Hochsommerliche Bedingungen

Bergwetter: Hochsommerhitze, strahlender Sonnenschein

Wetter • 2. Juli 2015
von UBIMET Meteorologenteam

Solche Wetterlagen haben Seltenheitswert: Ein über mehrere Tage stabiles Hoch lässt alle Naturbegeisterten in voller Vorfreude schon Tage zuvor Pläne schmieden, Wanderführer lesen und Karten studieren. Zu Sonnenschein und Trockenheit kommen an diesem Wochenende auch afrikanische Hitze und gute Fernsicht dazu. Hitzegewitter entstehen nur vereinzelt in den Südalpen.

Sommerwetter in den Bergen
Foto: Clemens Teutsch-Zumtobel
Ungetrübtes Wanderwetter im Ötztal. Vorsicht: Bei großer Hitze können Gebirgsbäche durch Schmelzwasser anschwellen.

Freitag, 03. Juli 2015

Am Freitag strahlt im Alpenraum die meiste Zeit die Sonne, erst am Nachmittag bilden sich dann ein paar Quellwolken. Im Bereich der Nordalpen bleiben diese durchwegs harmlos. Vom Rätikon und der Ortlergruppe bis hin zu den Niederen Tauern entwickeln sich die Quellwolken aber zu örtlichen und mitunter heftigen Hitzegewittern. Die Windverhältnisse sind allgemein schwach, auf Bergkämmen und Gipfeln macht sich teilweise mäßiger  Nordwestwind mit Böen um 30 km/h bemerkbar. Mit 20 bis 22 Grad in 2.000 m und 10 bis 12 Grad in 3.000 m wird es selbst in großen Höhen sommerlich warm.

Samstag, 04. Juli 2015

Am Samstag setzt sich das vom Hochdruckeinfluss geprägte Wetter fort. Über weite Strecken des Tages scheint die Sonne, die typischen Schönwetterwolken bleiben klein und die Gewittergefahr entsprechend gering. Einzig im Süden, vom Gardasee über den Ortler bis zum Karnischen Hauptkamm, können sich einzelne Hitzegewitter entladen. Der Wind spielt keine große Rolle, nur an exponierten Stellen weht er teils mäßig aus nördlichen Richtungen. Die Temperaturen steigen in 2.000 m auf 18 bis 22 Grad, in 3.000 m auf 9 bis 11 Grad.

Sonntag, 05. Juli 2015

Auch der Sonntag bringt hochsommerliche Bedingungen, denn bei großer Hitze dominiert weiterhin verbreitet der Sonnenschein. Die Luft wird in der Höhe allerdings eine Spur feuchter, die Quellwolken somit etwas zahlreicher als an den Vortagen. Die Gewitterneigung bleibt aber allgemein gering, höchstens vereinzelt muss man mit Blitz und Donner rechnen. Aus Nord weht meist nur schwacher Wind und die Temperaturen erreichen 21 bis 23 Grad auf 2.000 m und rund 12 Grad auf 3.000 m.

Bergwetter-Tipp

Sommerliche Hochdruckgebiete sind sehr träge Gebilde und halten sich oft mehrere Tage. An diesem Wochenende kommt die spezielle Omega-Lage hinzu. Das stabile Hoch über Mitteleuropa wird dabei von zwei Tiefs am Südrand flankiert, was auf Wetterkarten wie ein griechisches Omega aussieht. Die Quellwolkenbildung wird dabei verringert und es kann höchstens zu einzelnen Gewittern kommen. Wir müssen uns auf extreme Hütte einstellen, die Nullgradgrenze sinkt selbst nachts nicht unter 3.500 m. Bei Hochtouren sollte man daher auf die Gebirgsbäche achten, die in den Nachmittagsstunden anschwellen und reichlich Schmelzwasser mit sich führen.

Bergwelten entdecken