
„Blair Witch Project“ auf Ennstaler Art
von Rene Sendlhofer-Schag
Wenn Anfang Jänner Nebelschleier statt Neuschnee die Landschaft prägen, hat das Ennstal etwas Mysteriöses, finden die Locals René Sendlhofer-Schag und Enrico Radaelli. Das hält sie aber nicht davon ab, sich auf „Expeditionstour“ zu begeben. Eine Höhle, die sie nur vom Hörensagen kennen, scheint ihnen als Ziel gerade richtig.
Die ganze Familie auf Kletterausflug
© Nina Rebele
Das neue Jahr ist erst einige Tage alt, der Silvester-bedingte Schlafmangel ist mir noch ins Gesicht geschrieben – dennoch zieht es mich schon wieder hinaus in den Wald. Neues Jahr, neues Glück, Neues zu entdecken.
Die düsteren Nebelschwaden umhüllen das Tal und die Wälder mit einem mystischen Schleier. Erinnert mich an den Film „Blair Witch Project“, den ich vor vielen Jahren im Analog-Fernsehen auf einer grobkörnigen 50-cm-Diagonale gesehen habe. Heute ist trotz langer Nächte alles gestochen scharf und gleich nochmal so gespenstisch. Verstärkung muss her.
Mit einem ausgebildetenBerg- und Naturwächter kann ja quasi nix mehr passieren. Hexen hin oder her. Ein Ziel ist auch schon ausgesucht: das Frauenloch in den Weißenbacher Mauern im Ennstal. Hier bin ich aufgewachsen und kenne jeden Stein, jede Wurzel und die besten Plätze um sich auf Lianen zu schwingen. Doch die Höhle, am Fuße der Mauern, kenne ich nur aus Erzählungen. Da müssen wir hin!
Die Wände sind von zahlreichen Wasserfällen durchzogen und bei einem, so heißt es, befindet sich die Höhle. Zum größten führt ein Wanderweg. Nix wie hin und dann am Wandfuß entlang bis wir am Eingang sind. Genialer Plan. Aber auch genial gescheitert. Da gibt's kein Vorankommen – zu steil und unwegsam ist das Gelände. Eine Alternative muss her und so stapfen wir durch den finsteren Geisterwald immer weiter in Richtung Höhle. Die Tour hat mittlerweile dezenten Expeditions-Charakter. Doch das kann uns nicht davon abhalten, dieses Geheimversteck der lokalen Berg- und Höhlenrettung zu finden. Klar hätten wir vorher fragen können, aber das kann ja jeder.
Die düsteren Nebelschwaden umhüllen das Tal und die Wälder mit einem mystischen Schleier. Erinnert mich an den Film „Blair Witch Project“, den ich vor vielen Jahren im Analog-Fernsehen auf einer grobkörnigen 50-cm-Diagonale gesehen habe. Heute ist trotz langer Nächte alles gestochen scharf und gleich nochmal so gespenstisch. Verstärkung muss her.
Mit einem ausgebildeten
Die Wände sind von zahlreichen Wasserfällen durchzogen und bei einem, so heißt es, befindet sich die Höhle. Zum größten führt ein Wanderweg. Nix wie hin und dann am Wandfuß entlang bis wir am Eingang sind. Genialer Plan. Aber auch genial gescheitert. Da gibt's kein Vorankommen – zu steil und unwegsam ist das Gelände. Eine Alternative muss her und so stapfen wir durch den finsteren Geisterwald immer weiter in Richtung Höhle. Die Tour hat mittlerweile dezenten Expeditions-Charakter. Doch das kann uns nicht davon abhalten, dieses Geheimversteck der lokalen Berg- und Höhlenrettung zu finden. Klar hätten wir vorher fragen können, aber das kann ja jeder.
Nach schier endlosem Marsch durch das Dickicht, zahlreichen Bachquerungen und einem gekonnten Steilaufschwung, der selbst erfahrene Alpinisten vor Neid erblassen ließe, sind wir am Wandfuß angekommen. Doch von der Höhle keine Spur – hat sich wohl gut versteckt. Durch bösartiges Dornengestrüpp kämpfen wir uns zuerst nach Westen und enttäuschter Weise danach nochmal in die entgegengesetzte Richtung. Und plötzlich war sie da, die Höhle – das Frauenloch. 50 Meter über uns. Dazwischen: Klettern im 3. Schwierigkeitsgrad auf nassen Steinen. Und wenn schon – das Ziel so nah vor Augen lassen wir uns jetzt von nichts mehr abschrecken.
Und so ein Espresso, knapp oberhalb der Nebelsuppe, mit leichtem Windhauch aus der Höhle, schmeckt einfach besser als zuhause. Auch wenn wir nicht die ersten waren, heute haben wir die Höhle zumindest für uns neu entdeckt.
Und so ein Espresso, knapp oberhalb der Nebelsuppe, mit leichtem Windhauch aus der Höhle, schmeckt einfach besser als zuhause. Auch wenn wir nicht die ersten waren, heute haben wir die Höhle zumindest für uns neu entdeckt.
Der Weg zur Höhle muss natürlich geheim bleiben. Weitere Touren im prächtigen Ennstal – mit und ohne Schnee – findet ihr hier:
Die ganze Familie auf Kletterausflug
© Nina Rebele
Die ganze Familie auf Kletterausflug
© Nina Rebele


