Prognose

Bergwetter: 2017 geht turbulent zu Ende

Wetter • 29. Dezember 2017
von UBIMET Meteorologenteam

Am Freitag bestimmt noch ein Zwischenhoch genau über Österreich das Wetter im Ostalpenraum, ehe am Nachmittag von Westen her schon die nächste Front auf uns zukommt. Sie hat vor allem nördlich des Alpenhauptkamms wieder den einen oder anderen Zentimeter Neuschnee im Gepäck. Am Samstag erreicht dann eine kräftige Warmfront mit Regen die Ostalpen, in allen Höhen setzt somit eine spürbare Milderung ein. Der letzte Tag des Jahres 2017 erinnert dann eher an den Frühling als an den Winter, die Frostgrenze zieht sich nämlich ins Hochgebirge zurück.

Rax Schneeberg
Foto: mauritius images/ volkerpreusser
Im Gebiet Rax und Schneeberg in Niederösterreich (Foto) sind an diesem Wochenende einige Sonnenstunden zu erwarten – allgemein sollte die erhöhte Lawinengefahr berücksichtigt werden

Freitag, 29. Dezember 2017

Am Freitag scheint besonders vom Säntis bis zum Hochkönig und zur Villacher Alpe oft die Sonne, nach Auflösung morgendlicher Restwolken und Nebelfelder ist der Himmel hier lange Zeit tiefblau. Weiter nach Osten zu dauert es ein wenig länger, bis sich die Sonne durchsetzt. Im Laufe des Nachmittags trübt es sich von der Schweiz her wieder ein. Am Abend beginnt es westlich der Nordkette immer häufiger zu schneien, vorerst noch bis in tiefe Lagen. Zunächst ist der stürmische Nordwestwind am Alpenostrand noch ein Thema, abends kommt mit der Front in den Bergen Vorarlbergs und Tirols stürmischer Südwestwind auf. In 3.000 m werden eisige -15 Grad erreicht, in 2.000 m hat es zwischen -11 Grad am Schneeberg und -9 Grad in der Silvretta.

Samstag, 30. Dezember 2017

Der Samstag beginnt in Vorarlberg und im Tiroler Oberland ebenso wie in den Nordalpen von Salzburg ostwärts schon mit etwas Regen, oberhalb von 600 m Schneefall. Besonders südlich des Hauptkamms gibt es anfangs noch ein paar sonnige Stunden. Nach und nach trübt es sich aber überall ein und die Niederschläge breiten sich auf weite Teile des Berglandes aus. Mit der milderen Luft steigt die Schneefallgrenze sukzessive an, sie liegt am Nachmittag schon zwischen 700 m in der Steiermark und gut 2.000 m in Vorarlberg. Auch der Nordwestwind wird ein Thema: Er frischt stürmisch auf, in exponierten Lagen werden schwere Sturmböen und orkanartige Böen erreicht. Die Höchstwerte liegen in 3.000 m zwischen -7 und -4 Grad, in 2.000 m zwischen -5 und +1 Grad.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Am Sonntag fällt östlich von Salzburg zunächst noch etwas Regen, bis Mittag stellen sich überall trockene Bedingungen ein. Schnee ist nur noch oberhalb von 2.000 bis 2.200 m ein Thema. Ausgehend von den westlichen und südlichen Gebirgsgruppen setzt sich immer öfter die Sonne durch, am Nachmittag zeigen sich nur noch harmlose Wolken am Himmel. Der Westwind bleibt vor allem in den Nordalpen markant und weht hier in Sturmstärke. Es wird extrem mild für Ende Dezember, in 3.000 m werden rund -2 Grad erreicht. Beinahe frühlingshaft dürfte es in 2.000 m Höhe werden, hier steigen die Temperaturen auf 6 bis 8 Grad. Einzig in Osttirol und Kärnten bleibt es kälter.

Bergwetter-Tipp

Die Lawinengefahr bleibt am letzten Wochenende 2017 angespannt. Hauptverantwortlich hierfür ist der rasche Wechsel aus Kaltfronten mit teils erheblichen Schneemengen und stürmischem Wind und Warmfronten, die für Tauwetter bis in mittlere Höhen sorgen. Der Schneedecke bleibt somit kaum Zeit, sich zu setzen. Besonders an ost- und südwärts ausgerichteten Hängen kann bereits ein einzelner Skifahrer eine Lawine auslösen!

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