Sonnblick Observatorium in der Goldberggruppe in Salzburg

Podcast Folge #110: Die Berge als Forschungslabor

Über Berge nachdenken
1 Min.
13.08.2026

Foto: ZAMG-SBO

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Warum wird eigentlich in den Bergen geforscht? Für die neue Folge des Bergwelten-Podcasts ist Bergwelten-Autorin Lena Öller dieser Frage nachgegangen – unter anderem am Hohen Sonnblick, wo im Observatorium seit 1886 Wetter- und Klimadaten gesammelt werden.
Wer an Forschung in den Alpen denkt, denkt meist an Gletscher, Wetterdaten oder Geologie. Tatsächlich stehen in den Bergen aber auch Forschungseinrichtungen, die auf den ersten Blick überraschend wirken: etwa ein Labor für tropische Viren.
Warum wird ausgerechnet in den Bergen geforscht? Für die neue Folge des Bergwelten-Podcasts ist Bergwelten-Autorin Lena Öller dieser Frage nachgegangen. Am Hohen Sonnblick besucht sie das traditionsreiche Sonnblick-Observatorium, wo seit 1886 Wetter- und Klimadaten gesammelt werden. Heute untersuchen Forschende dort nicht nur Temperatur, Wind und Schnee, sondern auch Luftschadstoffe, Mikroplastik, Pollen und die Auswirkungen des Klimawandels. Christian Maier, Meteorologe der Geosphere Austria und Leiter des Sonnblick Observatoriums, gibt Einblicke in die Forschungstätigkeit auf über 3.000 Meter Höhe.

Podcast-Folge #110

Warum wird am Berg geforscht?

Warum man das hier oben, auf über 3.000 Metern Höhe, tut, hat gute Gründe:

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  1. Die Berge liefern „unverfälschte“ Daten.
    Am Sonnblick kann die Atmosphäre fern von Städten, Verkehr und Industrie untersucht werden. Dadurch lassen sich Luftqualität, Spurengase, Aerosole oder Schadstoffe wesentlich besser messen und mit urbanen Regionen vergleichen.
  2. Die Berge zeigen globale Zusammenhänge.
    Auf über 3.000 Metern können Luftmassen aus der Sahara oder Osteuropa gemessen werden. Dadurch werden globale Transportwege von Staub, Schadstoffen, Pollen oder Mikroorganismen sichtbar.
  3. Die Alpen sind ein Frühwarnsystem für den Klimawandel.
    Veränderungen von Gletschern, Permafrost, Niederschlag, Biodiversität und Luftzusammensetzung lassen sich hier besonders gut beobachten.
  4. Die Alpen sind ein „Freiluftlabor“.
    Im Alpenraum treffen auf engem Raum verschiedenste Klimazonen aufeinander. Dadurch können Forscher beobachten, wie sich Tiere, Krankheitserreger und Ökosysteme an veränderte Bedingungen anpassen.
Wir schauen halt einfach quasi live zu, wie sich das Klima ändert.

Christian Maier, Leiter des Sonnblick Observatoriums

Außerdem führt die Reise nach Außervillgraten in Osttirol. Dort betreibt Mikrobiologe Gernot Walder das „Labor am Berg“, ein Hochsicherheitslabor, das sich mit Krankheitserregern beschäftigt. Was tropische Krankheiten mit den Alpen zu tun haben und warum die Berge für ihn ein „Freiluftlabor“ sind, erklärt er im Gespräch.
Die Alpen sind wie ein Freiluftlabor, wo wir sehr vieles sehen, was sich im Augenblick auf der Welt im Erreger-Spektrum und in der Übertragung von Erregern tatsächlich ändert.

Gernot Walder, Leiter und Betreiber des „Labor am Berg“

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