Bergwetter

Sonne, Föhn, Neuschnee in den Südalpen

Wetter • 4. Februar 2016
von UBIMET Meteorologenteam

Der Alpenraum verbleibt anfangs noch in einer straffen Nordwestströmung. An der Vorderseite eines Tiefdruckkomplexes südlich von Island dreht die Strömung aber zunehmend auf südwestliche Richtung. Damit stellt sich eine ausgeprägte Südföhnlage ein. Am Sonntag erreicht dann schließlich eine Kaltfront die Alpen und mit der Ausbildung eines Mittelmeertiefs zeichnen sich auch für die Regionen südlich des Hauptkamms nennenswerte Neuschneemengen ab.

Bergwetter: Sonne, Föhn, Neuschnee in den Südalpen
Foto: mauritius images/ Martin Zurek
Bergwetter: Sonne, Föhn, Neuschnee in den Südalpen

Samstag, 06. Februar 2016

Am Samstag scheint nördlich des Alpenhauptkamms von der Früh weg oft die Sonne, die Nebelfelder in manchen Becken und Tälern lichten sich am Vormittag. Erst am Nachmittag ziehen westlich von Salzburg westwärts ein paar hochliegende Wolkenfelder durch. Im Tagesverlauf lebt starker, im Hochgebirge stürmischer, föhniger Südwestwind auf. Dieser greift zunehmend auch in viele Täler, etwa im Inntal durch. Südlich des Alpenhauptkamms verläuft der Tag zwar ebenfalls freundlich, hier machen sich speziell in den typischen Südstaugebieten allerdings dichte Wolken bemerkbar. Trocken bleibt es vorerst auch hier. In 2.000 m meist -3 bis +4 Grad und in 3.000 m um -5 Grad, wobei die höchsten Werte entlang der Nordalpen erreicht werden.
 

Sonntag, 07. Februar 2016

Am Sonntag halten sich vom Gardasee bis zum Brenner bzw. zu den Hohen Tauern von der Früh weg dichte Wolken und häufig regnet und schneit es, ab Mittag zum Teil sogar kräftig. Die Schneefallgrenze liegt dabei je nach Intensität zwischen Tallagen und 1.200 m Seehöhe. Nördlich des Hauptkamms, speziell vom Patscherkofel ostwärts, weht hingegen weiterhin starker, anfangs auch noch stürmischer Südföhn und hier zeigt sich zum Teil kurz die Sonne. Im Allgäu, in Vorarlberg sowie im Tiroler Oberland und im Außerfern bricht der Föhn rasch zusammen und ab Mittag setzen verbreitet Regen und Schneefall ein. Schnee fällt erst oberhalb von 1.200 bis 1.400 m. In 2.000 m -3 bis +4 Grad und -10 bis -7 Grad in 3.000 m.
 

Bergwetter-Tipp

Am Sonntag kündigen sich für die Südalpen die ersten ergiebigen Schneefälle dieses Winters an. Damit gehören schneefreie Hänge spätestens am Montag der Vergangenheit an. Die Schneefallgrenze wird dabei allerdings regional stark schwanken. So kann es im Bereich der Dolomiten oder in Osttirol und Oberkärnten bis in die Täler schneien. Im Raum Bozen und Meran handelt es sich hingegen erst oberhalb von gut 1.000 m um Schnee. Ein Grund dafür ist neben lokalen Effekten die mitunter hohe Niederschlagsintensität. Dadurch wird der Luft Wärme entzogen und die Schneefallgrenze kann so trotz eigentlich zu hoher Temperaturen bis in die Täler absinken.
 

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