Prognose

Bergwetter: Auf den Bergen oft sonnig

Wetter • 21. November 2019
von UBIMET Meteorologenteam

Im Vorfeld eines mächtigen Tiefdruckgebietes über den Britischen Inseln stellt sich am Wochenende eine föhnige Südströmung ein. Besonders am Samstag muss man auf den Bergen der Nordalpen sogar mit Böen von deutlich über 100 km/h rechnen. Ein Gutes hat diese Wetterlage aber auch: Es ist in allen Höhenlagen angenehm mild, ein Wintereinbruch ist erst einmal nicht in Sicht.

Mangfallgebirge
Foto: mauritius images/ Udo Siebig
Stürmisch und in höheren Lagen oft sonnig präsentiert sich das Wetter am Wochenende. Foto: Mangfallgebirge

Freitag, 22. November 2019

Der Freitag verläuft in den Nord- und Zentralalpen überwiegend sonnig, nur in manchen Tälern kann sich in den ersten Stunden des Tages Nebel oder Hochnebel halten. Deutlich hartnäckiger ist der Hochnebel generell im nördlichen und östlichen Flachland, südlich des Hauptkamms setzt sich die Sonne gegen hochnebelartige Wolken durch. Später am Tag trübt es sich hier von Süden her wieder ein und leichter Regen setzt v.a. in Südtirol ein. Auf den prädestinierten Bergen der Nordalpen kommt stürmischer Föhn auf, dieser greift im Tagesverlauf auch in einige Täler durch. In 3.000 m Höhe liegen die Höchstwerte zwischen -7 und -4 Grad und in 2.000 m Höhe zwischen -2 und +3 Grad.

Samstag, 23. November 2019

Am Samstag dominieren südlich des Alpenhauptkamms die Wolken, hier fällt immer wieder Regen. So große Mengen wie am vorherigen Wochenende kommen aber nicht zusammen, Schnee fällt erst oberhalb von 1.700 bis 1.900 m. Ein gänzlich gegenteiliges Bild zeigt sich von den Ötztaler Alpen bis zum Semmering, hier scheint häufig die Sonne. Ein paar mehr Wolken ziehen im äußersten Westen durch. Abseits der Berge hält sich dagegen wieder zäher Nebel oder Hochnebel, der im Tagesverlauf da und dort brüchig wird. Markant wird der Wind, er weht am Hauptkamm und nördlich davon in Sturmstärke. In Böen sind sogar 120 bis 140 km/h zu erwarten, so zum Beispiel auf der Rudolfshütte. In 3.000 m Höhe steigen die Temperaturen auf -5 Grad in Südtirol und +1 Grad auf der Zugspitze, in 2.000 m Höhe liegen die Höchstwerte von Süd nach Nord zwischen 0 und +7 Grad.

Sonntag, 24. November 2019

Am Sonntag hält sich rund um die Alpen wieder zäher Hochnebel, der oft den ganzen Tag über beständig bleibt. In Lagen oberhalb von 800 bis 1.100 m sowie in den meisten Alpentälern scheint dagegen von früh bis spät die Sonne, nur harmlose Wolken ziehen durch. Etwas mehr Wolken und letzte Tropfen, nur im Hochgebirge Schneeflocken, sind anfangs noch vom Ortler bis zum Dobratsch anzutreffen. Rasch setzt sich aber auch hier die Sonne durch. Der Föhn schwächt sich im Vergleich zum Samstag deutlich ab, am Patscherkofel sind tagsüber nur noch Böen von rund 60-80 km/h zu erwarten. In den Tälern greift der Südwind dementsprechend auch mit lediglich 40-50 km/h durch. In 3.000 m liegen die Höchstwerte zwischen -4 und -2 Grad, auf 2.000 m Höhe werden von Süd nach Nord +3 bis +8 Grad gemessen.

Temperaturen am Sonntag
Foto: Ubimet
Temperaturen am Sonntag

Bergwetter-Tipp

Damit das Bergsportvergnügen am Wochenende auch ein blaues und kein graues wird, sollte man bei der Tourenvorbereitung neben den Wolken-, Niederschlags- und Windverhältnissen stets auch ein Auge auf die Hochnebelobergrenze haben. Sie liegt beispielsweise am Sonntag beidseits der Alpen zwischen 800 und 1.100 m. Oft startet die Wanderung also noch im kalten Dauergrau, umso beeindruckender ist dann das Auftauchen aus dem Hochnebel und der anschließende Genuss sonnigen und sehr milden Herbstwetters in mittleren Höhenlagen.

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