Der Umwelt zuliebe

9 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit deiner Outdoor-Kleidung

Anzeige • 23. Januar 2019

Jeder von uns hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck – und zwar immer und überall. Wie du diesen verkleinern kannst, haben wir bereits in mehreren Beiträgen zum Thema Nachhaltigkeit in den Bergen beschrieben. Dieses Mal geben wir dir Tipps rund um deine Outdoor-Funktionsbekleidung. Wie du erkennst, ob sie ökologisch und fair produziert wurde und wie du sie selbst nachhaltiger nutzt, verraten wir hier.

Skitouren-Ausrüstung Haglöfs
Foto: Haglöfs
Auf Skitour mit nachhaltiger Ausrüstung

1. Das Richtige kaufen und lange tragen

Wie in vielen anderen Bereichen gilt auch hier: Es muss nicht immer gleich etwas Neues gekauft werden. Überlegt man sich schon beim Kauf genau, was man will und braucht, wird man auf Dauer Freude an der Kleidung haben. Pflegt man sie gut, wird sie ihre Funktionen lange erfüllen – und Kleinigkeiten wie ein kaputter Reißverschluss oder ein Loch lassen sich durchaus reparieren.

Ein eindeutiges Qualitätszeichen für langlebige Produkte (bezüglich Funktion und Design) ist beispielsweise, dass sie sich lange am Markt halten. Deswegen sollte man bei der Suche nach einem Kleidungsstück darauf achten, ob das Produkt schon länger verkauft wird oder erst seit kurzem in den Regalen zu finden ist.

Mit speziellen Reparatursets kann man kleine Löcher oder Schäden an der Kleidung selbst ausbessern. 

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Selbst die widerstandsfähigste Hard-Shell-Jacke stößt irgendwann an ihre Grenzen der Belastbarkeit und bekommt einen kleine Riss, der schnell zum groben Loch werden kann. Doch kein Grund sich gleich eine neue Ausrüstung zu besorgen, wir geben euch hier 5 hilfreiche Tipps, wie ihr euer Outdoor-Material wieder wetterfest macht.

Einige Firmen bieten sogar einen kostenlosen Reparaturservice an – und das nicht nur für die eigenen Marken, sondern auch für Produkte anderer Hersteller (etwa für die Besohlung von Bergschuhen).

2. Öfter tragen – Stichwort: „multi-use"

Wer nach dem Motto „Weniger ist mehr“ einkauft, spart gleichzeitig viel Geld: Statt viele verschiedene spezielle Produkte für je einen Einsatzbereich zu kaufen, ist es ein lohnendes Ziel, Outdoor-Kleidung auszuwählen, die möglichst übersaisonal und für verschiedene Sportarten gleichermaßen genutzt werden kann. Wer es schafft, die Produkte auch in den Alltag zu integrieren, beherrscht die Königsdisziplin des „multi-use“. Also lieber universell als speziell!

Skitour auffellen
Foto: Haglöfs
Viele Kleidungsstücke kann man für mehrere Sportarten und vielleicht auch den Alltag nutzen

3. Wiederverwerten und recycelte Kleidung tragen

Hat die Kleidung für einen selbst ausgedient, etwa weil sie ihren modischen Aspekt nicht mehr erfüllt, muss man sie deswegen nicht in den Restmüll werfen. Ist die Jacke oder die Hose funktionell noch intakt, freut der Wiederverkauf oder schlicht das Verschenken vielleicht noch eine andere Person.

Auch das Recyceln nicht mehr verwendeter Kleidung sollte man in Betracht ziehen. Das funktioniert zwar nicht mit synthetischen Fasern, da diese umweltschädlich sind und entsprechend entsorgt werden müssen. Doch Produkte aus Naturfasern, Polyester oder Nylon können sehr wohl recycelt werden. Die Höhe des Recycling-Anteils ist meist in den Produkt-Anhängern ausgewiesen. Grundsätzlich gilt, dass Kleidung ohne oder mit geringem Mischgewebe-Anteil leichter zu recyceln ist.

Daher also schon beim Kauf darauf achten, aus welchen Materialien das Produkt besteht und ob die Firma ihre Produkte für die Wiederverwertung retour nimmt.

4. Auf Qualität, Herkunft und Lieferkette der Materialien achten

Ob Baumwolle oder Daune, ob Produktion oder Transport, es gibt für alle Bereiche spezielle Qualitätssiegel, die nach ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitskriterien vergeben werden.

Hier eine kleine Auswahl der häufigsten Siegel, auf die man achten sollte:

  • Daune: Responsible Down Standard (RDS)

Daune ist funktionell und beliebt. Doch die Haltung der Vögel (meist Gänse) sowie die „Gewinnung“ der Daune vollzieht sich oft unter unethischen Bedingungen. Der Responsible Down Standard (RDS) ist ein Siegel und eine Zertifizierung für eine optimale Haltung der Tiere und bedeutet komplette Transparenz in Bezug auf die Herkunft der verwendeten Daune. 

