Prognose

Bergwetter: Tiefdruckeinfluss hat uns fest im Griff

• 12. Mai 2021
von UBIMET Meteorologenteam

Die Wetterlage über Europa ist ziemlich festgefahren und der Alpenraum liegt bis zum Wochenende im Einflussbereich mehrerer Tiefdrucksysteme in einer schwach ausgeprägten, für die Jahreszeit unterdurchschnittlich temperierten und unbeständigen Westströmung. Plötzliche Regengüsse können somit in den Alpen in den kommenden Tagen täglich eintreten und gelegentlich auch von Blitz und Donner begleitet sein.

In den kommenden Tagen ist immer wieder mit Regenschauern und Gewittern zu rechnen. Foto: Hochmoor in den Stubaier Alpen (Tirol)
Foto: mauritius images/ Pitopia / Bernd Jürgens
In den kommenden Tagen ist immer wieder mit Regenschauern und Gewittern zu rechnen. Foto: Hochmoor in den Stubaier Alpen (Tirol)

Donnerstag, 13. Mai 2021

Am Donnerstag regnet es von den Kitzbüheler Alpen bis zum Alpenostrand immer wieder und teils schauerartig. Im Westen sowie in den Südalpen ziehen vor allem in der zweiten Tageshälfte einzelne, mitunter auch gewittrige Regenschauer durch, dazwischen zeigt sich aber vor allem in Kärnten ab und zu auch die Sonne. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1.500 m in den Nordalpen und 2.000 m im Süden. In einigen Tälern südlich des Alpenhauptkamms lebt tagsüber der Nordföhn auf, am Alpenostrand muss man teils auch mit stürmischen Böen aus Nordwest rechnen. In 3.000 m Höhe liegen die Temperaturen von West nach Ost zwischen -5 und -3 Grad. In 2.000 m Höhe werden +2 Grad entlang der Nordalpen und bis zu +5 Grad in den Südalpen erreicht.

Freitag, 14. Mai 2021

Der Freitag startet bereits mit vielen Wolken und vor allem im Bereich der Tauern auch oft nass. Tagsüber bilden sich dann neuerlich zahlreiche und teils kräftige Regenschauer. In Kärnten und im Tiroler Oberland lockert es aber zeitweise auch sonnig auf. Schnee ist erst ab 2.000 m Höhe ein Thema und der Wind weht überall höchstens mäßig. Die Temperaturen in 3.000 m Höhe erreichen nach wie vor -5 bis -3 Grad, in 2.000 m Höhe sind maximal +3 bis +5 Grad zu erwarten.

Samstag, 15. Mai 2021

Am Samstag scheint abseits einiger Restwolken anfangs noch gebietsweise die Sonne, rasch bilden sich aber Quellwolken und verbreitet gehen wieder häufig Regenschauer nieder, vereinzelt sind auch Gewitter mit dabei. Am Abend setzt in Vorarlberg, Tirol sowie auch in den Bayerischen Alpen von Westen her schließlich Regen ein. Dazu wird es eine Spur milder: In 3.000 m Höhe maximal -4 bis -2 Grad,  in 2.000 m Höhe +4 bis +6 Grad. Der Wind spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle, dreht aber am Hauptkamm im Tagesverlauf auf Süd.

Sonntag, 16. Mai 2021

Der Sonntag beginnt vom Arlberggebiet und dem Bregenzerwald bis zu den Hohen Tauern  trocken und teils aufgelockert bewölkt. Östlich und südlich davon fällt anfangs noch etwas Regen. Tagsüber trocknet es dann am Alpenostrand ab und die Sonne kommt hier immer öfter zum Vorschein. Im Westen und Süden sowie auch in den Bayerischen Alpen bilden sich hingegen mit der Tageserwärmung neuerlich einzelne Schauer, Gewitter sind aber aus heutiger Sicht nicht mehr zu erwarten. Der Wind frischt vor allem im Kammniveau und am Alpenostrand lebhaft bis kräftig aus Nordwest auf. Auf 3.000 m Höhe -7 bis -5 Grad bzw. auf 2.000 m Höhe +2 bis +5 Grad.

Temperaturen am Sonntag
Foto: Ubimet
Temperaturen am Sonntag

Bergwetter-Tipp

Den Ursprung der Eisheiligen, deren Gedenktage vom 12. bis zum 15. Mai liegen, nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform finden die Eisheiligen genau genommen aber erst knapp 10 Tage später statt, weil diese Bauernregel noch aus der Zeit des julianischen Kalenders stammt. Tatsächlich weist die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur in Österreich zwischen dem 19. und dem 24. Mai einen vorübergehenden Rückgang auf, also gibt es zu dieser Jahreszeit eine Häufung an Kaltlufteinbrüchen. Streng genommen finden die Eisheiligen daher heuer zu früh statt. Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, also eine spezielle Wetterlage, die zu einem bestimmten Zeitabschnitt im Jahr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftritt.

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