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Prognose

Bergwetter: Unbeständig mit ein paar Schauern und Gewittern, am Sonntag Kaltfront

• 29. April 2021
von UBIMET Meteorologenteam

Eine Luftmassengrenze liegt derzeit quer über dem Alpenraum und trennt kühle Luftmassen über Nordwesteuropa von feuchtwarmer Luft über dem Mittelmeerraum. Mit Annäherung eines Tiefs über Westeuropa wird es am Samstag in den Alpen kurzzeitig föhnig, bereits in der Nacht auf Sonntag zieht aus Westen allerdings eine Kaltfront auf. Dementsprechend unbeständig gestaltet sich das Wetter im Alpenraum an diesem Wochenende.

Unbeständiges Wetter erwartet uns am ersten Maiwochenende in den Bergen. Foto: Regenbogen über dem Kirchturm von Mittenwald im bayerischen Karwendel
Foto: mauritius images / Sebastian Frölich
Unbeständiges Wetter erwartet uns am ersten Maiwochenende in den Bergen. Foto: Regenbogen über dem Kirchturm von Mittenwald im bayerischen Karwendel
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Freitag, 30. April 2021

Am Freitag dominieren insgesamt die Wolken und bereits in den Morgenstunden fällt gebietsweise etwas Regen. Im Laufe des Vormittags lockern die Wolken bevorzugt von Nordtirol bis in den Pongau sowie im südlichen Bergland etwas auf und zeitweise kommt die Sonne zum Vorschein. In der feuchten Luft breiten sich aber rasch wieder Quellwolken aus und in weiterer Folge gehen örtlich Regenschauer nieder. Von den Karnischen Alpen bis zu den Lavanttaler Alpen sind vereinzelt auch kurze Gewitter möglich. Überwiegend trocken bleibt es tagsüber vom Großraum Innsbruck über den Pinzgau und die Berchtesgadener Alpen bis ins Salzkammergut. In den Hochlagen sowie im Bereich des Alpenhauptkamms weht lebhafter bzw. lokal auch kräftiger, föhniger Südwestwind. Die Temperaturen steigen in 3.000 m Höhe auf -4 bis -1 Grad. In 2.000 m Höhe erwärmt sich die Luft auf 3 bis 7 Grad.

Samstag, 1. Mai 2021

Der Samstag beginnt mit dichten Wolken, aber nur in Vorarlberg und den Allgäuer Alpen sowie in Südtirol gehen Regenschauer nieder. Tagsüber setzt sich vor allem nördlich des Alpenhauptkamms sowie von Unterkärnten bis zum Alpenostrand zeitweise die Sonne durch, im äußersten Westen sowie von Südtirol bis nach Oberkärnten bleibt es dagegen meist bewölkt. Am Nachmittag verdichten sich die Wolken wieder und die Schauer- und Gewitterneigung steigt vor allem in den Nordalpen sowie von den Karawanken bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet an. Am Abend breitet sich von Vorarlberg bis Oberkärnten dann kräftiger Regen aus. Der Wind weht vor allem in den Hochlagen bzw. in den klassischen Föhnschneisen lebhaft bis kräftig aus Südwest. Die Höchstwerte liegen in 3.000 m Höhe zwischen -3 und 0 Grad bzw. in 2.000 m bei 4 bis 8 Grad.

Bergwetter für Samstag den 1.Mai 2021
Foto: UBIMET
Bergwetter für Samstag den 1.Mai 2021

Sonntag, 2. Mai 2021

Der Sonntag bringt dichte Wolken und von Vorarlberg über die Bayerischen Alpen bis nach Salzburg fällt verbreitet Regen. Die Schneefallgrenze sinkt hier auf etwa 1200 m ab. Auch sonst ziehen einige, zum Teil auch gewittrige Regenschauer durch, nur von der Koralpe bis zum Wechsel zeigt sich anfangs mitunter noch die Sonne. Am Nachmittag lassen die Schauer von den Fischbacher Alpen bis zur Buckligen Welt wieder nach, sonst bleibt es oft nass. Der Wind frischt vor allem entlang der östlichen Nordalpen sowie im südöstlichen Bergland kräftig bis stürmisch aus West auf, auf exponierten Gipfeln des Alpenostrands sind auch schwere Sturmböen zu erwarten! Die Temperaturen kommen in 3.000 m Höhe von Nordwest nach Südost nicht mehr über -8 bis -4 Grad hinaus, in 2.000 m gibt es -3 bis +3 Grad mit den höchsten Werten am Vormittag in den Lavanttaler und Fischbacher Alpen.

Bergwetter-Tipp:

Das Frühjahr stellt für Meteorologen eine besondere Herausforderung dar: Einerseits halten sich über Nordeuropa und Russland oft noch kalte Luftmassen, welche zu Kaltlufteinbrüchen führen können, andererseits sorgt der zunehmende Sonnenabstand für eine Erwärmung der bodennahen Luft und somit für eine Labilisierung der Luft. In dieser Jahreszeit treten zudem häufig abgeschlossene Höhentiefs auf, welche nicht in die westwinddominierte Frontalzone eingebunden sind. Ihre Zugrichtung vorherzusagen ist schwer und macht den besten Wettermodellen zu schaffen. Besonders mittelfristige Vorhersagen sind in dieser Jahreszeit somit oft mit erhöhten Unsicherheiten behaftet, weshalb es besonders wichtig ist, bei der Tourenplanung auf einen aktuellen Wetterbericht zurückzugreifen.

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