Wettervorhersage für Jänner 2016

Bergwetter: Kaiserwetter und Neuschnee in den Nordalpen

Wetter • 21. Januar 2016
von UBIMET Meteorologenteam

„Claudius“, „Iris“ und „Dietrich“ sind die drei Hauptakteure im Wetter der kommenden Tage. Am Freitag beschert uns Hoch „Claudius“ zunächst einen Bilderbuchstart ins Wochenende mit Kaiserwetter im Großteil des Alpenraums. Am Samstag kommt dann mit der Warmfront von Tief „Iris“ Schwung in unser Wettergeschehen. Zum Wochenausklang macht sich mit „Dietrich“ von Westen her aber wieder ein schwaches Zwischenhoch bemerkbar.
 

Tourengeher
Foto: mauritius images/ Christian Vorhofer
Tourengeher

Freitag, 22. Jänner 2016

Der Freitag präsentiert sich von seiner strahlend sonnigen, aber recht kalten Seite. Einzig in den Tälern sind am Vormittag einige Nebelfelder anzutreffen, etwa im Mur- und Mürztal, im Rheintal, im bayerischen Alpenvorland oder im Klagenfurter Becken. Im weiteren Verlauf setzt sich aber auch in diesen Regionen meist die Sonne durch und somit steht einem verbreitet freundlichen Wintertag nichts im Weg. Erst nach Sonnenuntergang tauchen ausgehend von den Allgäuer bis zu den Bergamasker Alpen mehr Wolken auf, Vorboten einer nahenden Front. Von Westen her erreichen uns im Tagesverlauf mildere Luftmassen, dementsprechend unterschiedlich sind die Temperaturen: Während man auf dem Galzig in 2.000 m -2 Grad misst, bleibt es mit maximal -10 Grad am Schneeberg bitterkalt. In 3.000 m liegen die Höchstwerte zwischen -13 und -8 Grad. Der West- bis Nordwestwind weht meist mäßig, im Bereich der Nordalpen sowie in Hochlagen mitunter auch lebhaft.
 

Samstag, 23. Jänner 2016

Am Samstag verdichten sich die Wolken von Westen her rasch und Schneefall setzt ein. Teils trocken startet der Tag noch östlich einer Linie Berchtesgadener - Julische Alpen, ehe auch hier am frühen Vormittag die Wahrscheinlichkeit für Schneefall rasch ansteigt. In Bayern, Vorarlberg, Tirol und Teilen Oberösterreichs kann sich in tiefen Lagen auch Regen dazumischen. Am meisten Schnee fällt entlang der Nordalpen vom Allgäu bis zum Wienerwald. In der zweiten Tageshälfte klingen die Niederschläge von Westen her wieder ab, südlich des Alpenhauptkamms bleibt es zum Teil sogar ganz trocken. Vom Ortler bis zu den Lavanttaler Alpen geht sich auch die eine oder andere Sonnenstunde aus. Der West- bis Nordwestwind frischt teils stürmisch auf. Die Temperaturen steigen in 2.000 m auf -7 bis -1 Grad, mit den höchsten Werten in Südtirol und am westlichen Alpenhauptkamm. In 3.000 m liegen die Werte um -9 Grad. Die Abfahrer auf der Streif starten in 1.665 m zur Mittagszeit bei -2 Grad.
 

Sonntag, 24. Jänner 2016

Der Sonntag startet vielerorts mit Restwolken. Vom Dachstein bis zum Rax-Semmering-Gebiet fallen anfangs noch letzte Flocken, in tiefen Lagen auch Tropfen. Im übrigen Alpenraum setzt sich mit einem Zwischenhoch hingegen trockenes Wetter durch und auch die Sonne kommt zeitweise zum Vorschein. Ungetrübt ist es aber nirgends für längere Zeit, denn von Westen her ziehen einige Wolken durch und von den Lechtaler Alpen bis zur Silvretta sowie westlich davon sind am Abend erneut ein paar Schneeflocken, unterhalb von 1000 m Regentropfen dabei. Der Nordwestwind weht mäßig bis lebhaft, am Alpenostrand zunächst auch noch kräftig. Mit -2 bis +2 Grad in 2.000 m bzw. -7 bis -3 Grad in 3.000 ist es deutlich milder als zuletzt.
 

Bergwetter-Tipp

Das Wetter am Wochenende gestaltet sich sehr unterschiedlich, dies sollte auch in der Planung berücksichtigt werden. Am besten für längere Touren oder Ausflüge in die Natur eignet sich der Freitag, in der trockenen Luft besteht oberhalb der Dunst- bzw. Nebelschicht in den Tälern eine sehr gute Fernsicht. Frisch gefallener Schnee und strahlender Sonnenschein erfordern allerdings einen guten Schutz für die Augen und die Haut. Der Samstag bringt deutlich schlechtere Bedingungen: Neben dichten Wolken und Schneefall ist auch mit Schneeverwehungen durch den stürmischen Nordwestwind und entsprechenden Sichtbehinderungen zu rechnen.
 

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