  • Wolle: International Wool Textile Organisation (IWTO)


Wolle ist eines der natürlichsten und traditionsreichsten Materialien. Doch auch hier muss auf die Haltung der Tiere geachtet werden (Stichwort Mulesing beim Merinoschaf). Um dies zu gewährleisten, sind viele Wolllieferanten Mitglied der International Wool Textile Organisation.

  • Biobaumwolle

Biobaumwolle ist die Antwort auf die umweltschädliche Baumwollindustrie. Sie wird ohne den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel und künstlich hergestellter Düngemittel angebaut.

5. Auf PFC verzichten

Per- und polyfluorierte Carbone (PFCs), auch Fluorcarbone genannt, werden in der Outdoor-Bekleidungsbranche als Beschichtung verwendet, um Materialien wasser- und schmutzabweisend zu halten. Diese Substanzen sind aber keinesfalls unbedenklich, denn sie sind kaum abbaubar, verbleiben lange in der Umwelt, reichern sich in Organismen an und wirken zudem gesundheitsschädlich auf den Menschen. Wo immer es möglich ist, sollte man also Produkte mit PFC-Materialen vermeiden.

6. Mikroplastik reduzieren – bluesign®-Textilien

Mikroplastik ist derzeit in aller Munde, sind die Teilchen doch sowohl im Trinkwasser als auch in den Meeren zu finden. Bei Outdoor-Kleidung werden sie vorwiegend im Waschgang über die synthetischen Fasern abgegeben.

bluesign® ist ein Label, das die nachhaltige Herstellung von Textilien gewährleistet, indem es umweltschädliche Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess ausschließt. bluesign®-zertifizierte Produkte können verschieden gekennzeichnet sein – mehr dazu findest du hier

7. Soziale Nachhaltigkeit – Fair Wear Foundation

Soziale Nachhaltigkeit bedeutet, Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie sozial und fair zu gestalten und diese in den Produktionsstätten regelmäßig zu überprüfen und zu bewerten, auch durch die ArbeitnehmerInnen selbst.

Fair Wear ist eine gemeinnützige Organisation, die sich die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie zum Ziel gesetzt hat.

Auch Fair Wear verfügt über ein eigenes Label!

8. Die Transparenz von Firmen hinterfragen

Wer nichts zu verbergen hat, kann alles offenlegen. Firmen, die nachhaltig agieren, legen ihre Arbeitsweise oft auf ihrer Website transparent offen. Man findet Nachhaltigkeitsberichte, Lieferketten, Arbeitsbedingungen, Details zur Produktion, zum Transport oder Informationen zu Projektgruppen, Nachhaltigkeitsinitiativen und (eigenen) Labels. Allerdings lohnt es sich, Vergleiche mit anderen Firmen anzustellen und den einen oder anderen Bericht kritisch zu hinterfragen. Ist z.B. die letzte Zertifizierung schon mehrere Jahre her, ist Vorsicht geboten.

9. Was brauche ich wirklich? Reduktion auf das Notwendige!

Die Reduktion aufs Notwendige implementiert, dass es tatsächlich Firmen gibt, die reduzierte und hochfunktionelle Produkte herstellen – lässig im Design, ökologisch und sozial nachhaltig produziert.

Ein gutes Beispiel: Haglöfs Skitourenlinie Less Is More L.I.M.

Die L.I.M.-Kollektion von Haglöfs konzentriert sich auf das Wesentliche, erzielt somit eine leichte Performance bei maximaler Funktionalität und Flexibilität. Beim Skitourengehen bedeutet das Wetterschutz, Atmungsaktivität, Stretch für Bewegungsfreiheit, geringes Gewicht und Platz für das Wesentliche.

Zudem wird die firmeneigene PROOF™-Technologie verwendet – eine wasserdichte, winddichte, atmungsaktive und fluorcarbonfreie Materialtechnologie.

Die L.I.M.-Kollektion von Haglöfs

Eine Galerie aller Produkte inklusive Produktbeschreibungen findest du hier.

Nachhaltigkeitsstatements von Haglöfs:

  • Wir verwenden zu 100 % ökologische Baumwolle.
  • Wir behandeln unsere Bekleidungsprodukte nicht mit antibakteriellen Stoffen.
  • Wir verwenden zu 100 % gemäß dem Responsible Down Standard zertifizierte Daunen, deren Produktion bis zur Brüterei nachverfolgbar ist.
  • Unser Leder stammt zu 100 % aus Gerbereien, die von der LWG zertifiziert wurden.
  • Wir beziehen nicht aus Quellen, die bei Merinoschafen Mulesing-Praktiken einsetzen.
  • 79% unserer Bekleidungsmodelle der Winterkollektion 2018/19 sind bluesign®-zertifizierte Produkte.
  • 83% unserer Kleidung sind mit dem Sustainable-Choice-Etikett versehen.
  • 88% unserer Bekleidung sind mit einer fluorcarbonfreien DWR behandelt.
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