PROGNOSE

Föhnsturm in den Nordalpen, vor allem in den Südalpen Schnee

Wetter • 31. Januar 2019
von UBIMET Meteorologenteam

In diesen Stunden gerät Österreich allmählich unter den Einfluss eines umfangreichen Tiefs mit Kern über Westeuropa. Am Freitag rückt das Tief näher und im Alpenraum kommt eine ausgeprägte, föhnige Südströmung auf. Während es in den Nordalpen streckenweise stürmisch wird, stauen sich im Südwesten des Landes sehr feuchte Luftmassen. Am Sonntag erfasst uns dann kühlere Luft und auch in den Nordalpen fällt etwas Schnee.

Am bevorstehenden Wochenende ist mit Neuschnee, Föhnsturm und einem Anstieg der Lawinengefahr zu rechnen
Foto: mauritius images / Klaus Scholz /
Am bevorstehenden Wochenende ist mit Neuschnee, Föhnsturm und einem Anstieg der Lawinengefahr zu rechnen

Freitag, 1. Februar 2019

Am Freitag ziehen viele Wolken durch, besonders vom Tiroler Unterland bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet kommt bei teils stürmisch auffrischendem Südföhn aber zeitweise die Sonne zum Vorschein. Sonst überwiegen meist die Wolken und von Südtirol bis zu den Karawanken setzt rasch Regen bzw. Schneefall ein, der im Tagesverlauf auch über den Alpenhauptkamm übergreift. Die Schneefallgrenze steigt an der Alpennordseite sowie von der Villacher Alpe ostwärts auf 1.000 bis 1.400 m, in den inneralpinen Tallagen von Südtirol bis Oberkärnten bleibt es hingegen bei nassem Schneefall bis in die Täler. Ab dem Abend schneit es hier anhaltend und kräftig! Auf den Bergen weht zunehmend stürmischer Südwind, in den Hochlagen von den Zillertaler Alpen über die Tauern bis zum Hochschwab muss man mit Orkanböen rechnen! Die Temperaturen liegen in 3.000 m um -5 Grad, in 2.000 m gibt es von Süd nach Nord -3 bis +2 Grad.

Samstag, 2. Februar 2019

Der Samstag beginnt am Alpenhauptkamm und in den Südalpen oftmals nass. Von den Dolomiten bis zu den Nockbergen regnet und schneit zunächst noch intensiv, tagsüber lässt die Intensität aber nach und die Schneefallgrenze steigt gegen 1.000 bis 1.500 m an. In Vorarlberg und im Tiroler Oberland sowie in den Nordalpen vom Salzkammergut ostwärts scheint hingegen zeitweise die Sonne. Der Wind weht lebhaft, von den Tauern ostwärts auch noch kräftig bis stürmisch aus Süd. Die Temperaturen liegen in 3.000 m zwischen -8 und -6 Grad, auf 2.000 m werden von West nach Ost -1 bis +2 Grad erreicht.

Bergwetter am Samstag
Foto: UBIMET
Bergwetter am Samstag

Sonntag, 3. Februar 2019

Am Sonntag regnet und schneit es in der Früh verbreitet, Schnee fällt oberhalb von 700 bis 1.200 m. Tagsüber verlagert sich der Schwerpunkt des Niederschlags auf die Alpennordseite und mit Zufuhr kälterer Luft sinkt hier die Schneefallgrenze langsam bis in die Tallagen. Längere trockene Abschnitte und sonnige Auflockerungen gibt es im Laufe des Nachmittags hingegen von den Dolomiten über die Koralpe bis zum Grazer Bergland. Der Wind weht besonders im östlichen Bergland lebhaft aus Nordwest. In 3.000 m Höhe kommen die Temperaturen nicht über -10 Grad hinaus, in 2.000 m Höhe liegen die Höchstwerte zwischen -7 Grad am Arlberg und -3 Grad in den Dolomiten.

Bergwetter-Tipp:

Die Lawinengefahr nimmt im Laufe des Wochenendes neuerlich zu: Das Auf und Ab der Temperaturen in Zusammenspiel mit stürmischem Wind und Neuschnee sorgen für einen zunehmend ungünstigen Schneedeckenaufbau. Besonders am Alpenhauptkamm und in den Südalpen ist ab Samstag mit erheblicher bis großer Lawinengefahr zu rechnen. Die Gefahrenstellen liegen vor allem in Kammlagen, Rinnen und Mulden der Expositionen Nordwest über Nord bis Nordost und werden im Laufe des Wochenendes schwieriger zu erkennen. Unerfahrene Skifahrer und Tourengeher sollten daher unbedingt auf den Pisten bleiben.

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