Prognose

Bergwetter: Ab Samstag neuerlich Schneefall

Wetter • 10. Januar 2019
von UBIMET Meteorologenteam

Ein blockierendes Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik sorgt im Alpenraum nach wie vor für eine nördliche Höhenströmung. Am Freitag sorgt ein Zwischenhoch zwar für eine Verschnaufpause in den schneereichen Regionen der Nordalpen, in weiterer Folge lenken Tiefdruckgebiete über Nordeuropa allerdings wieder schubweise feuchte Luftmassen ins Land. Die Lawinengefahr in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm bleibt groß bis sehr groß, eine Entspannung der Lage ist frühestens ab Mitte der kommenden Woche in Sicht.

Pisten Sperre
Foto: mauritius images/ blickwinkel
Von Touren im Gelände ist derzeit dringend abzuraten, auch etliche Skigebiete sind derzeit (teilweise) gesperrt

Freitag, 11. Jänner 2019

Am Freitag halten sich an der Alpennordseite zunächst viele Wolken und im Nordstau fallen auch noch ein paar Flocken. Tagsüber lockert es von Nordtirol ostwärts aber zumindest vorübergehend auf, sogar überwiegend sonnig geht es vom Südtirol über Kärnten bis zu den Seetaler Alpen durch den Tag. In Vorarlberg ziehen allerdings bereits am Vormittag wieder vermehrt Wolken auf und im Laufe des Nachmittags setzt allmählich Schneefall ein. In den Abendstunden breitet sich dieser unter Verstärkung auf die gesamte Alpennordseite aus. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus nördlicher Richtung und die Höchstwerte liegen in 3.000 m Höhe bei etwa -15 Grad. In 2.000 m Höhe werden maximal -13 Grad in den östlichen Nordalpen und -10 Grad in den Dolomiten erreicht.

Temperaturen am Freitag
Foto: Ubimet
Temperaturen am Freitag

Samstag, 12. Jänner 2019

Der Samstag gestaltet sich trüb und vom Pfänder über die Kitzbüheler Alpen bis zu den Ybbstaler Alpen fällt zeitweise etwas Schnee. Die Mengen bleiben aber gering und die Schneefallgrenze steigt allmählich gegen 600 m an. Meist trocken bleibt es dagegen an der Alpensüdseite, zudem zeigt sich vor allem vom Vinschgau über das Lienzer Becken bis zur Koralpe zeitweise die Sonne. Ein paar Auflockerungen gibt es im Tagesverlauf aber auch vom Rätikon bis zu den Stubaier Alpen. Der Wind legt neuerlich zu und weht besonders im östlichen Bergland kräftig bis stürmisch aus Nordwest. Die Temperaturen steigen in 3.000 m bis auf -10 Grad, in 2.000 m Höhe pendeln die Werte um -5 Grad.

Sonntag, 13. Jänner 2019

Der Sonntag verläuft von Vorarlberg bis zur Obersteiermark von Beginn an trüb und zeitweise regnet oder schneit es, in den typischen Staulagen erneut kräftig. Die Schneefallgrenze steigt auf 600 bis 800 m, in Vorarlberg am Nachmittag vorübergehend auch gegen 1.000 m an. Von den Sarntaler Alpen bis zum Grazer Bergland bleibt es dagegen nach wie vor überwiegend trocken und häufig scheint die Sonne. Der Wind weht besonders in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm kräftig bis stürmisch aus Nordwest. Die Temperaturen in 3.000 m Höhe liegen bei -13 Grad, in 2.000 m liegen die Höchstwerte von Nord nach Süd zwischen -7 und -4 Grad.

Bergwetter-Tipp

An der Alpennordseite herrscht in den östlichen Nordalpen derzeit die höchste Lawinenwarnstufe 5, sonst recht verbreitet Lawinenwarnstufe 4. Von Touren im Gelände ist also generell dringend abzuraten, allerdings sind auch zahlreiche Skigebiete derzeit teilweise oder vollständig gesperrt. Infos dazu findet man auf den jeweiligen Webseiten. Am Freitag und Samstag ist nur kurzzeitig eine leichte Entspannung zu erwarten, da sich zu Beginn der neuen Woche neuerlich Schnee und Sturm an der Alpennordseite ankündigen.

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