Prognose

Bergwetter: Föhnsturm und sehr viel Neuschnee im Süden und Westen

Wetter • 3. Dezember 2020
von UBIMET Meteorologenteam

Österreich gerät am Wochenende unter den Einfluss einer ausgeprägten Südlage. Am Freitag weht in den Nordalpen stürmischer Föhn und in Osttirol sowie Oberkärnten muss man am Wochenende dann mit extremen Schneemengen rechnen. Selbst in manchen Tallagen kommt hier mehr als ein Meter Neuschnee zusammen. Die Schneebruchgefahr sowie auch die Lawinengefahr steigen massiv an.

Besonders in Osttirol (Bild) und Oberkärnten kündigen sich an diesem Wochenende große Schneemengen an
Foto: mauritius images/ Anna Reinert / imageBROKER
Besonders in Osttirol (Bild) und Oberkärnten kündigen sich an diesem Wochenende große Schneemengen an

Freitag, 4. Dezember 2020

Der Freitag startet meist trocken und in den Nordalpen sowie am Alpenostrand kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein. Im Tagesverlauf verdichten sich die Wolken am Alpenhauptkamm sowie südlich davon zunehmend und am Nachmittag setzt Schneefall ein, der sich ab dem Abend zunehmend intensiviert. Vom Wettersteingebirge und den Gurktaler Alpen ostwärts bleibt es dagegen trocken. Der Wind weht auf den Bergen stürmisch aus Süd und auch in manchen Tallagen der Nordalpen sind am Abend teils schwere Sturmböen zu erwarten. Die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe von Süd nach Nord -12 bis -8 Grad, in 2.000 m gibt es maximal -5 bis -1 Grad mit den höchsten Werten in den Nordalpen.

Temperaturen am Freitag
Foto: Ubimet
Temperaturen am Freitag

Samstag, 5. Dezember 2020

Der Samstag bringt dichte Wolken und in den Südalpen sowie am Alpenhauptkamm schneit es anhaltend und intensiv. Vor allem im Bereich der Karnischen Alpen schneit es teils auch gewittrig durchsetzt. Im Tagesverlauf wird der Schnee in den Niederungen immer feuchter und in Unterkärnten fällt unterhalb von 1.000 bis 1.400 m Regen. Auch in den Nordalpen fällt zeitweise etwas Regen oder Schnee, wobei die Schneefallgrenze zwischen den Tallagen in Vorarlberg und gut 1.500 m im Pongau liegt. Vom Salzkammergut bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet bleibt es dagegen trocken und zeitweise zeigt sich auch die Sonne. Der Wind weht besonders von den Hohen Tauern ostwärts stürmisch aus Süd und auch in den östlichen Nordalpen muss man mit Sturmböen rechnen. Die Temperaturen steigen in 3.000 m auf -9 bis -5 Grad an, in 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen -4 Grad im Bregenzerwald und +1 Grad im Toten Gebirge.

Sonntag, 6. Dezember 2020

Am Sonntag bleibt es im Norden und Osten weiter föhnig, sonst dominieren weiterhin die Wolken und besonders südlich des Alpenhauptkamms fällt ergiebiger Regen oder Schnee.  Die Schneefallgrenze ist von Tal zu Tal sehr unterschiedlich und liegt je nach Niederschlagsintensität zwischen den Tallagen in Osttirol bzw. Vorarlberg und gut 1.500 m in Unterkärnten und Salzburg. Auch in Osttirol kann sich unterhalb von etwa 1.000 m aber zeitweise Regen zum Schnee mischen. Die Schneebruch- und Lawinengefahr steigt deutlich an! In den östlichen Nordalpen und am Alpenostrand bleibt es anfangs trocken, erst gegen Abend ist etwas Regen zu erwarten. Der Wind weht von den Tauern bis zum Wienerwald weiterhin kräftig bis stürmisch aus Süd bis Südost, ganz im Westen spielt der Wind dagegen kaum eine Rolle. Die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe -8 bis -5 Grad, in 2.000 m gibt es von West nach Ost -3 bis +2 Grad.

Neuschneemengen in Österreich am Wochenende
Foto: Ubimet
Neuschneemengen in Österreich am Wochenende

Bergwetter-Tipp

Von Freitagabend bis Sonntagabend sind in Osttirol und Oberkärnten in Summe 250 bis 350 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, was etwa dem 6-fachen durchschnittlichen Dezemberniederschlag entspricht. Auf den Bergen kommen dabei mehr als 2 Meter Neuschnee zusammen, was im Zusammenspiel mit kräftigem Wind zu einer großen Lawinengefahr führt. Auch in den Tälern ist in Osttirol und im westlichen Oberkärnten aber teils mehr als ein Meter Neuschnee zu erwarten. Durch den zunehmend nassen Schnee muss man allerdings mit einer zunehmenden Schneebruchgefahr rechnen. Besonders am Sonntag steigt zudem in Oberkärnten sowie in den Salzburger Tauerntälern auch die Gefahr von lokalen Überflutungen und Hangrutschungen an.

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