • Import und Export von GPX-Dateien: Geodaten von Touren werden im GPX-Format gespeichert. Durch simplen Im- und Export können Tracks von anderen Personen aufs eigene Handy geladen oder selbst aufgezeichnete Routen geteilt werden.
  • Tracking: Um eigene Touren aufzuzeichnen, sollte die App außerdem eine Trackingfunktion integriert haben.
  • Kompass: Die App sollte über einen Kompass verfügen. Einzig darauf sollte man sich aber nicht verlassen, sondern zusätzlich das Gelände mit der digitalen Karte abgleichen.
  • Tourenvorschläge: Ist kein Muss, aber die meisten Apps bieten auch vorgeplante Tourenvorschläge, die man als Inspiration nützen kann.
In der Regel bieten die kostenlosen Versionen solcher Tourenapps bereits umfangreiche Funktionen wie Tourenplanung, Tourenvorschläge, Tracking und Kompass. Die Offline-Nutzung sowie eine Auswahl unterschiedlicher Kartentypen hingegen gibt es meist nur in der Bezahlversion.
Am besten probierst du verschiedene kostenlose Testversionen aus und entscheidest dich dann für die Pro-Version der App, mit der du am besten zurechtkommst. Zwar bieten die meisten Touren-Apps bereits in der Basisversion umfangreiche Tools, die dir jedoch meist nicht viel bringen, wenn du unterwegs keinen Internetempfang hast. In der Pro-Version lassen sich Karten herunterladen und offline nutzen. GPS-Navigation funktioniert ohnehin auch ohne Internetempfang.

Fazit: GPS-Gerät oder Smartphone?

Ein separates GPS-Gerät ist heute für die meisten Wanderer kein Muss mehr. Ein modernes Smartphone mit einer guten Outdoor-App und heruntergeladenen Offline-Karten bietet alles, was man für die Navigation auf den meisten Touren benötigt.
Wer mit dem Smartphone navigiert, sollte den Akku allerdings nicht bis zum letzten Prozent ausreizen. Das Handy ist nicht nur Navigationsgerät, sondern im Notfall auch Kommunikationsmittel. Eine Powerbank gehört bei längeren Touren deshalb immer ins Gepäck.
Trotzdem haben GPS-Handgeräte ihre Berechtigung. Sie sind robuster, halten länger durch und funktionieren auch unter Bedingungen zuverlässig, bei denen ein Smartphone an seine Grenzen stößt. Für anspruchsvolle Bergtouren, lange Unternehmungen und abgelegene Regionen sind sie deshalb nach wie vor eine sinnvolle Ergänzung.


Über den Autor

Denis Pscheidls Welt sind die Berge – und die beginnen praktischerweise direkt vor seiner Haustür in Innsbruck. Im Sommer ist er beim Bergsteigen oder Klettern unterwegs, im Winter auf Skitour. Denis arbeitet als freier Journalist für Bergwelten und liefert Ausrüstungstipps, die nicht am Schreibtisch entstehen, sondern draußen.

    Bergwelten ist der Startpunkt für dein Abenteuer in den Bergen

    Mit Tausenden geprüften Touren, Hütten und Unterkünften sowie Bergwissen von Expertinnen und Experten bist du ideal für die Berge vorbereitet.

    Artikel

    Hütten

    Touren